Falkenberg mit großen Überraschungen

Blogeintrag 2. September 2019

Wir verließen Donnerstag früh die Heringsfarm und traten unsere Weiterreise nach Deutschland an

Am Freitag, den 30. August trudelten wir abends bei unseren Freunden in Falkenberg ein. Anna hatte für uns den Parkplatz gegenüber von ihrem Haus von den Nachbarn für Big Fredi zugesichert bekommen. 

Es war brechend heiß bei über 30 Grad und steigerte sich noch bis Sonntag auf 34 Grad. 

Anna, unsere Gastgeberin schlug vor, dass wir sie am Samstag mit Face Europe Werbung zu ihrem Trödlermarkt begleiten. Es fanden sich auch gleich 4 Personen, die Wilfried in 2 Tagen zeichnete. Ein Mann, Peter, der die Faschungssitzungen von Falkenberg schreibt und moderiert. Die anderen Teilnehmer waren Frauen.

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Beim Trödlermarkt war ziemlich viel los und plötzlich erspähte ich ihn: einen süßen kleinen Steiff Teddybären. Ich dachte erst den würde ich mir niemals leisten können aber ich einigte mich mit dem Verkäufer auf 2,50 €. Sofort wanderte der kleine natürlich in meinen Besitz über. Jetzt ging es daran herauszufinden, wer da so lange auf die richtige Bärenfamilie gewartet hatte. Sofort stellte sich heraus, „Burli“ ist das neue Familienmitglied der Bärenbande.

Burli der Neue

Es dauerte gar nicht lange, war Burli voll integriert. Er wurde von Gracia geneckt und gab ihr gleich einen Stupser. Mama Mali schritt ein und besänftigte die beiden neuen Geschwister. Jetzt hecken sie schon gemeinsam Streiche aus und übertrumpfen Fredi beim Sprüche klopfen. Schon in der Früh geht es los mit Ausreden erfinden, wieso keiner von ihnen das Frühstück herrichten kann.

Die Bärenfamilie

Aber süß sind sie unsere Bären, die schon eine eigene Schachtel bewohnen und täglich morgens in unser Bett wandern und abends wieder einen Stock tiefer steigen und nachts ihr Unwesen im Big Fredi treiben. In der Früh schaut es immer so arg aus, dabei sitzen sie alle ganz artig und friedlich in der Schachtel und warten auf den Aufstieg in unser Bett.

Die Bärenfamilie in ihrer Schachtel
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Zagroda-Sledziowa: Einzigartige Heringsfarm in Starkowo

Blogeintrag 28. August 2019

Ich muss unbedingt noch ein wenig über Starkowo berichten: Ein pommersches Dorf, urig und bäuerlich inmitten des „karierten Landes“

Damit sind viele Dörfer gemeint, deren Erscheinungsbild an ein Karo erinnert, viele Häuser in Fachwerkbauweise sind noch erhalten und zum Teil liebevoll renoviert oder sogar frisch aufgebaut mit den originalen Baumaterialien. Zuerst wird das hölzerne Gerippe mit Zapfen und Ausnehmungen  zusammengepasst. Nur mit Holznägeln werden die Verbindungen fixiert. Die freien Teile innerhalb der Hölzer werden sofort mit einer Lehm-Strohmischung oder mit roten Ziegeln ausgemauert.

Auch Maciek hat die Scheune, die jetzt das Museum beherbergt und in dem Face Europe stattgefunden hat, komplett neu aufgebaut. Bilder davon kann man im Museum bewundern, das man sich unbedingt anschauen sollte: http://www.zagroda-sledziowa.pl/pensjonat,en.html

Maciek lud uns während der ganzen Zeit immer zum Essen ein. Das ist echte polnische Gastfreundschaft! Danke für die grossartige Bewirtung und Zurverfügungstellung des Museums während unserer Face Europe Mal- und Zeichenaktionen. 

Am Sonntag nahm sich Maciek für uns Zeit für eine Porträtsitzung. Er war sehr stolz auf das Ergebnis und schickte das Foto gleich seinem Freund, von dem er annimmt, er wird ganz eifersüchtig werden.

session Maciek-Face Europe no 72 (4)
Face Europe no. 72-Maciek-after 60 min

Sein Polnischer Freund, dem das Anwesen gehört, arbeitet in Dubai und Maciek besucht ihn ein Mal pro Jahr, wo wieder neue Pläne für die Erweiterungen und Verbesserungen des Heringsmuseums geschmiedet werden, die dann Maciek den Winter über in die Tat umsetzt. 

Am Montag wollte Wilfried zwar einen Ruhetag einlegen. Das war aber der einzige Tag, an dem Nikolas Zeit für ein Porträt hatte. Also holte Wilfried am Montag Nikolas von Słupsk ab und fertigte ein farbenfrohes Ölporträt von ihm an.

Face Europe-no 73
Face Europe no. 73-Nikolas-after 240 min
Face Europe no. 73-Nikolas

Zur Erinnerung: Nikolas war am Freitag mit seiner Protestaktion für eine Regenbogenparade als Frau bekleidet vor dem Rathaus und wollte ursprünglich von Wilfried dort gezeichnet werden. Sein knallbuntes Erscheinungsbild rief allerdings nach einem Ölporträt und dieses gelang wieder ganz toll. 

Am Dienstag war dann wirklich Zeit zur Erholung. Es hatte 34 Grad im Schatten. Zwei Künstlerbedarfgeschäfte wurden uns von Macieks Nachbarin empfohlen. Das erste liegt gleich fußläufig vom Rathaus. Das zweite in dem Einkaufszentrum, in dem wir vor ein paar Tagen unsere Wäsche gewaschen hatten. In beiden waren wir erfolgreich. Mit frischen Materialien ausgestattet, wollten wir gerade die Einkaufsmall verlassen, als Pawel mit seiner Frau Katie und den beiden Jungs hereinkamen. Sie waren zur Abkühlung und zum Spielen für die Kinder gekommen. Wir freuten uns über ein Wiedersehen mit Ihnen und verbrachten eine Stunde beim Plaudern über das Leben in Österreich, Polen und den USA. Für sie ist Europa ein so sicheres Gebiet. In Amerika werden laufend Kinder gekidnappt und missbraucht. Einem Kind ihrer Freunde ist das passiert. Da es auf das Narkosemittel eine allergische Reaktion mit Umsichschlagen beantwortete und Zeugen aufmerksam wurden, flüchteten die Täter. Das ist für uns einfach unvorstellbar. Hoffentlich kommt diese Entwicklung nicht auch zu uns, so wie vieles aus dem „gelobten Land“!

Am Mittwoch hatten wir mit Joanna im Freilichtmuseum von Swolowo: „www.muzeum.swolowo.pl“ Face Europe Sitzungen ausgemacht, die sie aber leider absagte. 

Wir konnten anstattdessen in der Heringsfarm Wieslaw porträtieren und nahmen endgültig Abschied von Starkowo.

Face Europe no. 74 Wieslaw-after 75 min

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Swedish Day in Starkowo

Blogeintrag 24. August 2019

Gestern, Freitag, den 23. August schlossen wir unsere erfolgreiche Zeit in Słupsk vorerst einmal mit Porträt Nr. 70 ab und bewegten uns Richtung Starkowo

Swedishday in Sarkowo

Auf dem Weg dorthin befindet sich ein hoch interessantes Museum, das aus mehreren Gebäuden und Gehöften in Fachwerkarchitektur besteht. Liebevoll restauriert mit einem aufschlussreichen Audioguide besuchbar versetzt es einen in das späte 19. und beginnende 20. Jahrhundert.

Museum in Swolowo (1)

 

Museum in Swolowo (2)
Museum in Swolowo (4)
Museum in Swolowo (3)

Wir luden Joanna, die sehr gut englisch spricht ein, bei Face Europe teilzunehmen. Sie war sofort begeistert und versprach für Mittwoch einen ganztägigen Face Europe Tag zu organisieren. 

Guter Dinge und voll Zuversicht fuhren wir die 4 km weiter nach Starkowo, wo Maciek schon auf uns wartete. Er führte uns gleich in seinen privaten Garten, wo der Vater seines Freundes, Wieslaw, am Tisch saß und mit einem abscheulich stinkenden fermentierten Hering aus der Dose beschäftigt war. Wir sollten das kosten und sagen, was wir davon hielten. Wilfried meinte, nicht einmal das Huhn, das er in Portugal hinuntergewürgt hatte, war so abscheulich. Ich fand, mit Kartoffel, Zwiebel, Gurkerln und Obers war der Fisch genießbar. Aber als kulinarischen Hochgenuss würde ich ihn nicht einstufen. Maciek konnte sich dem Tisch nur nähern, indem er seine Nase im T-Shirt Ausschnitt versteckte.

Wieslaw besuchte uns dann noch in Big Fredi. Er moderierte das heutige Fest und warb super für Face Europe. Gleich zu Mittag meldete sich Marcin, ein Lehrer, der uns bereits in Słupsk vor dem Rathaus erspäht hatte. Er hatte allerdings vorher noch einen Fermentierungskurs abzuhalten, zu deren Teilnahme er mich auch noch einlud.

Fermentierung-Workshop auf der Heringsfarm in Starkowo – Ergebnis

Zwei weitere Personen, die zuerst großes Interesse zeigten, tauchten zum Termin dann gar nicht auf. So blieb es dann auch bei einem Porträt, das allerdings besonders lebendig wurde.

Face Europe no. 71 – Marcin erzählt aus seinem Leben
Face Europe nr. 71-Marcin-nach 100 min
Face Europe nr. 71 – Marcin

Nach 6 Grafitbildern nun wieder einmal ein Kohleporträt. 

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Eine Woche mit Höhen und Tiefen 

Blogeintrag 22. August 2019

Heute ist Donnerstag. Die zweite Woche in Słupsk ist fast schon geschlagen und war wieder äußerst spannend

Am Montag war Face Europe angesagt und Porträt Nr. 66 mit Jan entstand.

Face Europe Sitzung nr. 66 Jan – Polen
Face Europe Sitzung nr. 66 Jan / Polen – nach 60 min

Für Dienstag hatten sich fix 2 und vage einer angemeldet, aber keiner der Drei erschien. Das war zwar ein wenig frustrierend aber dafür bekamen wir für Mittwoch eine Zusage und Termine für Donnerstag und Freitag. Diese Termine wurden dann Gott sei Dank wieder eingehalten.

Face Europe nr. 67 Tomasz-nach 50 min
Face Europe nr. 67 Tomasz-nach 87 min
Face Europe nr. 68 – Pavel
Face Europe nr. 68 – Pavel nach 100 min
Face Europe nr. 68 – Pavel beim betrachten

Und somit schafften wir es bis zu Porträt Nr. 69. Das 70 ist dann für morgen geplant. Als Nr. 69 bekamen wir ein bezauberndes Mädchen, das mit ihren 9 Jahren die bisher jüngste Teilnehmerin neben Lily in England war.

Face Europe nR 69-Wiktoria- nach 93 min
Face Europe nr. 69 Wiktoria / Polen
Face Europe nr. 10 Lily / UK

Witzig, dass auch Wiktoria seit 3 Jahren in England lebt, so wie Wiktoria, die letzte Woche bei uns saß.

Face Europe nr. 61 – Wiktoria / Polen
Face Europe nr 61 Wiktoria nach 106 min

Sie ist 19 Jahre alt. Und somit hatten wir seit Beginn von Face Europe die erste Namensgleichheit. 

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Ausflug ins Heringsmuseum und nach Ustka

Blogeintrag 18. August 2019

Sonntag ist ein guter Tag für einen Ausflug

Małgorzata-Face Europe nr 64

Wir bekamen von Małgorzata, die auch in der Kulturabteilung des Rathauses arbeitet, und Teil von Face Europe wurde, den Kontakt zu einem von insgesamt weltweit nur zwei existierenden Heringsmuseen. Der Besitzer wurde uns als weltoffen und freundlich gepriesen.

Lisbeth mit Maciej dem Besitzer der Hering Farm

Also nichts wie hin und und uns selbst überzeugen. Wir sind ganz begeistert davon, wie freundlich, liebenswürdig und offen uns Polen empfängt. In den letzten Jahren ist es immer bunter und freundlicher geworden. Die Menschen sind zwar anfangs eher scheu, aber auf den zweiten Kontakt ganz offen und herzlich. Maciej, gesprochen Matschek, eine Form von Matthias hat kommenden Samstag ein „Schwedisches Fest“. 

Hering Farm und Museum

Im Innenhof seines Anwesens dürfen wir mit Big Fredi und Face Europe stehen. Da ergibt sich sicher das eine oder andere Porträt. 

Maciej selbst wird natürlich auch mitmachen. 

Den anschließenden Besuch in Ustka hätten wir uns sparen können.

Ustka and the Tourists

Von den so vielen gepriesenen Porträtmalern war nur einer vorhanden und selbst nicht vor Ort. Der Nachbar gab uns eine Visitkarte. Uns hätte es interessiert, wie die Geschäftsseite des Porträtierens in Polen aussieht. 

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Słupsk ist der Renner

Blogeintrag 16. August 2019

Eine wundervolle Urlaubswoche bei unseren Freunden in Kaliningrad sorgte für Entspannung und viel Spaß.

Die Woche verging wie im Flug und bei der Ausreise standen wir 5,5 Stunden an der Grenze zu Polen. Dienst nach Vorschrift. Gefühlte 100 mal Öffnen sämtlicher Türen und Klappen in unserem Big Fredi, Erstaunen oder einfach nur „Blechgesichter“ bei den Beamten, deren Tragen der überdimensionalen Kappen schon eine Sonderzulage beim Gehalt rechtfertigen würde. 

Endlich nach dem letzten Fenster zur Passkontrolle hieß es dann auch noch Fahren durch die Röntgenbeschau. Ich wollte wissen wonach sie suchen und wurde aufgeklärt, sie suchten nach Tieren und versteckten Menschen. Welch ein Schreck: wir haben doch unsere Bärenfamilie an Bord und sicher auch ein paar Moskitos russischen Ursprungs. Gott sei Dank konnten sich alle gut verstecken und wir setzten unsere Fahrt noch bis Frombork, zu deutsch Frauenburg fort. An einem ruhigen Parkplatz an der Straße übernachteten wir ein Mal. In der Früh frühstückten wir mit unserem englischen Nachbarn Nikolaus. Wilfried half ihm anschließend bei seiner Autoreparatur. Während ich mich mit einem süßen kleinen Babykätzchen vergnügte, es mit Milch zutraulich machte, werkelte Wilfried im Auto von Nikolaus. Zum Dank lud er uns ein in Portugal mit ihm essen zu gehen. Ja, so groß ist die Gemeinschaft des fahrenden Volkes!

Es wäre zwar möglich gewesen unser nächstes Ziel – Smoldzino – am selben Tag noch zu erreichen, aber wir zogen es vor, noch einmal an einem wunderschönen naturbelassenen See umgeben von viel Wald zu übernachten bevor wir unseren Freund Michael in Smoldzino am 26. Juli schließlich erreichten.

Welch wunderbarer Garten nahm uns hier auf! Weitere 2 Wochen ohne erfolgreiche Face-Europe Suche.

Obwohl Michael schon vorgearbeitet hatte, fand sich keiner, der porträtiert werden wollte. Also nützten wir die Zeit mit Strandbesuchen und einer tollen Faltbootfahrt auf der unberührten Lupawa.

Am Donnerstag, den 8. August wendete sich das Blatt dann gewaltig. Ein Ausflug nach Słupsk endete in einer Einladung der Stadt direkt vor dem Rathaus zu stehen und unser Projekt weiter zu führen. Sogar für die Nacht hatte Dariusz, der Kulturmanager, für uns einen Platz im Kulturzentrum reserviert. Das Kulturzentrum ist ein videokontrollierter Park mitten in der Stadt. Wasser und Stromanschluss ebenso inkludiert wie eine Toilette. Dariusz wusste sofort, worum es bei unserem Projekt geht und unterstützt uns großartig. Die Cafeteria und die Toilette im Rathaus sind für uns immer untertags zugänglich. Das erleichtert unser Leben hier ungemein und wir können uns hier den wesentlichen Dingen zuwenden: Face Europe bekommt heute das 9. polnische Gesicht. Davon sind dann 8 in Słupsk entstanden.

klicke auf das Bild um zum TV Beitrag zu gelangen

Dariusz stellte den Kontakt zum lokalen Fernsehen her: seit Mittwoch sind wir mit einem umfassenden Video dort vertreten. Ebenso das Stadtblatt und die Lokalzeitung haben uns erwähnt.

Am Mittwoch wollte ich ein Stück Stoff kaufen. Michael hatte uns einen uralten witzigen Klappsessel geschenkt, dessen Bezug zu erneuern war. Da ich meine Nähmaschine mit an Bord habe, ist es mir möglich auch größere Projekte zu nähen. Die Verkäuferin, Beata und ihre Tochter Kalina sind nun auch im Projekt dabei. Das Stück Stoff für den Sessel bekam ich obendrein geschenkt. Der Sessel ist nun frisch bezogen mit einem Stoff, der in 100 Jahren noch gut ist. Er wird uns immer an Słupsk erinnern. 

Von Montag bis Freitag entstanden somit 8 Porträts und die Anfragen gehen immer noch weiter.

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Polen im Sauseschritt

Blogeintrag 14. Juli 2019

Am Donnerstag, dem 11. Juli 2019 um 18 Uhr nach dreimonatigem Zwischenstopp in Österreich haben wir den Aufbruch nach Norden endlich geschafft. 

Was uns so lange aufgehalten hat? Die Umtypisierung von Big Fredi von einem Kleinlastkraftwagen bis 3,5 Tonnen auf ein Wohnmobil mit einem gesamten zulässigen Gesamtgewicht von 5 Tonnen. Dazu hat unser alter Herr nagelneue starke Federn eingebaut bekommen. Außerdem musste Wilfried den LKW Führerschein samt lästiger Prüfungen überstehen. Die Kosten für diesen Spaß waren enorm. Dafür sind wir jetzt wahrscheinlich mit einem von wenigen legalen Fahrzeugen im Wohnmobilbereich unterwegs, das nicht überladen ist. Der Fahrspaß mit den neuen Federn ist enorm gestiegen. Die Schaukelei hat ein Ende. Big Fredi fährt wie auf Schienen. Auch während des Aufenthaltes beim Stehen schaukelt es nicht mehr so wie vor dem Umbau. 

So tuckerten wir seit Donnerstag in kleinen Tranchen bis in den Norden von Polen. Am Dienstag werden wir von unseren Freunden in Kaliningrad erwartet, wo wir eine Woche Urlaub einlegen werden. Nach den kräftezehrenden 3 Monaten in Österreich wird uns der Urlaub guttun. 

Wir stehen mitten in einem Waldstück bei Pruski, etwa 180 km von der Grenze zu Kaliningrad. Es ist absolut ruhig hier. Untertags haben viele Ausflügler im Auto oder auf Fahrrädern den Kiesweg neben unserem Platz passiert. Jetzt ist es wieder ganz still. Man hört und sieht nichts. Die Heidelbeeren, die von den Pflückern zurückgelassen wurden auf den Büschen sind sehr klein und trocken. Geschmacklich kein Höhepunkt. Es lohnt sich nicht wirklich, sich stundenlang für ein paar Beeren zu bücken. Vielleicht gibt es ja an unserem nächsten Stellplatz an einem See eine bessere Ausbeute.  

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Deutschen Boden erreicht

Blogeintrag 6.4.2019

Und es wurde eine ruhige Nacht in Fromental.

In der Früh trug ich uns noch als erste österreichische Gäste dieses Stellplatzes in das Gästebuch ein und übergab der netten Dame von dem Universalgeschäft ein Face Europe Kärtchen. Eines für sie persönlich und eines für das Gästebuch zum Einkleben. 

Wir kamen gut vorwärts über Gueret, Montlucon, Moulins, verfuhren uns nach Moulins und erkundeten unbeabsichtigt die Landschaft abseits der Autobahn. 

Wir erreichten Autun, einen Stellplatz an einem See, der etwas geneigt war und nicht optimal erschien. Wir waren gerade im Begriff, das Auto abzuschließen und die Gegend zu Fuß zu erkunden, als wir beobachteten, wie drei Männer ein Auto am Parkplatz bergauf schoben. Wilfried rannte sofort hin und half mit einer weiteren Männerstärke mit. Zum Anstarten sollte die Dame am Volant die Anweisungen der Männer befolgen, um starten zu können. Als dieser Versuch missglückte und die anderen Helfer nur mit Fahrrad unterwegs waren, bot es sich an Big Fredi‘s Batterie zum Starten zu verwenden. Gleich schnurrte der Batterieschwächling und die Dame bedankte sich bei allen überschwänglich. 

Nach dieser „guten Tat“ machten wir uns auf einen Spaziergang um den See auf. Ein kühles Lüftchen wehte uns bereits um die Ohren. Die Nächte sind hier spürbar kühl. Wir umrundeten den See und erspähten einen weitaus besseren, weil ebenen und ruhigen Platz neben dem Friedhof mit Blick auf den See. Wir änderten unseren Standplatz und schliefen ruhig neben den Toten. 

Heute morgen umrundeten wir den Friedhof, denn dahinter lag ein interessantes altes Gebäude mit einem hübsch verzierten Dach und gleich daneben konnte man ein hoch modernes Glasdach erkennen. Wir hätten diese Gebäude gerne näher betrachtet. Leider gehören sie zu dem Ensemble der Militärstation und sind somit für uns als Besucher ausgeschlossen. 

Stattdessen durften wir uns das römische Amphitheater gratis anschauen. 

Danach machten wir uns wieder auf den Weg. 

Heute ist Samstag und es fällt uns auf, dass es keinen Schwerverkehr gibt. 

Wir kommen zügig voran, es gibt wenig Verkehr. Manchmal scheint es, als wären wir allein auf der Straße. 

Über Dijon (kommt von dort der Senf?), Gray, wo wir aus Angst am Wochenende zu verhungern noch einmal bei Lidl einfallen, fahren wir über gute Bundesstraßen oder Schnellstraßen über Vesoul, Lure bis Belfort. 

In Belfort ist unser Navi komplett verloren. Eine Baustelle und neue Autobahnen machen alle Versuche weiter zu kommen zunichte. Wir kreisen. Beim 3. Versuch geben wir auf und geben ins Navi ein: „Autobahnen vermeiden“. Somit sind auch Schnellstraßen gestrichen. Wir gondeln also über Dorfstraßen in die winzigsten Dörfer zwischen Froidelfontane, Dannemarie, Aspach le Bas, hatten aber einen tollen Ausblick auf die noch mit Schnee bedeckten Gipfel. 

Unseren Stellplatz, den ich mir schon gestern Abend herausgesucht hatte, erreichten wir trotz Gondeln über Landesstraßen noch vor Einbruch der Dunkelheit. Er liegt bereits in Deutschland, in Müllheim. Die ersten deutschen Wörter so wie man die Grenze überschreitet. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich alles ändert, wenn man ein anderes Land betritt.

Jetzt bleiben uns noch ca. 820 km Fahrt bis nach Hause. In 3 Tagen sind wir daheim, wenn alles klappt. 

Der heutige Stellplatz ist der private Parkplatz des Markgräfler Kräuterhofes, eines riesigen Geschäftes für Waren mit Kräutern aller Art. Leider hat er heute, Samstag und morgen geschlossen. Also keine Möglichkeit, Mitbringseln einzukaufen. 

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April, April, der macht was er will

Blogeintrag 4.4.2019

Bei strömendem Regen schliefen wir ausgezeichnet.

Die ersten Stunden unserer Fahrt verliefen im Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein. Als die Sonne zwischen den Wolken zuversichtlicher herauslugte, machte sich Wilfried an die Montage des neuen Reifens. Wir fuhren die letzten 300 km nämlich noch immer mit dem Reserverad. Die Dimension des Reserverades ist um eine Spur größer, obwohl auf dem Rad selbst exakt die gleiche Größe angegeben ist. 

Was auch immer, Big Fredi schnurrt wieder mit neuem Rad und es hört sich auch viel besser an. Diesel braucht er seither auch weniger – zumindest fühlt es sich so an. Wir hatten in Spanien voll getankt und sind 550 km bisher in Frankreich gefahren. 150 km sollten wir mit dieser Füllung noch fahren können. 

Die französischen Straßen sind bis jetzt recht gut gewesen. Autobahnen ohne Maut umgehen wir, indem wir vor der Mautstelle abfahren und danach wieder auffahren. Unser Navi fordert uns dazu auf und das tun wir natürlich auch. Schließlich haben wir „Maut vermeiden“ eingegeben. 

Ein schöner Regenbogen und eine saftige farbige Landschaft zeigen uns, dass es immer wieder regnet. Allerdings nur kurz und meistens scheint dann auch wieder die Sonne durch den bewölkten Himmel. 

Alle paar Kilometer gibt es sogenannte „Aires“. Das sind Raststätten, die auch extra für Wohnmobile errichtete Stellplätze mit Ver- und Entsorgung

anbieten. Gut ausgeschildert an den Autobahnen so wie auch in sehr vielen Städten aber auch kleinen Dörfern. 

So wie jetzt in Fromental, einem winzigen Ort, der sich um die Kirche und das Schloss ausbreitet. 

Unser Navi führte uns auf Hinterwegen durch einspurige Feldstraßen vorbei an einsamen Bauernhöfen quasi von hinten an den Dorfplatz heran. 

Wir wähnten uns als einzige Womiparker zu sein, als bereits 5 Fahrzeuge vor uns dort standen. Für 4 gibt es dort Strom zum tanken. 

Die Bibliothek, ein kleiner Dorfladen, die Post – alles von einer einzigen sehr freundlichen Dame bedient sind gleich nebenan. 

Für die Nutzung des WLANs musste ich eine Unterschrift leisten und meinen Führerschein vorzeigen.

Es wird eine ruhige Nacht werden. 

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Fredi hat schon wieder einen Patschen

Blogeintrag 2. 4. 2019

Heute haben wir es schon eine Stunde früher aus dem Bett geschafft.

Es war 8 Uhr als wir bei Sonnenschein zu frühstücken begannen. 

Da ich am Abend noch eine Tankstelle in der Nähe erspäht hatte, die Diesel um 1.164 € pro Liter anbot, starteten wir gleich einmal mit der Befüllung von Big Fredis Tank. 

Auch das Öl wurde kontrolliert und nachgefüllt. So ein alter Kerl braucht schon hin und wieder ein bisschen Schmiere. 

Als Wilfried auch die Reifen kontrollieren wollte, stellte sich heraus, dass der Kompressor nur bis 4 bar belastbar war. Big Fredi braucht aber 4,5 bar und so verloren wir noch eher Luft als dass wir etwas in den Reifen brachten. 

Bei der nächsten Tankstelle wollten wir gleich dieses Problem lösen. Allerdings war da der Reifen schon kaputt. Deutliches Zischen zeigte uns an, dass da nichts mehr zu machen war, als den Reservereifen zu montieren. 

Zum Glück waren 2 nette rumänische LKW Fahrer mit Muskelkraft, gutem Willen und einer starken Eisenstange zum Verlängern des Hebelarmes gleich zur Stelle. 

Der Reifenwechsel dauerte insgesamt fast eine Stunde und kostete uns in der nächsten Stadt (in Miranda) 92 € für einen neuen Reifen. 

Morgen will Wilfried den neuen Reifen montieren, da sich die Reifenfirma wieder einmal geweigert hatte, ihn zu montieren. 

Wir sind in Vitoria Gasteiz auf einem öffentlichen Parkplatz ohne Wohnmobilkollegen. Ich schaute noch bei Leroy Merlin hinein, ob sie eine Eisenstange haben, die uns beim Reifenwechsel helfen könnte, aber dort gibt es nichts Brauchbares. 

Gerade hat es ein wenig zu regnen begonnen und es hat auch abgekühlt. 

Überhaupt haben wir heute Mittag eine Wetterscheide überschritten und befinden uns im bergigeren Norden Spaniens. Da gibt es rundherum Gipfel mit 1.300 Höhenmetern, auf denen noch ein wenig Schnee zu sehen war. Zum Glück dürfen wir auf der Ruta de la Plata fahren, übersetzt Silberstraße, eine alte römische Handelsstraße. Plata klingt auch ein wenig wie Teller oder flach. Wir müssen nicht viele Steigungen bewältigen, schlängeln uns durch die weiten Täler Kilometer für Kilometer auf recht guten Straßen, die zum Teil autobahnmäßig ausgebaut sind unserem Ziel näher. Nur mehr 2.000 km zu fahren. Als wir unsere Heimreise begannen, waren es insgesamt 3.000 km. Tüchtig unser Big Fredi und Wilfried, Kings of the Road!

Danke dass wir so gut vorwärts kommen!

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