Österreich hat uns wieder

Blogeintrag 3. April 2020

Am Morgen bei der Abfahrt von Waldkirch staunten wir nur so über das rege Treiben auf den Straßen und Gehsteigen.

Viele Firmen scheinen normal oder wenig eingeschränkt zu arbeiten, Autowerkstätten sind geöffnet. Was täte der Deutsche ohne sein Auto! Sogar Bauarbeiten gehen scheinbar uneingeschränkt weiter. Das haben wir sonst nirgends während der Coronakrise gesehen.

In Freiburg, einer sehr schönen Stadt ging es auch sehr lebhaft zu. Viele Radfahrer und Fußgänger waren auf den Straßen und Gehsteigen. 

Wir kletterten bald einmal über Serpentinen durch den Schwarzwald hinauf, wo wir auch tankten. Die Verkäuferin erzählte uns Anektoten aus ihrem Alltag mit 3 Kindern, die jetzt zu Hause mit e-learning beschäftigt sind und ließ ihren Frust darüber ab, wie die Lehrer sich an den Eltern abputzen. 

Oben am Berg lag teilweise noch Schnee.

Vorbei am Titisee ging es durch wunderschöne, teils noch im Winterschlaf befindliche Landschaft.

Dort, wo die Donau ihren Ursprung hat und die ersten Kilometer dahinfließt, ist die Welt noch in Ordnung.

Als wir nach einigen Stunden Fahrt für das verspätete Mittagessen einen Platz suchten, befanden wir, dass es eigentlich genug des Reisens war und beschlossen, gleich dort zu stehen für die Nacht. Es war in Ehingen an der Donau, das erste Mal auf unserer Reise lag unser Schlafplatz nicht an einem See. Das hätte uns zu denken geben müssen. Es war ziemlich schlimm. Bis um 1 Uhr Früh kamen und fuhren private PKWs in kurzen Zeitabständen auf den Parkplatz, der eigentlich Wohnmobilen zum Schlafen dient, und machten dort Kravall: Laute Musik aus den Radios, laufende Motoren, lange und laute Unterhaltungen von Leuten, die sich offenbar dort trafen und Geschäften jedweder Art nachgingen. Dieser Platz wird von uns sicher nicht mehr besucht. 

Dementsprechend müde waren wir auch am Morgen und kamen spät auf die Straße. 

Es war ein langer Tag mit vielen Kilometern auf Landstraßen. Über Ulm, Ingolstadt, Landshut ging es zum Mittagessen auf unseren Platz in Neuburg an der Donau. Dort standen wir auch schon im Herbst 2018 bei unserer Rückkehr aus Großbritannien, als ein tolles Kunstfest stattfand. 

Heute war es leer bis auf ein paar Fußgänger und Radfahrer. Es diente auch nur zum Mittagessen. Die Butterkartoffeln sind ein schnelles und doch warmes Mittagessen, liegen nicht schwer im Magen und munden uns beiden. 

Voller Ungeduld näherten wir uns der österreichischen Grenze und auch hier waren wir eher enttäuscht von der Realität. Wir wurden von unseren Freunden und Familienmitgliedern schon gewarnt wegen des Grenzübertritts: es wird immer schlimmer! 

Es wurde aber ein kurzer freundlicher Aufenthalt an der Grenze. Wir zeigten unsere Pässe und der sehr junge Beamte fragte uns, ob wir vom Urlaub zurück kommen und ob wir wüssten, dass er uns jetzt in Quarantäne schicken müsste, vermerkte unsere Adresse auf seiner Liste, füllte ein Formular aus, ließ es uns unterschreiben und wir fuhren ein paar Kilometer weiter nach Andorf. Hoffentlich wird es hier eine ruhige Nacht vor unserer letzten Etappe nach Hause. 

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