Zu Hause angelangt

Blogeintrag 5. April 2020

Nach elf Reisetagen sind wir gestern etwa um 15 Uhr in Nußdorf daheim gelandet.

War das eine liebe Überraschung an der Tür, von unserer Nachbarin Rosi angebracht: „Willkommen daheim“!

In der Küche fanden wir dann noch eine zweite und größere Überraschung: eine köstliche Sachertorte und ein Strauß Himmelschlüssel. Wie gerne hätte ich auf unserer Fahrt ein paar gepflückt, aber eine volle Vase im wackeligen Big Fredi passen einfach nicht zum Reisen. Nun freue ich mich um so mehr, dass ich die Himmelschlüssel in der Vase genießen kann. 

Und die Torte war einfach himmlisch. Danke Michaela, danke auch für das Entleeren des Briefkastens uns Aufpassens auf unser Haus. Auch der Wein war schon geschnitten und kann nun voll in Saft gehen. 

Ich hoffe, Michaela kann auch die frischen Trauben genießen!

Es war angenehm warm am Nachmittag und das solange die Sonne schien. Das Haus war von Michaela schon seit Tagen gelüftet und mit warmer Frühlingsluft erfüllt worden. 

Ohne Heizung wäre es aber im Haus und auch im Atelier noch zu ungemütlich und so verlängerten wir unser Reisefeeling freiwillig noch in Big Fredi.  

Jetzt heißt es zwei Wochen in Quarantäne leben. Unsere Todo Liste geht allerdings weit über zwei Wochen hinaus. Wir haben uns gestern schon einen Strategieplan zur Umsetzung zurechtgelegt. 

Das sonnige und immer wärmer werdende Wetter wird uns dabei gut unterstützen und die vielen Hilfsangebote unserer Freunde sind ein liebevoller Polster. 

Danke, dass ihr uns auf unserer Reise bisher so geduldig begleitet habt. Wir machen jetzt eine Blogpause während unserer Arbeitsphase und melden uns wieder zurück sobald wir neue Reispläne haben und würden uns freuen, wenn ihr uns wieder begleitet!

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Österreich hat uns wieder

Blogeintrag 3. April 2020

Am Morgen bei der Abfahrt von Waldkirch staunten wir nur so über das rege Treiben auf den Straßen und Gehsteigen.

Viele Firmen scheinen normal oder wenig eingeschränkt zu arbeiten, Autowerkstätten sind geöffnet. Was täte der Deutsche ohne sein Auto! Sogar Bauarbeiten gehen scheinbar uneingeschränkt weiter. Das haben wir sonst nirgends während der Coronakrise gesehen.

In Freiburg, einer sehr schönen Stadt ging es auch sehr lebhaft zu. Viele Radfahrer und Fußgänger waren auf den Straßen und Gehsteigen. 

Wir kletterten bald einmal über Serpentinen durch den Schwarzwald hinauf, wo wir auch tankten. Die Verkäuferin erzählte uns Anektoten aus ihrem Alltag mit 3 Kindern, die jetzt zu Hause mit e-learning beschäftigt sind und ließ ihren Frust darüber ab, wie die Lehrer sich an den Eltern abputzen. 

Oben am Berg lag teilweise noch Schnee.

Vorbei am Titisee ging es durch wunderschöne, teils noch im Winterschlaf befindliche Landschaft.

Dort, wo die Donau ihren Ursprung hat und die ersten Kilometer dahinfließt, ist die Welt noch in Ordnung.

Als wir nach einigen Stunden Fahrt für das verspätete Mittagessen einen Platz suchten, befanden wir, dass es eigentlich genug des Reisens war und beschlossen, gleich dort zu stehen für die Nacht. Es war in Ehingen an der Donau, das erste Mal auf unserer Reise lag unser Schlafplatz nicht an einem See. Das hätte uns zu denken geben müssen. Es war ziemlich schlimm. Bis um 1 Uhr Früh kamen und fuhren private PKWs in kurzen Zeitabständen auf den Parkplatz, der eigentlich Wohnmobilen zum Schlafen dient, und machten dort Kravall: Laute Musik aus den Radios, laufende Motoren, lange und laute Unterhaltungen von Leuten, die sich offenbar dort trafen und Geschäften jedweder Art nachgingen. Dieser Platz wird von uns sicher nicht mehr besucht. 

Dementsprechend müde waren wir auch am Morgen und kamen spät auf die Straße. 

Es war ein langer Tag mit vielen Kilometern auf Landstraßen. Über Ulm, Ingolstadt, Landshut ging es zum Mittagessen auf unseren Platz in Neuburg an der Donau. Dort standen wir auch schon im Herbst 2018 bei unserer Rückkehr aus Großbritannien, als ein tolles Kunstfest stattfand. 

Heute war es leer bis auf ein paar Fußgänger und Radfahrer. Es diente auch nur zum Mittagessen. Die Butterkartoffeln sind ein schnelles und doch warmes Mittagessen, liegen nicht schwer im Magen und munden uns beiden. 

Voller Ungeduld näherten wir uns der österreichischen Grenze und auch hier waren wir eher enttäuscht von der Realität. Wir wurden von unseren Freunden und Familienmitgliedern schon gewarnt wegen des Grenzübertritts: es wird immer schlimmer! 

Es wurde aber ein kurzer freundlicher Aufenthalt an der Grenze. Wir zeigten unsere Pässe und der sehr junge Beamte fragte uns, ob wir vom Urlaub zurück kommen und ob wir wüssten, dass er uns jetzt in Quarantäne schicken müsste, vermerkte unsere Adresse auf seiner Liste, füllte ein Formular aus, ließ es uns unterschreiben und wir fuhren ein paar Kilometer weiter nach Andorf. Hoffentlich wird es hier eine ruhige Nacht vor unserer letzten Etappe nach Hause. 

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Deutschland erreicht

Blogeintrag 1. April 2020

Heute waren wir schon zeitig munter und reisebereit. 

Die Fahrt bei blauem Himmel und auf wenig frequentierten Straßen verlief reibungslos.

Ein amerikanischer Schulbus, der offenbar zum Restaurant umgebaut werden soll, erregte unsere Neugierde. Die Arbeiten sind derzeit – so wie alle Aktivitäten in Tourismusbetrieben – eingestellt. Das Fotografieren ist allerdings nicht verboten und so hielten wir Big Fredi an, um uns ein Bild von dem großen Straßenkreuzer zu machen. Sieht schon lässig aus, so ein Bus.

Rechtzeitig zur Stoßzeit erreichten wir schließlich die deutsche Grenze. 

Der letzte Kilometer zog sich im Schritttempo dahin. Der Polizist kontrollierte unsere Pässe und wollte das Ziel unserer Reise wissen. Dann waren wir schon wieder fertig mit der Kontrolle. 

Da wir jetzt ganz legal mit unserem registrierten 5 Tonner unterwegs sind, erlauben wir es uns jetzt auch auf der Autobahn zu fahren. Es ist unvergleichlich mehr auf Deutschlands Straßen los als in allen anderen Ländern, durch die wir bisher gefahren sind. Man merkt eigentlich nicht viel Unterschied zu normalem Verkehr.

Auch auf den Gehsteigen, auf Spazierwegen und in den Parks gehen die Leute rudelweise spazieren und man wundert sich über die vielen Großfamilien. 

Gut, dass wir uns in Big Fredi sicher verschanzen können. Bei einem kurzen Spaziergang um den kleinen Stadtrainsee in Waldkirch zog ich mein Halstuch über Mund und Nase. Alle Menschen, denen wir begegneten, waren ohne Mundschutz unterwegs.

Eine Wasserschildkröte sonnte sich gerade regungslos an den herrlichen Sonnenstrahlen. 

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Unser 7. Reisetag nach Hause

Blogeintrag 31.3.2020

Wir sind tatsächlich auf dem selben Platz in Autun gelandet, auf dem wir vor ziemlich genau einem Jahr auch gestanden sind.

Heute haben wir wieder den ganzen Tag die Sonne gesehen, aber ein eiskalter Wind hat die ganze Fahrt heftig an Big Fredi gerüttelt.

Um jedwede Möglichkeit eines leeren Tanks auszuschließen haben wir eine kleine und sündteure Tankstelle gesponsert. 1,44 € für ein Liter Diesel, bei der nächsten Tankstelle hätte er nur mehr 1,33 gekostet. Immer noch um einiges teurer als derzeit in Österreich. 

Ich bezahlte in voller Montur: als Mundschutz fungierte mein x-fach zusammengelegter Schal und ein paar Einweghandschuhe gibt es immer bei uns fürs Tanken. 

Irgendwie ein komisches Gefühl, aber wir werden uns daran gewöhnen müssen. 

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Zurück auf der Straße Tag 6 unserer Reise 

Blogeintrag 30.3.2020

Nach einem Tag der Rast im Wald sind wir nun wieder ein Stück der Heimat näher gekommen.

Eigentlich war geplant, einen schönen Spaziergang um den See zu machen aber das Wetter war gar nicht einladend: regnerisch und bewölkt. Wie schön präsentierte sich doch der See, als wir am Abend davor am Ufer entlang fuhren. Am nächsten Tag war alles anders. Also blieben wir faul im Auto, mit Dingen beschäftigt, die ohnehin zu tun waren. 

Heute hieß es aber dann doch weiterziehen. 380 km bis zu einem nächsten kleinen See. Bei Regen oder Schneeregen verlief die Fahrt ziemlich öde. Der beginnende Frühling wurde nicht von der Sonne begleitet. Gut, dass kein Schnee auf der Straße ist. Dafür wären unsere Reifen nämlich nicht geeignet. 

Auf den Überkopftafeln der Autobahnen sind immer wieder Hinweise zum Coronavirus Covid 19 zu lesen.

Covid 19 – Limit-Kontakt

Jetzt haben wir bei eiskaltem Wind einen Platz mit Blick auf den See Étang de Gouillet bei Saint-Sylvestre gefunden und den See schauen wir uns nur von herinnen an.

am Morgen schien wieder die Sonne
der schöne, ruhige Platz für die Nacht

Nur ungefähr 20 km entfernt von dem kleinen Ort Fromental, an dem wir letztes Jahr übernachtet hatten. Unsere Tagesetappen ähneln sich ziemlich gut mit denen vom letzten Jahr und auch mit ein paar Tagen Unterschied sind wir wieder auf der selben Strecke unterwegs. 

In Autun gibt es für morgen wieder einen See für einen Stellplatz. Mal sehen, ob wir den wieder erreichen. 

In fünf Reisetagen haben wir bereits 1.650 km zurückgelegt. 1.400 km liegen noch vor uns. 

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Reisetag 4 von Portugal nach Hause – Frankreich 

Blogeintrag 28.3.2020

Heute Morgen tauchte die Polizei an unserem einsamen Stellplatz auf und begrüßte uns freundlich.

Wilfried gab zu verstehen, dass wir hier auf der Durchfahrt nach Frankreich stehen und heute noch weiterfahren. 

Wir nahmen uns noch die Freiheit, einen gemeinsamen Spaziergang am Ufer des Sees zu machen und den unterschiedlichsten Vogellauten zu lauschen. Kein Mensch in Sicht.

Diese Reise steht offenbar unter dem Motto: Seen. 

Am Ende des 4. Reisetages haben wir wieder einen Platz in der Nähe eines Sees zum Übernachten gefunden. Der Stellplatz im Wald war uns auch schon vor genau einem Jahr positiv aufgefallen. Damals fanden wir bei einem Spaziergang aber den See nicht, denn wir marschierten in die falsche Richtung. Heute kamen wir auf einem anderen Weg hierher und passierten dabei das Seeufer. Somit ist für morgen der Spaziergang schon fix. 

Die Fahrt hierher war nach der frostigen Nacht und unserem morgendlichen Spaziergang um den spanischen Stausee Embalse de Ullibarri bei strahlendem Sonnenschein um so viel angenehmer als wir die beiden letzten Male erlebt hatten. Vor einem Jahr bei unserer Rückreise und auch im Herbst beim Einreisen nach Spanien hatten wir das Gebiet nur bei Regen, viel Verkehr und im Stress erlebt. Jetzt, ohne Verkehr und bei Sonnenschein war es sogar erträglich. 

In Spanien ergatterten wir noch eine Gasflasche. An der Grenze zu Frankreich winkten uns die Polizisten freundlich durch. 

Morgen wollen wir den sonnigen Tag hier noch genießen und erst am Montag weiter Richtung Heimat ziehen. 

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Der 3. Reisetag zurück nach Hause von Portugal

Blogeintrag 27.3.2020

Heute war ein entspannter, um nicht zu sagen langweiliger Reisetag.

Fast die gesamte Strecke führte uns über Autobahn oder doppelspurige Bundesstraßen bis zu unserem Stellplatz an den 3. Stausee in Folge. Die spanischen Straßen sind wie leergefegt. Wenige Brummis ziehen an uns vorbei. Ja, ja, die haben alle mehr Power als unser Big Fredi. Der brummt auch auf der Autobahn nur 80 km/h dahin. 

Nach Salamanca, Tordesillas, Valladolid umrundeten wir auch noch Salamanca und Burgos. 

Um nicht zu schnell in der heimatlichen Kälte anzukommen, suchten wir einen empfohlenen Stadtplatz in Briviesca auf. Aber schon am Stadteingang kontrollierte die Polizei. Zwar konnten wir uns noch an ihnen vorbeidrücken, aber am Stellplatz angekommen verstellten uns Barrieren die Einfahrt. Corona ist allgegenwärtig. 

So zogen wir zurück auf die Autobahn und weil Wilfried noch gut bei Kräften war umschifften wir auch noch Vitoria Gasteiz und ein paar Kilometer weiter lachte uns der dritte Stausee für eine Übernachtung an: Embalse de Ullibarri. Was für ein Glück! Ein paar Kilometer weg von der Autobahn ein Naturparadies ganz für uns allein. Bestens ausgestattet für Wohnmobilisten gibt es einen Parkplatz für untertags und einen eigenen nur für die Nacht. Außerdem findet man unzählige Parkplätze am Weg um den See. Eine saubere Ufergestaltung und riesige Rasenflächen an geschottertem Ufergelände lassen auf viele Badegäste im Sommer schließen. Ein Badehaus, das sogar mit Marmor ausgekleidete Abwäschen aufweist, sieht sehr sauber aus, ist aber mit einer Notiz versehen, dass bis 12.März geschlossen ist. Offenbar hat da gleich die Coronaviruskrise angeschlossen, denn es ist noch immer alles abgesperrt.

Ich inspizierte das weitläufige Gelände und weil ich es sehr attraktiv für einen erholsamen Aufenthalt von ein paar Stunden für morgen erachte, werden wir den Vormittag hier noch ein wenig genießen bevor wir an die französische Grenze weiterreisen werden. 

Es kann uns ja keiner das Tempo unserer Reise vorschreiben. Und da es Montag und Dienstag sehr kalt und vielleicht sogar frostig werden soll, bleiben wir lieber so lange wie möglich im warmen Süden und hoffen, dass es hier erträglicher bleibt. 

Die Heizung in den Abendstunden ist jetzt schon wieder angenehm. Während der Nacht ist es noch nicht notwendig, durchzuheizen. Allerdings hatten wir heute  Morgen nur mehr 7 Grad herinnen. Draußen hatte es 1 Grad. 

Mit Heizung geht die Temperatur im Minutentakt auf 20 Grad und wenn das Frühstück fertig ist, dann ist es auch schön wohlig warm. 

Das Halstuch, das Stirnband und eine Jacke mehr sind jetzt auch während der Autofahrt schon angebracht. Etwas, was wir seit Monaten nicht mehr gebraucht haben, wird wieder schrittweise ausgepackt. Und tagsüber bei einer Autofahrt Heizung war sowieso undenkbar seit  vorigem November, als wir nach Portugal einreisten. 

Der Kuckuck und ein paar Singvögel sind die einzigen Geräusche, die wir hier wahrnehmen. Dass hier außer uns kein einziges Wohnmobil neben uns steht, haben wir auch nur der Coronakrise zu verdanken. Fast alle sind schon vor uns heim gefahren und somit gehört die schöne Landschaft jetzt uns allein. 

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Eine spannende Heimfahrt beginnt

Blogeintrag 26.3.2020

Ulrich hatte noch die letzten Tage neben uns gestanden und ich konnte ein paar schöne Spaziergänge mit ihm unternehmen.

Am Tag unserer Abreise tankten wir nacheinander Frischwasser in Vila do Bispo auf und nach dem Lidl Einkauf hieß es dann Abschied nehmen. So ganz ohne Umarmung war das schon ein bisschen komisch. Auch Simon lief uns noch über den Weg.

Wir nahmen noch einen 8 km langen Weg nach Sagres auf uns, um den Toiletteninhalt zu entsorgen, den Luftdruck in den Reifen zu prüfen, Diesel zu tanken und eine Gasflasche zu tauschen. Dann snackten wir am Picknickplatz bei Vila do Bispo unsere Blätterteigtaschen von Lidl. 

Weiter ging es nach Carrapateira, wo wir auch noch Klaus und unseren lieben Sizilianischen Freunden Lebewohl sagen wollten. Es stiegen zuerst Wilfried und dann mir die Tränen in die Augen, als es hieß von diesem Traum Abschied zu nehmen. Es waren so wunderschöne Monate und besonders in diesem Dreieck: Carrapateira, Sagres, Lagos haben wir so viele Freunde gefunden und eine so intensive Zeit miteinander verbracht. Danke allen unseren Freunden, die unseren Aufenthalt hier so speziell gemacht haben. 

Die ersten Kilometer unserer Fahrt konnten wir mühelos ohne Navigation finden. 

Der Brunnen mit dem köstlichen Wasser der Santa Suzanna Quelle spendete uns noch genug Wasser für die Heimfahrt. 

Da war es schon fast 16 Uhr. 

In Odemira schalteten wir das Navi ein und es geleitete uns auf menschenleeren und angenehmen Straßen Richtung Beja. Mit nur einem kleinen Abstecher erreichten wir den Barragem do Roxo, wo wir eine sehr ruhige Nacht verbrachten.

Heute früh ging es über Portel, Reguengos, Vila Vicosa und Elvas an die spanische Grenze. 

Die Formalitäten an der Grenze waren unspektakulär, wenn man von der Anzahl der Polizisten und deren Aussehen einmal absieht: Mundschutz, Gummihandschuhe und ein Maschinengewehr. Wir waren die einzigen an der Grenze. Ein halbwegs gut, zumindest bemüht englisch sprechender Polizist, dem dauernd der Mundschutz verrutschte, fragte nach unserer Nationalität und ob wir nach Hause fahren wollen. Er händigte uns ein Zettelchen aus, auf dem Datum und Uhrzeit unserer Einreise nach Spanien vermerkt sind. Die Kennzeichennummer hat er bei sich eingetragen, auf unserem Zettel steht sie nicht. 

Von Badajoz an ging es dann ganz schnell nach Caceres und von dort auf die Autobahn. 

Erst da sahen wir den ersten dicken LKW.

Die Landschaft wechselte von lieblich und abwechslungsreich mit dem ersten Grün der Weinstöcke und bereits abgeernteten Getreidefeldern, Weiden, Wäldern und Feldern bis zu Steinwüsten und riesigen Steinbergen. 

Auf der Autobahn ist man zwar um einiges schneller, aber die Eintönigkeit lässt einen auch schnell ermüden. Bei mir würde das ja weniger ausmachen, aber Wilfried muss seine Augen schon offen halten können. 

Knapp vor Salamanca, so etwa 30 Autobahnkilometer davor entdeckte ich einen Stausee, der für eine Übernachtung ideal ist. Nur 7 km Abstecher und ein wahres Naturparadies auf der einen Seite von schneebedeckten Bergen gesäumt, auf der anderen Seite Hügeln mit dahingestreuten Dörfern liegt inmitten der Embalse de Santa Teresa. Auf einer der Landzungen steht jetzt unser Big Fredi, die Reifen schon ganz nah am Wasser und bietet uns die fahrende Quarantäne.

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Corona, Corona, Corona. 

Blogeintrag 25.3.2020

Wir haben die Heimreise anzutreten. 

Nachdem uns tags zuvor die Polizei versichert hatte, dass wir hier stehen können, revidierte sie ihre Meinung und behauptete das Gegenteil. Wir müssen bis spätestens 28.3.2020 – also in 3 Tagen das Land verlassen haben. 

Wir könnten auch auf einem Privatgrundstück, zum Beispiel bei Freunden mit unserem Auto stehen, dürften aber keinen Kontakt pflegen.

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Es geht um die zu wenigen Krankenhausbetten, wenn das Virus zuschlägt. 

Wir hatten seit 2 Wochen keinen direkten Kontakt mit Menschen und sind uns sicher, dass wir entweder ohne Kontakt mit dem Virus  geblieben sind oder aber eine nicht in Erscheinung getretene Übertragung hatten. Wir fühlen uns pudelwohl, sind gesund und munter. 

Also bereiten wir uns heute auf die Abreise vor: Einkaufen, tanken, ver- und Entsorgen.

letzter Blick auf den Atlantik

Dann steht eine cirka 7 tägige Heimreise vor uns. 

Österreich – wir kommen!

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Coronavirus hat uns voll in seinem Bann

Blogeintrag 20.3.2020

Jetzt hat sich alles geändert und Corona ist unser steter Begleiter. Nein, nein, keine Sorge. Wir sind gesund. Nur das Corona Gespenst begleitet uns seit Anfang der Woche. 

Vollkommen ohne Corona-Probleme hatten wir am Freitag Carolina noch porträtiert. 

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Klaus hatte sie zwar verspätet gebracht, aber immerhin kam sie, als wir gerade zusammenpacken wollten. Wäre das eine Enttäuschung gewesen. Sie ist mit ihren 26 Jahren bereits eine erfahrene und begeisterte Architektin, die sich sehr mit der Architektur im Zusammenspiel mit der Natur auseinandersetzt. 

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Face Europe nr. 125-Carolina
Face Europe nr. 125-Carolina signiert

Es war schon finster, als wir nach Aljezur aufbrachen. Den Weg dorthin hatten wir bei Tageslicht schon mehrmals zurückgelegt und die Fahrt bis zum Parkplatz des Fußballplatzes konnten wir schön langsam dahingleiten. Es waren auch kaum Autos auf der Straße. 

Das letzte Mal hatten wir mit Paul dort Silvester gefeiert. Seither war Face Europe so richtig zum Laufen gekommen: 21 Porträts in 2 Monaten. 7 Portugiesen und 14 andere Europäer aus Italien (2) Deutschland (3), Holland (3), Schottland (1),  Irland (1), England (2), Österreich (1)und sogar aus der Schweiz (1). 

Am Samstag Früh machten wir uns auf den Weg auf den von allen gepriesenen Gemüsemarkt. Wir erklommen den Weg zur Markthalle zu Fuß nachdem wir uns mit Big Fredi bis an den Parkplatz am Fluss weiter gewagt hatten. Wir hatten keine Vorstellung wo genau die Markthalle war.

Hauptplatz in Aljezur

Wir fragten uns durch und konnten auch gleich am Eingang das weiße Lieferauto mit den Orangen erspähen. Ulrich hatte uns gebeten, eine Steige frische Orangen für ihn zu besorgen. Wir erstanden sie gleich zu Beginn und Wilfried bewachte unsere Errungenschaft während ich mich in die Markthalle begab um mich von dem super frischen Obst und Gemüse inspirieren zu lassen. Mit Karfiol, Brokkoli,  Radieschen, Mandarinen, Orangen, Porree und Erdbeeren bepackt konnten wir wenigstens bergab den Heimweg zum Auto antreten. 

Als ich für Brot und Butter noch einen Sprung zu Intermarche machte, fiel mir gleich eine Frau mit einem bunten Mundschutz auf, der aussah, als sei er selbst genäht. Alle KassierInnen hatten Gummihandschuhe an. Eine Mitteilung an jeder Kasse bat aus Schutz für die Angestellten nicht näher als 1m Abstand zu kommen. 

Wir erreichten Barrão de São João und Ulrich konnte als unser letzter Teilnehmer vor der Coronasperre auf der Freiluftbühne vor dem Kulturzentrum porträtiert werden.

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Tags darauf hielt mich die erste Unpässlichkeit dieses Jahres für einen Tag im Bett. Mein Bauch rebellierte.  Gott sei Dank nur für einen Tag. Ob die Ursache in zu viel Erdbeer- und Radieschengenuss am Abend zuvor oder einem Virus gelegen hat wird sich nicht eruieren lassen. Jedenfalls hat ein Tag ohne zu essen wirklich nicht geschadet. 

Wir blieben noch bis Donnerstag in Barrao de São João meist lesend und ein wenig die Gegend inspizierend.

Die Natur kümmerts sich nicht um Corona

Dabei traf ich bei der Wanderung auf Sofia, eine Portugiesisch Lehrerin. Wir unterhielten uns bei einer 10 Meter Distanz, sie erklärte mir, dass sie derzeit auf der Suche nach einer Technik sei ihren Sprachkurs online anbieten zu können, da sie sich mit ihren Kursteilnehmern ab sofort nicht mehr im Kulturzentrum treffen darf. 

Sie erzählte mir von ihrem Projekt, das sie vor einigen Jahren durchgeführt hatte. Sie interviewte Menschen in der Algarve und wollte herausfinden, wie es ihnen ging, warum sie hier waren und was sie zum Hierbleiben veranlasste. 

Sie bestätigte unser Gefühl, dass dieses Dreieck zwischen Lagos, Sagres und Aljezur ein ganz besonderer Anziehungspunkt – nicht nur für uns – sondern für ganz viele Menschen ist und geradezu magnetisch wirkt, wenn man einmal da ist. 

Schade, dass ich bei ihr keinen Sprachkurs machen kann. Obwohl, das wäre schön irgendwie möglich….Wir können ja telefonieren. Wir haben unsere Telefonnummern ausgetauscht und ich werde sie auf jeden Fall kontaktieren. Auch an einem Porträt ihrerseits wäre sie interessiert. Das muss allerdings auf einen Termin nach der Coronakrise vertagt werden. 

Den Termin mit Soehl, dem Filmemacher aus Bangladesh mussten wir aus demselben Grund auf unbestimmte Zeit verschieben. 

Was wir nicht mehr länger verschieben wollten, war allerdings das Wäsche Waschen. Und so verließen wir das malerische Barrao de São João am Donnerstag, den 19.3.2020. Zum Frühstück hatten wir noch Spaziergänger im Freien mit Kaffe bewirtet, wobei wir genau auf den Sicherheitsabstand achteten. Aber es war eine zu große Versuchung dem Österreicher Sasha und seiner Begleiterin, einer nigerianisch-schottischen Schönheit, die aus London kamen und deren deutschen Freund einen Chat anzubieten. 

In Budens konnten wir unsere Wäsche waschen und in Vila do Bispo unseren Wasservorrat auffüllen und bei Lidl für mindestens eine Woche einkaufen. 

Von Klaus wollte ich herausfinden, wie die Portugiesen die Gesetzeslage an das Coronavirus angepasst haben. Er wusste auch nur aus zweiter Hand Bescheid. Angeblich werden wild parkende Camper dazu aufgefordert, auf Privatgrundstücke auszuweichen und sofort bot er uns an, wir können jederzeit bei ihm stehen.

Klau’s Farm

Was für ein Angebot! Wenn unsere Essensvorräte zur Neige gehen, die GNR uns verjagt und wir ein Nest brauchen, wissen wir wohin wir uns wenden dürfen. Und als Nebeneffekt darf ich meine Hände in seinen Gemüsegarten graben, da ist immer was zu tun!

Orangen auf Klau’s Farm
Orangen auf Klau’s Farm

Zuerst werde ich aber noch mein Versprechen zur Gartenarbeit bei Gianluca und Emanuela einlösen. Da durfte ich schon letzte Woche einmal Gianluca helfen, als er seinen Garten wieder herzurichten begann. Da auch sie ihre Reise nach Teneriffa absagen mussten, geben sie ihre Energie nun ihrem wunderbaren Garten. Wer weiß wie wichtig die Selbstversorgung in Zukunft wieder sein wird. Ein Ende der Coronakrise ist nicht absehbar.

Wir bleiben vorerst einmal hier!

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