Polen im Sauseschritt

Blogeintrag 14. Juli 2019

Am Donnerstag, dem 11. Juli 2019 um 18 Uhr nach dreimonatigem Zwischenstopp in Österreich haben wir den Aufbruch nach Norden endlich geschafft. 

Was uns so lange aufgehalten hat? Die Umtypisierung von Big Fredi von einem Kleinlastkraftwagen bis 3,5 Tonnen auf ein Wohnmobil mit einem gesamten zulässigen Gesamtgewicht von 5 Tonnen. Dazu hat unser alter Herr nagelneue starke Federn eingebaut bekommen. Außerdem musste Wilfried den LKW Führerschein samt lästiger Prüfungen überstehen. Die Kosten für diesen Spaß waren enorm. Dafür sind wir jetzt wahrscheinlich mit einem von wenigen legalen Fahrzeugen im Wohnmobilbereich unterwegs, das nicht überladen ist. Der Fahrspaß mit den neuen Federn ist enorm gestiegen. Die Schaukelei hat ein Ende. Big Fredi fährt wie auf Schienen. Auch während des Aufenthaltes beim Stehen schaukelt es nicht mehr so wie vor dem Umbau. 

So tuckerten wir seit Donnerstag in kleinen Tranchen bis in den Norden von Polen. Am Dienstag werden wir von unseren Freunden in Kaliningrad erwartet, wo wir eine Woche Urlaub einlegen werden. Nach den kräftezehrenden 3 Monaten in Österreich wird uns der Urlaub guttun. 

Wir stehen mitten in einem Waldstück bei Pruski, etwa 180 km von der Grenze zu Kaliningrad. Es ist absolut ruhig hier. Untertags haben viele Ausflügler im Auto oder auf Fahrrädern den Kiesweg neben unserem Platz passiert. Jetzt ist es wieder ganz still. Man hört und sieht nichts. Die Heidelbeeren, die von den Pflückern zurückgelassen wurden auf den Büschen sind sehr klein und trocken. Geschmacklich kein Höhepunkt. Es lohnt sich nicht wirklich, sich stundenlang für ein paar Beeren zu bücken. Vielleicht gibt es ja an unserem nächsten Stellplatz an einem See eine bessere Ausbeute.  

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Deutschen Boden erreicht

Blogeintrag 6.4.2019

Und es wurde eine ruhige Nacht in Fromental.

In der Früh trug ich uns noch als erste österreichische Gäste dieses Stellplatzes in das Gästebuch ein und übergab der netten Dame von dem Universalgeschäft ein Face Europe Kärtchen. Eines für sie persönlich und eines für das Gästebuch zum Einkleben. 

Wir kamen gut vorwärts über Gueret, Montlucon, Moulins, verfuhren uns nach Moulins und erkundeten unbeabsichtigt die Landschaft abseits der Autobahn. 

Wir erreichten Autun, einen Stellplatz an einem See, der etwas geneigt war und nicht optimal erschien. Wir waren gerade im Begriff, das Auto abzuschließen und die Gegend zu Fuß zu erkunden, als wir beobachteten, wie drei Männer ein Auto am Parkplatz bergauf schoben. Wilfried rannte sofort hin und half mit einer weiteren Männerstärke mit. Zum Anstarten sollte die Dame am Volant die Anweisungen der Männer befolgen, um starten zu können. Als dieser Versuch missglückte und die anderen Helfer nur mit Fahrrad unterwegs waren, bot es sich an Big Fredi‘s Batterie zum Starten zu verwenden. Gleich schnurrte der Batterieschwächling und die Dame bedankte sich bei allen überschwänglich. 

Nach dieser „guten Tat“ machten wir uns auf einen Spaziergang um den See auf. Ein kühles Lüftchen wehte uns bereits um die Ohren. Die Nächte sind hier spürbar kühl. Wir umrundeten den See und erspähten einen weitaus besseren, weil ebenen und ruhigen Platz neben dem Friedhof mit Blick auf den See. Wir änderten unseren Standplatz und schliefen ruhig neben den Toten. 

Heute morgen umrundeten wir den Friedhof, denn dahinter lag ein interessantes altes Gebäude mit einem hübsch verzierten Dach und gleich daneben konnte man ein hoch modernes Glasdach erkennen. Wir hätten diese Gebäude gerne näher betrachtet. Leider gehören sie zu dem Ensemble der Militärstation und sind somit für uns als Besucher ausgeschlossen. 

Stattdessen durften wir uns das römische Amphitheater gratis anschauen. 

Danach machten wir uns wieder auf den Weg. 

Heute ist Samstag und es fällt uns auf, dass es keinen Schwerverkehr gibt. 

Wir kommen zügig voran, es gibt wenig Verkehr. Manchmal scheint es, als wären wir allein auf der Straße. 

Über Dijon (kommt von dort der Senf?), Gray, wo wir aus Angst am Wochenende zu verhungern noch einmal bei Lidl einfallen, fahren wir über gute Bundesstraßen oder Schnellstraßen über Vesoul, Lure bis Belfort. 

In Belfort ist unser Navi komplett verloren. Eine Baustelle und neue Autobahnen machen alle Versuche weiter zu kommen zunichte. Wir kreisen. Beim 3. Versuch geben wir auf und geben ins Navi ein: „Autobahnen vermeiden“. Somit sind auch Schnellstraßen gestrichen. Wir gondeln also über Dorfstraßen in die winzigsten Dörfer zwischen Froidelfontane, Dannemarie, Aspach le Bas, hatten aber einen tollen Ausblick auf die noch mit Schnee bedeckten Gipfel. 

Unseren Stellplatz, den ich mir schon gestern Abend herausgesucht hatte, erreichten wir trotz Gondeln über Landesstraßen noch vor Einbruch der Dunkelheit. Er liegt bereits in Deutschland, in Müllheim. Die ersten deutschen Wörter so wie man die Grenze überschreitet. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich alles ändert, wenn man ein anderes Land betritt.

Jetzt bleiben uns noch ca. 820 km Fahrt bis nach Hause. In 3 Tagen sind wir daheim, wenn alles klappt. 

Der heutige Stellplatz ist der private Parkplatz des Markgräfler Kräuterhofes, eines riesigen Geschäftes für Waren mit Kräutern aller Art. Leider hat er heute, Samstag und morgen geschlossen. Also keine Möglichkeit, Mitbringseln einzukaufen. 

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April, April, der macht was er will

Blogeintrag 4.4.2019

Bei strömendem Regen schliefen wir ausgezeichnet.

Die ersten Stunden unserer Fahrt verliefen im Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein. Als die Sonne zwischen den Wolken zuversichtlicher herauslugte, machte sich Wilfried an die Montage des neuen Reifens. Wir fuhren die letzten 300 km nämlich noch immer mit dem Reserverad. Die Dimension des Reserverades ist um eine Spur größer, obwohl auf dem Rad selbst exakt die gleiche Größe angegeben ist. 

Was auch immer, Big Fredi schnurrt wieder mit neuem Rad und es hört sich auch viel besser an. Diesel braucht er seither auch weniger – zumindest fühlt es sich so an. Wir hatten in Spanien voll getankt und sind 550 km bisher in Frankreich gefahren. 150 km sollten wir mit dieser Füllung noch fahren können. 

Die französischen Straßen sind bis jetzt recht gut gewesen. Autobahnen ohne Maut umgehen wir, indem wir vor der Mautstelle abfahren und danach wieder auffahren. Unser Navi fordert uns dazu auf und das tun wir natürlich auch. Schließlich haben wir „Maut vermeiden“ eingegeben. 

Ein schöner Regenbogen und eine saftige farbige Landschaft zeigen uns, dass es immer wieder regnet. Allerdings nur kurz und meistens scheint dann auch wieder die Sonne durch den bewölkten Himmel. 

Alle paar Kilometer gibt es sogenannte „Aires“. Das sind Raststätten, die auch extra für Wohnmobile errichtete Stellplätze mit Ver- und Entsorgung

anbieten. Gut ausgeschildert an den Autobahnen so wie auch in sehr vielen Städten aber auch kleinen Dörfern. 

So wie jetzt in Fromental, einem winzigen Ort, der sich um die Kirche und das Schloss ausbreitet. 

Unser Navi führte uns auf Hinterwegen durch einspurige Feldstraßen vorbei an einsamen Bauernhöfen quasi von hinten an den Dorfplatz heran. 

Wir wähnten uns als einzige Womiparker zu sein, als bereits 5 Fahrzeuge vor uns dort standen. Für 4 gibt es dort Strom zum tanken. 

Die Bibliothek, ein kleiner Dorfladen, die Post – alles von einer einzigen sehr freundlichen Dame bedient sind gleich nebenan. 

Für die Nutzung des WLANs musste ich eine Unterschrift leisten und meinen Führerschein vorzeigen.

Es wird eine ruhige Nacht werden. 

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Fredi hat schon wieder einen Patschen

Blogeintrag 2. 4. 2019

Heute haben wir es schon eine Stunde früher aus dem Bett geschafft.

Es war 8 Uhr als wir bei Sonnenschein zu frühstücken begannen. 

Da ich am Abend noch eine Tankstelle in der Nähe erspäht hatte, die Diesel um 1.164 € pro Liter anbot, starteten wir gleich einmal mit der Befüllung von Big Fredis Tank. 

Auch das Öl wurde kontrolliert und nachgefüllt. So ein alter Kerl braucht schon hin und wieder ein bisschen Schmiere. 

Als Wilfried auch die Reifen kontrollieren wollte, stellte sich heraus, dass der Kompressor nur bis 4 bar belastbar war. Big Fredi braucht aber 4,5 bar und so verloren wir noch eher Luft als dass wir etwas in den Reifen brachten. 

Bei der nächsten Tankstelle wollten wir gleich dieses Problem lösen. Allerdings war da der Reifen schon kaputt. Deutliches Zischen zeigte uns an, dass da nichts mehr zu machen war, als den Reservereifen zu montieren. 

Zum Glück waren 2 nette rumänische LKW Fahrer mit Muskelkraft, gutem Willen und einer starken Eisenstange zum Verlängern des Hebelarmes gleich zur Stelle. 

Der Reifenwechsel dauerte insgesamt fast eine Stunde und kostete uns in der nächsten Stadt (in Miranda) 92 € für einen neuen Reifen. 

Morgen will Wilfried den neuen Reifen montieren, da sich die Reifenfirma wieder einmal geweigert hatte, ihn zu montieren. 

Wir sind in Vitoria Gasteiz auf einem öffentlichen Parkplatz ohne Wohnmobilkollegen. Ich schaute noch bei Leroy Merlin hinein, ob sie eine Eisenstange haben, die uns beim Reifenwechsel helfen könnte, aber dort gibt es nichts Brauchbares. 

Gerade hat es ein wenig zu regnen begonnen und es hat auch abgekühlt. 

Überhaupt haben wir heute Mittag eine Wetterscheide überschritten und befinden uns im bergigeren Norden Spaniens. Da gibt es rundherum Gipfel mit 1.300 Höhenmetern, auf denen noch ein wenig Schnee zu sehen war. Zum Glück dürfen wir auf der Ruta de la Plata fahren, übersetzt Silberstraße, eine alte römische Handelsstraße. Plata klingt auch ein wenig wie Teller oder flach. Wir müssen nicht viele Steigungen bewältigen, schlängeln uns durch die weiten Täler Kilometer für Kilometer auf recht guten Straßen, die zum Teil autobahnmäßig ausgebaut sind unserem Ziel näher. Nur mehr 2.000 km zu fahren. Als wir unsere Heimreise begannen, waren es insgesamt 3.000 km. Tüchtig unser Big Fredi und Wilfried, Kings of the Road!

Danke dass wir so gut vorwärts kommen!

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Kein Scherz – wir sind in Spanien

Blogeintrag 1. April 2019

Bis Sonntag Mittag hat unser Widerstand noch gedauert, bis wir endlich Philipp „Lebewohl“ gewunschen haben, alles rütteltest verpackt hatten und loszogen.

Dennoch kamen wir am Abend noch in Spanien, genauer gesagt in Badajoz an. Es ist dies eine kleine mittelalterliche Stadt, die ich alleine noch spät am Abend erkundete. Da wir nach der Zeitumstellung auf Sommerzeit und der Zeitumstellung auf mitteleuropäische Zeit gleich 2 Stunden die Uhren vorgestellt hatten, war meine innere Uhr um 21:30 Uhr noch auf 19:30 getunt und ich voller Tatendrang. Deshalb machte ich mich allein zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Von unserem Stellplatz aus war nur ein kurzer Weg zur Fußgängerbrücke in die Stadt Badajoz. Hell beleuchtet und von vielen Spaziergängern und Lokalbesuchern bevölkert ließ ich mich bergauf in den Trubel leiten. Beim bergab Gehen schlug ich die falsche Richtung ein und landete ein gutes Stück weiter weg von der Brücke als ich gedacht hatte. So wurde es bereits 23:30 als ich bei Big Fredi wieder ankam. Meine App zeigte mir, dass ich 6 km marschiert war.

Heute morgen schliefen wir daher auch gut und fest bis 9 Uhr und waren dann nach gemütlichem Frühstück auch erst wieder um 12 Uhr „On the Road“!

Über Caceres, oder vielmehr daran vorbei ging es auf direktem Weg nach Salamanca.

Wir erreichten nach zwischenzeitlich ein paar Regenschauern die Stadt Salamanca um ca. 16:30 bei Sonnenschein und ergatterten noch einen Stellplatz neben der Brücke in die Altstadt. Nachdem uns Uschi so vorgeschwärmt hatte und uns die Geodaten gab, sind wir nun mitten in der Stadt und wollen eigentlich das Auto nicht unbeaufsichtigt lassen. Ich spazierte wieder alleine los und erkundete die Umgebung und holte noch ein paar Vorräte bei Mercadonna für die Heimreise.

Bei Kaffee-Eis und Waffeln, die wir noch immer von Valencia hatten schlemmten wir Kalorien.

Morgen geht die Reise weiter Richtung Frankreich. Ob wir schon morgen oder erst am Mittwoch französischen Boden betreten werden, wird sich erst herausstellen. Jedenfalls sind es 540 km, die zu bewältigen sind.

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Immer wieder „Foz“

Blogeintrag 30.3.2019

Es begann am Foz do Lisandro und es endet am Foz do Lisandro. 

Aber alles der Reihe nach. 

Am Mittwoch, den 27.3.2019 wurde Mena gezeichnet. Sie ist wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Jeden Schicksalsschlag hat sie mit Bravour weggesteckt. Sei es der Tod ihres Mannes vor 6 Jahren. Oder der Brand ihres Restaurants. Sie steht auf und macht das Beste daraus. Ihr ganzes Engagement gilt den herzkranken Kindern von Portugiesisch Guinea, denen sie eine Herzoperation in Portugal vermitteln hilft. Das führte sogar so weit, dass sie eines dieser Kinder vor 6 Jahren adoptierte. Sie hat eine Aufgabe in ihrem Leben gefunden, die sie mit ganzem Herzen ausfüllt. 

Anschließend an das Face Europe Porträt waren wir bei Marco und Anna zum Abendessen eingeladen. Es war ein lukullisches Erlebnis. 

Am Donnerstag wollte Philipp ein Porträt von sich malen lassen, um es seinem Vater zum Geburtstag zu schenken. Er entschloss sich kurzerhand, die Sitzung auch filmen zu lassen und da war es nur mehr ein weiterer Schritt, um Teil von Face Europe zu werden. 

Spät am Abend erhielten wir noch ein E-Mail von Anne, die gerne Modell für Face Europe wäre. Zufällig wohnt sie gegenüber von Mica und hatte auch gleich am nächsten Tag Zeit, um sich zeichnen zu lassen. Den Weg zu Mica kennen wir nun schon gut. Anne ist eine ganz liebenswerte Flugbegleiterin, Buchhalterin, Surferin und außerdem war sie das Wochenende davor als Nachbarin auf dem Strand von São Julião bei einer Party direkt neben uns. Die Welt in Ericeira ist klein. Jeder kennt jeden, Surfer kennen einander und Locals nehmen auch „Zugezogene“ gerne in ihren Freundeskreis auf. 

Ich hatte den Wunsch geäußert, ein Mal in Portugal gut Fisch essen zu gehen. Weder Sonja noch Rui, Marco und Anna, Mica und Melli hatten Zeit, mit uns essen zu gehen. Auch Anne war schon verabredet. 

Der einzige treue Philipp ging mit uns und verriet uns auch das super Restaurant inmitten der Altstadt von Ericeira. Wir konnten in seinem Auto mit fahren und mussten uns nicht um einen Parkplatz in der engen City kümmern. 

Nach dem Fisch gab’s noch Eis

So wurde unser vorletzter Tag noch mit einem köstlichen Fisch gekrönt. 

Wilfried wollte den Samstag noch in Ruhe genießen und am Sonntag müssen wir uns definitiv losreißen. 

Unverhofft kam uns am Samstag dann noch Pedro, der Freund von Philipp besuchen. Leider hatte er keine Zeit, sich porträtieren zu lassen. Er ist Filmemacher und – sollten wir wieder nach Portugal kommen – gerne bereit, bei Face Europe dabei zu sein. 

Eigentlich wollten wir uns am Sonntag mit Ricardo in der Nähe von Caldas da Rainha treffen. Er musste aber leider absagen. 

Deshalb starten wir am Sonntag, den 31.3.2019 definitiv mit unserer Heimfahrt und lassen Obidos, Caldas da Rainha und Nazaré für unseren nächsten Portugal Besuch, den wir uns ganz fest vorgenommen haben. Dieses Land wollen wir bestimmt näher und intensiver kennen lernen. 

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Mellowmove Surfcamp

Blogeintrag 27.3.2019

Uschi aus Kiel wurde gestern in Big Fredi gezeichnet.

Ihre Freude, ein Teil von Face Europe war groß, aber die Freude über ihr Porträt war überwältigend. Gerne hätte sie es gleich gekauft. Wilfried konnte ihr versprechen, dass sie es nach der Ausstellung erwerben kann. 

Nach einer kurzen Pause und dem Zusammenpacken ging es gleich los zu Marco, der gleich in der Nähe des Strandes von São Lourenço sein Surfcamp hat. 

Die sanfte Bewegung ist der Namensgeber des Surfcamps, das Marco mit seinem Freund Gregor hier seit 10 Jahren betreibt. 

Seit 6 Jahren ist auch Anna, seine Partnerin dabei. Ihr Ruf als ausgezeichnete Köchin ist ihr schon vorausgeeilt. Johannes schwärmte bereits in höchsten Tönen von ihrer außergewöhnlichen guten und gesunden Küche. Dass sie es mit Liebe und Begeisterung tut, werden wir auch heute zu genießen bekommen. Nach dem gestrigen Porträt von Marco, das Wilfried in deren zauberhaftem Haus gezeichnet hatte, wurden wir für heute zum Essen eingeladen. 

 

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Frühling liegt in der Luft

Blogeintrag 26.3.2019

Überall blüht und grünt es.

Die Feigen schießen ihre Blätter heraus. Früchte habe ich noch keine gesehen, aber das geht ja dann recht schnell. Die Hügel sind voll mit den verschiedensten Wildblumen und auch die Gärten und Vorgärten erblühen in den üppigsten Farben. Kapuzinerkresse wuchert und blüht auf den „Gstetten“ am Wegesrand und alle Arten von gelben Margeriten und gelben und rosa Bodendeckern säumen die Felsen und Wege. Es ist ein Farbenmeer, das uns hier Ende März schon begleitet. Aber selbst für die Portugiesen ist alles viel zu zeitig und sie machen sich Sorgen wegen des fehlenden Regens. Was für uns einen sonnigen Tag nach dem anderen bedeutet und reine Urlaubsstimmung verbreitet ist für die Landwirte ein Grund zur Sorge. Hoffentlich regnet es doch noch genug, so dass die Natur ihr Auslangen findet. 

Wir haben gestern Abend noch Besuch von unseren neuen Nachbarn bekommen: Andi und Konrad. Andi wollte sich nur einen Korkenzieher von uns ausborgen. Er ist mit seinem Freund mit Zelt und Leihwagen unterwegs. Es wurde ein spannender Abend, Andi erzählte uns von seinen vielen Reisen und davon, dass er sich jetzt um einen Job umsehen muss, er aber lieber reisen würde. Er hat bereits viele Länder bereist und seinen Zivildienst in Mittelamerika in einer Schule als Lehrer absolviert. Es ist so schön, wenn junge Menschen ihren  Horizont auf diese Weise erweitern und schon in jungen Jahren auf so viel Lebenserfahrung zurückgreifen können. Das kann Ihnen niemand mehr wegnehmen. Andis Freund, Konrad, ist Kalifornier und beendet gerade sein Master Studium in Hamburg. 

Heute früh packten wir wieder unsere Sachen zusammen und zogen weiter Richtung Norden. 

Derzeit warten wir auf Nachricht von Marco, um unsere weiteren Tage planen zu können. 

Als wir gerade einen Platz für die Nacht am Strand von São Lourenço gefunden hatten, gesellte sich ein deutsches liebenswürdiges Ehepaar zu uns, das unsere Einladung auf einen Kaffe und Kuchen gerne annahm. Eckehart (Ecki) und Uschi waren von Face Europe begeistert und Uschi hat sich gleich spontan zu einem Porträt für morgen entschieden. Wenn sie dabei bleibt, ist ihr Porträt das 50.  

Ein drittes Auto kam später noch zu uns – ein blauer Iveco, in der Größe so, wie unser Willi war. Eine junge Familie, sie ist Portugiesin, er Franzose und die etwa 2 jährige Tochter beides. Morgen wollen sie uns in Big Fredi besuchen. 

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Mica Surfboards – ein Profi aus Leidenschaft

Blogeintrag 24.3.2019

In Mica begegnet uns eine starke Persönlichkeit. Ein professioneller Surfer,

der mit 27 aufgehört hat bei Wettbewerben mit zu machen, hat mit Unterstützung seiner Freunde sein neues Lebensziel gefunden. Neben dem Surfen aus Spaß betreibt er sein eigenes Label und formt Surfboards nach Wunsch. Alles handgemacht und in unzähligen Arbeitsstunden. Er ist dabei bescheiden geblieben und seine Bords heben sich von Fabriksboards deutlich ab. Jedes seiner Boards ist ein Unikat und mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl soll es dem Besitzer lange Freude bereiten. 

Wilfried war in einer halben Stunde eigentlich mit dem Porträt schon fertig, aber es war so spannend Mica zuzuhören, dass er noch Details ausarbeitete und wir Mica lauschten. Sein Englisch ist hervorragend, als ob es seine Muttersprache wäre. 

Seine Freundin und Mitarbeiterin – Melanie, oder auch Melli- assistierte beim Fotografieren und Filmen. Sie ist Designerin und seit einem Praktikum voriges Jahr bei Mica „hängen geblieben“. Ihr macht es derart Spaß, hier zu leben und zu arbeiten, dass sie beschlossen hat, von Deutschland nach Portugal auszuwandern. 

Melli wurde tags darauf ebenfalls porträtiert. Sie ist eine ganz liebenswürdige junge Frau, die weiß, was sie will. 

Die beiden empfahlen uns, die Nacht am Strand zu verbringen, der sich als wunderbar ruhig herausstellte. Und das an einem Wochenende, wohlgemerkt. 

Wir werden heute die dritte Nacht in Folge hier verbringen. Dann geht es weiter zu Marco Mellow König, einem österreichischen Surfschulbesitzer. Die Schule befindet sich in São Lourenço, ca. 10 km nördlich von uns. 

Heute morgen gönnten wir uns einen tollen Spaziergang entlang der Klippen bis an das Südufer des Rio do Lisandro. An dessen Nordufer standen wir davor, wie bereits geschildert. 

Unser Weg führte an einer Gruppe von Menschen vorbei, die mit ihren  Offroad Modellautos über die Klippen düsten. Für die Eigentümer ein spannendes Rennen, denn die Autos mussten alle den gleichen Weg nehmen. 

Nun genießen wir das noch kühle Auto im Inneren, wo wir nach einem Süppchen ein wenig chillen können. 

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Rio Lisandro wird zum See 

Blogeintrag 22.3.2019

Die Ruhe am Flussdelta des Rio Lisandro ist einzigartig. 

Der Fluss ändert sein Aussehen mit den Gezeiten und gestern hatte er gar keine Verbindung mehr zum Meer. Er schwoll zu einem See an und das Wasser stieg. Bevor er aber an uns Parkende herankam, gab es doch wieder eine Verbindung ins Meer.  

Die Straße von der aus der Platz, an dem wir stehen zu erreichen ist, ist eine Sackgasse. Daher gibt es keinen Durchzugsverkehr. Auch von den Bewohnern der Häuser gibt es kaum ein Lebenszeichen. 

Jochen, unser belgischer Nachbar kommt und geht ohne wieder mit uns Kontakt aufzunehmen. 

Für Mittwoch Abend haben wir Sonja zum Abendessen eingeladen. Sie bringt auch ihren Sohn Tiago, einen liebenswürdigen und aufgeschlossenen 13 jährigen begeisterten Surfer mit. Es gibt Topfenpalatschinken, die den beiden sehr munden. Sonja ist so eine feine Gesprächspartnerin und es tut uns wirklich leid, dass sie schon so bald wieder gehen muss. Tiago hat am nächsten Tag Schule und da muss er ausgeschlafen sein. Sie musste ja auch noch 45 Minuten für ihre Rückfahrt einplanen. Vielleicht sehen wir sie ja noch einmal, bevor wir hier unsere Zelte abbrechen. Es tut so gut derartige Menschen kennen zu lernen, und mit ihnen Freundschaften zu schließen. 

Diejenigen Portugiesen, die wir bis jetzt kennen gelernt haben, waren alle selbständig oder dabei sich selbständig zu machen und waren sehr akkurat mit dem Einhalten von Terminen. 

Das Vorurteil der Unpünktlichkeit oder Unzuverlässigkeit haben wir gerade in Portugal noch nicht erlebt. Ganz untypisch für den Süden. 

Die Menschen in Portugal sind uns auch sehr fleißig erschienen. Gute Arbeiter, ehrgeizig und umweltbewusst. Der einfache Arbeiter am Strand, der den Sand vom Strandgut befreit grüßt oder dankt freundlich und mit einem Lächeln, die Antwort kommt oft gleich auf englisch. 

Den gestrigen Tag haben wir wieder mit Einkaufen, Wäsche waschen und Be- und Entsorgung verbracht und uns anschließend zu Micas Werkstatt gestellt, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten.  

Kurz begrüßte uns Mica. Am Nachmittag will er zur vereinbarten Zeit um 14 Uhr hier sein. 

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