Über die Berge

27. November 2018

Nun, aus dem Gebirge sind wir wieder gut heraus gekommen. Es wurde am Morgen nach einer frostigen Nacht ( innen hatten wir es kuschelig warm) und Eiskratzen auf der Scheibe eine immer schönere Fahrt durch das Gebirge bis wir in einem Nationalpark und bei Saint Julien du Verdon an einem Stausee angelangten. 

Über weitere, aber weit nicht mehr so lange Pässe führte uns das Navi auf eine wunderschöne Hochebene der Provence, einen weiteren Nationalpark von Verdon. Lavendelfelder weit und breit, Olivenhaine und Mandelplantagen so weit das Auge reicht. Die nette Verkäuferin im Lavendelladen wäre fast bereit gewesen, sich malen zu lassen. Na ja, bald werden wir in Spanien und Portugal die ersten Gesichter bekommen. 

Als nächste Stadt haben wir Arles ins Navi eingegeben. Dort hatten wir letztes Jahr bei unserer Spanienreise ein Erlebnis der besonderen Art: wir versuchten den in der „park4night“ App angezeigten Stellplatz zu finden und kamen dabei auf ein unbewohntes und ziemlich verfallenes Bauernhaus direkt am Fluss. Ein Gewitter mit heftigem Sturm zog auf und die Bäume bogen sich und ächzten gefährlich. Die schrillsten Laute waren von allen Seiten zu hören und ich hatte Angst mich vom Wohnmobil zu entfernen um meine Blase zu entleeren. Welch ein Segen, dass wir in Big Fredi nun eine Toilette und eine Dusche haben!

Wir entschlossen uns heute nach dem erfolgreichen Bunkern von 100 Litern Wasser gleich in Sénas zu bleiben.

An der Wasserzapfsäule brauchte man Jetons, um den Automaten zu füllen. Diese hatten wir natürlich nicht. Auf meine Frage in einem Gebäude gleich neben dem Stellplatz, wo man diese bekommen könne, erfuhr ich, man müsse in die Trafik. Dann kam ein junger Mann, öffnete den Kasten mit den Jetons, übergab Wilfried einen davon und verschwand wieder. So konnten wir gratis 100 Liter Wasser bekommen. Ein kleiner Spaziergang in die Stadt begeisterte uns nicht sonderlich, reichte aber um köstliches Baguette und ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Am Nachmittag begann es schon ziemlich zu stürmen und auch jetzt tobt draußen ein ziemlicher Sturm. Unsere Verknüpfung mit Arles scheint der Sturm zu sein. 

Wir sind am Meer

25. November 2018

Wieder stehen wir im Regen, aber diesmal schon viel weiter südlich: in Finale Ligure. In Nord-West Italien am ligurischen Meer, auf der einen Seite sieht man das Meer, dahinter gibt es schroffe Felsen und die Straße schneidet sich durch die Felsen, sodass man mit Big Fredi aufpassen muss, dass er nicht an die überhängenden Felsen stößt. 

Die Fahrt hierher war alles andere als ein Vergnügen. Ich beschwere mich nie wieder über schlechte Straßen in Österreich nach diesem Dilemma. Absolut Emmentaler-Straßen. Man kann den Löchern gar nicht immer ausweichen, es rumpelt und pumpelt unaufhörlich. Was machen die Italiener mit dem Geld, das für Straßen verwendet werden sollte? Die Straßen sind nicht erst heuer kaputt geworden. 

Na ja, gestern hatten wir die Reise bei relativ gutem, jedenfalls regenarmen Wetter in Lodi beendet und konnten Big Fredi auf einem öffentlichen Camper Parkplatz abstellen. Der „kleine“ Spaziergang in die Stadt stellte sich wieder einmal als „ Todesmarsch“ heraus, wir genossen das Flair dieser Stadt bei beginnender Dämmerung. Lodi ist vor ca. 500 Jahren in einen Rechtsstreit mit Mailand geraten und schließlich haben diese beiden Städte eine Kooperation gegründet, die für beide zu einem fruchtbaren Handel führte. Na bitte, wer sagt’s denn, die haben damals schon gewusst: gemeinsam ist man stärker. Viele Boutiquen und schöne, geschmackvolle (und teure) Geschäfte luden uns zum „Schauen“ ein. Zum Kaufen reicht unser Kleingeld nicht. Macht nix, wir haben eh keinen Platz mehr im Big Fredi. 

Heute morgen ging es dann um 10 Uhr nach einem gemütlichen Frühstück wieder weiter zu dem bereits beschriebenen Platzerl direkt am Meer. Für Wilfried war es äußerst anstrengend, all den vielen Frostaufbrüchen auszuweichen. Die Schlaglöcher sind hoffentlich jetzt vorbei, die letzten Straßenkilometer in Ligurien waren weitaus besser. 

Wir sind schon auf die Weiterreise gespannt!

Bleibt dran! Wir berichten demnächst weiter!

Weiter geht’s

23. November 2018

Nach einigen Wochen zu Hause, die für Adaptionen und Verbesserungen im Auto waren – so wie zum Beispiel eine Solaranlage – geht es nun wieder auf Achse: Portugal und Spanien stehen diesen Winter auf dem Face-Europe Programm.

Am Dienstag, den 20. November ging es zu Mittag endlich los. Bei Schneefall und diesigem Wetter kehrten wir Nußdorf den Rücken und zogen Richtung Süden.

Das heißt, gleich hinter St. Pölten bunkerten wir 2 Gasflaschen, um für die Fahrt nach Portugal und die Rückkehr aus Spanien genug Gas an Bord zu haben. In Spanien und Portugal ist es – bedingt durch die jeweils verschiedenen Anschlüsse – notwendig länderspezifische Leihflaschen anzukaufen und zu hoffen, dass die Adapter diesmal passen. Am Ende der Reise müssen wir die Leihflaschen wieder an den Mann bringen.

Jedenfalls wurde es recht schön warm im Big Fredi und es war auch bei Minusgraden recht gemütlich.

Wir kamen immer mehr in den Sonnenschein, je mehr wir uns bergauf- und bergab durch die schöne niederösterreichische und steirische Landschaft bewegten. Auch Big Fredi gefiel die Berg- und Talfahrt. Er wurde diesmal nicht heiß – so wie bei unserer letzten Kärnten Tour im Hochsommer. Jetzt wissen wir ja auch, wofür der eine Hebel im Auto gebaut ist: es ist die zusätzliche Kühlung bei starken Steigungen.

Wir kurvten also bis Mooslandl in der Steiermark, hielten am Parkplatz des wunderschönen Sommerbades und inspizierten am nächsten Morgen das Gelände. Ein cooler Campingplatz, ein tolles naturbelassenes Schwimmbad, das jetzt im Winter auch zum Spazierengehen einlädt.
Nächsten Tag ging es dann gemütlich weiter nach St. Veit, um Wilfrieds Brüder zu besuchen.

Es war ein feiner Abend, leider trafen wir Gitti, die Schwester aus Australien nicht an, denn sie fuhr verfrüht wieder in ihre australische Heimat zurück. Gesundheitliche Probleme zwangen sie dazu. Ich hoffe sehr, dass wir sie nächster Jahr persönlich antreffen und in der Zwischenzeit können wir ja Skypen.

Weit ging unsere Reise am Donnerstag nicht mehr, denn in Untergreuth war schon unsere nächste Station. Thomas und Marion, unsere lieben Freunde, bekamen ihre geliehene Videokamera retour und wir genossen den Besuch in deren wunderbarem Haus ganz außerordentlich. Die Forellen, die es zum Nachtmahl gab und das königliche Frühstück verdienen locker 5 Sterne! Wir ließen es uns nicht nehmen, in Big Fredi zu übernachten und um 10 Uhr ging es dann wieder weiter Richtung Italien. Sonne und Wolken wechselten sich ab, bis schließlich die Wolken kurz nach Venedig die Oberhand behielten und nun stehen wir im bacherlwarmen Auto in Campagna Lupia, weg von der Hauptroute, auf einem kleinen gemeindeeigenen Parkplatz und der Regen plätschert lustig auf das Dach.