Falkenberg mit großen Überraschungen

Blogeintrag 2. September 2019

Wir verließen Donnerstag früh die Heringsfarm und traten unsere Weiterreise nach Deutschland an

Am Freitag, den 30. August trudelten wir abends bei unseren Freunden in Falkenberg ein. Anna hatte für uns den Parkplatz gegenüber von ihrem Haus von den Nachbarn für Big Fredi zugesichert bekommen. 

Es war brechend heiß bei über 30 Grad und steigerte sich noch bis Sonntag auf 34 Grad. 

Anna, unsere Gastgeberin schlug vor, dass wir sie am Samstag mit Face Europe Werbung zu ihrem Trödlermarkt begleiten. Es fanden sich auch gleich 4 Personen, die Wilfried in 2 Tagen zeichnete. Ein Mann, Peter, der die Faschungssitzungen von Falkenberg schreibt und moderiert. Die anderen Teilnehmer waren Frauen.

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Beim Trödlermarkt war ziemlich viel los und plötzlich erspähte ich ihn: einen süßen kleinen Steiff Teddybären. Ich dachte erst den würde ich mir niemals leisten können aber ich einigte mich mit dem Verkäufer auf 2,50 €. Sofort wanderte der kleine natürlich in meinen Besitz über. Jetzt ging es daran herauszufinden, wer da so lange auf die richtige Bärenfamilie gewartet hatte. Sofort stellte sich heraus, „Burli“ ist das neue Familienmitglied der Bärenbande.

Burli der Neue

Es dauerte gar nicht lange, war Burli voll integriert. Er wurde von Gracia geneckt und gab ihr gleich einen Stupser. Mama Mali schritt ein und besänftigte die beiden neuen Geschwister. Jetzt hecken sie schon gemeinsam Streiche aus und übertrumpfen Fredi beim Sprüche klopfen. Schon in der Früh geht es los mit Ausreden erfinden, wieso keiner von ihnen das Frühstück herrichten kann.

Die Bärenfamilie

Aber süß sind sie unsere Bären, die schon eine eigene Schachtel bewohnen und täglich morgens in unser Bett wandern und abends wieder einen Stock tiefer steigen und nachts ihr Unwesen im Big Fredi treiben. In der Früh schaut es immer so arg aus, dabei sitzen sie alle ganz artig und friedlich in der Schachtel und warten auf den Aufstieg in unser Bett.

Die Bärenfamilie in ihrer Schachtel
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Słupsk ist der Renner

Blogeintrag 16. August 2019

Eine wundervolle Urlaubswoche bei unseren Freunden in Kaliningrad sorgte für Entspannung und viel Spaß.

Die Woche verging wie im Flug und bei der Ausreise standen wir 5,5 Stunden an der Grenze zu Polen. Dienst nach Vorschrift. Gefühlte 100 mal Öffnen sämtlicher Türen und Klappen in unserem Big Fredi, Erstaunen oder einfach nur „Blechgesichter“ bei den Beamten, deren Tragen der überdimensionalen Kappen schon eine Sonderzulage beim Gehalt rechtfertigen würde. 

Endlich nach dem letzten Fenster zur Passkontrolle hieß es dann auch noch Fahren durch die Röntgenbeschau. Ich wollte wissen wonach sie suchen und wurde aufgeklärt, sie suchten nach Tieren und versteckten Menschen. Welch ein Schreck: wir haben doch unsere Bärenfamilie an Bord und sicher auch ein paar Moskitos russischen Ursprungs. Gott sei Dank konnten sich alle gut verstecken und wir setzten unsere Fahrt noch bis Frombork, zu deutsch Frauenburg fort. An einem ruhigen Parkplatz an der Straße übernachteten wir ein Mal. In der Früh frühstückten wir mit unserem englischen Nachbarn Nikolaus. Wilfried half ihm anschließend bei seiner Autoreparatur. Während ich mich mit einem süßen kleinen Babykätzchen vergnügte, es mit Milch zutraulich machte, werkelte Wilfried im Auto von Nikolaus. Zum Dank lud er uns ein in Portugal mit ihm essen zu gehen. Ja, so groß ist die Gemeinschaft des fahrenden Volkes!

Es wäre zwar möglich gewesen unser nächstes Ziel – Smoldzino – am selben Tag noch zu erreichen, aber wir zogen es vor, noch einmal an einem wunderschönen naturbelassenen See umgeben von viel Wald zu übernachten bevor wir unseren Freund Michael in Smoldzino am 26. Juli schließlich erreichten.

Welch wunderbarer Garten nahm uns hier auf! Weitere 2 Wochen ohne erfolgreiche Face-Europe Suche.

Obwohl Michael schon vorgearbeitet hatte, fand sich keiner, der porträtiert werden wollte. Also nützten wir die Zeit mit Strandbesuchen und einer tollen Faltbootfahrt auf der unberührten Lupawa.

Am Donnerstag, den 8. August wendete sich das Blatt dann gewaltig. Ein Ausflug nach Słupsk endete in einer Einladung der Stadt direkt vor dem Rathaus zu stehen und unser Projekt weiter zu führen. Sogar für die Nacht hatte Dariusz, der Kulturmanager, für uns einen Platz im Kulturzentrum reserviert. Das Kulturzentrum ist ein videokontrollierter Park mitten in der Stadt. Wasser und Stromanschluss ebenso inkludiert wie eine Toilette. Dariusz wusste sofort, worum es bei unserem Projekt geht und unterstützt uns großartig. Die Cafeteria und die Toilette im Rathaus sind für uns immer untertags zugänglich. Das erleichtert unser Leben hier ungemein und wir können uns hier den wesentlichen Dingen zuwenden: Face Europe bekommt heute das 9. polnische Gesicht. Davon sind dann 8 in Słupsk entstanden.

klicke auf das Bild um zum TV Beitrag zu gelangen

Dariusz stellte den Kontakt zum lokalen Fernsehen her: seit Mittwoch sind wir mit einem umfassenden Video dort vertreten. Ebenso das Stadtblatt und die Lokalzeitung haben uns erwähnt.

Am Mittwoch wollte ich ein Stück Stoff kaufen. Michael hatte uns einen uralten witzigen Klappsessel geschenkt, dessen Bezug zu erneuern war. Da ich meine Nähmaschine mit an Bord habe, ist es mir möglich auch größere Projekte zu nähen. Die Verkäuferin, Beata und ihre Tochter Kalina sind nun auch im Projekt dabei. Das Stück Stoff für den Sessel bekam ich obendrein geschenkt. Der Sessel ist nun frisch bezogen mit einem Stoff, der in 100 Jahren noch gut ist. Er wird uns immer an Słupsk erinnern. 

Von Montag bis Freitag entstanden somit 8 Porträts und die Anfragen gehen immer noch weiter.

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Deutschen Boden erreicht

Blogeintrag 6.4.2019

Und es wurde eine ruhige Nacht in Fromental.

In der Früh trug ich uns noch als erste österreichische Gäste dieses Stellplatzes in das Gästebuch ein und übergab der netten Dame von dem Universalgeschäft ein Face Europe Kärtchen. Eines für sie persönlich und eines für das Gästebuch zum Einkleben. 

Wir kamen gut vorwärts über Gueret, Montlucon, Moulins, verfuhren uns nach Moulins und erkundeten unbeabsichtigt die Landschaft abseits der Autobahn. 

Wir erreichten Autun, einen Stellplatz an einem See, der etwas geneigt war und nicht optimal erschien. Wir waren gerade im Begriff, das Auto abzuschließen und die Gegend zu Fuß zu erkunden, als wir beobachteten, wie drei Männer ein Auto am Parkplatz bergauf schoben. Wilfried rannte sofort hin und half mit einer weiteren Männerstärke mit. Zum Anstarten sollte die Dame am Volant die Anweisungen der Männer befolgen, um starten zu können. Als dieser Versuch missglückte und die anderen Helfer nur mit Fahrrad unterwegs waren, bot es sich an Big Fredi‘s Batterie zum Starten zu verwenden. Gleich schnurrte der Batterieschwächling und die Dame bedankte sich bei allen überschwänglich. 

Nach dieser „guten Tat“ machten wir uns auf einen Spaziergang um den See auf. Ein kühles Lüftchen wehte uns bereits um die Ohren. Die Nächte sind hier spürbar kühl. Wir umrundeten den See und erspähten einen weitaus besseren, weil ebenen und ruhigen Platz neben dem Friedhof mit Blick auf den See. Wir änderten unseren Standplatz und schliefen ruhig neben den Toten. 

Heute morgen umrundeten wir den Friedhof, denn dahinter lag ein interessantes altes Gebäude mit einem hübsch verzierten Dach und gleich daneben konnte man ein hoch modernes Glasdach erkennen. Wir hätten diese Gebäude gerne näher betrachtet. Leider gehören sie zu dem Ensemble der Militärstation und sind somit für uns als Besucher ausgeschlossen. 

Stattdessen durften wir uns das römische Amphitheater gratis anschauen. 

Danach machten wir uns wieder auf den Weg. 

Heute ist Samstag und es fällt uns auf, dass es keinen Schwerverkehr gibt. 

Wir kommen zügig voran, es gibt wenig Verkehr. Manchmal scheint es, als wären wir allein auf der Straße. 

Über Dijon (kommt von dort der Senf?), Gray, wo wir aus Angst am Wochenende zu verhungern noch einmal bei Lidl einfallen, fahren wir über gute Bundesstraßen oder Schnellstraßen über Vesoul, Lure bis Belfort. 

In Belfort ist unser Navi komplett verloren. Eine Baustelle und neue Autobahnen machen alle Versuche weiter zu kommen zunichte. Wir kreisen. Beim 3. Versuch geben wir auf und geben ins Navi ein: „Autobahnen vermeiden“. Somit sind auch Schnellstraßen gestrichen. Wir gondeln also über Dorfstraßen in die winzigsten Dörfer zwischen Froidelfontane, Dannemarie, Aspach le Bas, hatten aber einen tollen Ausblick auf die noch mit Schnee bedeckten Gipfel. 

Unseren Stellplatz, den ich mir schon gestern Abend herausgesucht hatte, erreichten wir trotz Gondeln über Landesstraßen noch vor Einbruch der Dunkelheit. Er liegt bereits in Deutschland, in Müllheim. Die ersten deutschen Wörter so wie man die Grenze überschreitet. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich alles ändert, wenn man ein anderes Land betritt.

Jetzt bleiben uns noch ca. 820 km Fahrt bis nach Hause. In 3 Tagen sind wir daheim, wenn alles klappt. 

Der heutige Stellplatz ist der private Parkplatz des Markgräfler Kräuterhofes, eines riesigen Geschäftes für Waren mit Kräutern aller Art. Leider hat er heute, Samstag und morgen geschlossen. Also keine Möglichkeit, Mitbringseln einzukaufen. 

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April, April, der macht was er will

Blogeintrag 4.4.2019

Bei strömendem Regen schliefen wir ausgezeichnet.

Die ersten Stunden unserer Fahrt verliefen im Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein. Als die Sonne zwischen den Wolken zuversichtlicher herauslugte, machte sich Wilfried an die Montage des neuen Reifens. Wir fuhren die letzten 300 km nämlich noch immer mit dem Reserverad. Die Dimension des Reserverades ist um eine Spur größer, obwohl auf dem Rad selbst exakt die gleiche Größe angegeben ist. 

Was auch immer, Big Fredi schnurrt wieder mit neuem Rad und es hört sich auch viel besser an. Diesel braucht er seither auch weniger – zumindest fühlt es sich so an. Wir hatten in Spanien voll getankt und sind 550 km bisher in Frankreich gefahren. 150 km sollten wir mit dieser Füllung noch fahren können. 

Die französischen Straßen sind bis jetzt recht gut gewesen. Autobahnen ohne Maut umgehen wir, indem wir vor der Mautstelle abfahren und danach wieder auffahren. Unser Navi fordert uns dazu auf und das tun wir natürlich auch. Schließlich haben wir „Maut vermeiden“ eingegeben. 

Ein schöner Regenbogen und eine saftige farbige Landschaft zeigen uns, dass es immer wieder regnet. Allerdings nur kurz und meistens scheint dann auch wieder die Sonne durch den bewölkten Himmel. 

Alle paar Kilometer gibt es sogenannte „Aires“. Das sind Raststätten, die auch extra für Wohnmobile errichtete Stellplätze mit Ver- und Entsorgung

anbieten. Gut ausgeschildert an den Autobahnen so wie auch in sehr vielen Städten aber auch kleinen Dörfern. 

So wie jetzt in Fromental, einem winzigen Ort, der sich um die Kirche und das Schloss ausbreitet. 

Unser Navi führte uns auf Hinterwegen durch einspurige Feldstraßen vorbei an einsamen Bauernhöfen quasi von hinten an den Dorfplatz heran. 

Wir wähnten uns als einzige Womiparker zu sein, als bereits 5 Fahrzeuge vor uns dort standen. Für 4 gibt es dort Strom zum tanken. 

Die Bibliothek, ein kleiner Dorfladen, die Post – alles von einer einzigen sehr freundlichen Dame bedient sind gleich nebenan. 

Für die Nutzung des WLANs musste ich eine Unterschrift leisten und meinen Führerschein vorzeigen.

Es wird eine ruhige Nacht werden. 

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Über die Berge

27. November 2018

Nun, aus dem Gebirge sind wir wieder gut heraus gekommen. Es wurde am Morgen nach einer frostigen Nacht ( innen hatten wir es kuschelig warm) und Eiskratzen auf der Scheibe eine immer schönere Fahrt durch das Gebirge bis wir in einem Nationalpark und bei Saint Julien du Verdon an einem Stausee angelangten. 

Über weitere, aber weit nicht mehr so lange Pässe führte uns das Navi auf eine wunderschöne Hochebene der Provence, einen weiteren Nationalpark von Verdon. Lavendelfelder weit und breit, Olivenhaine und Mandelplantagen so weit das Auge reicht. Die nette Verkäuferin im Lavendelladen wäre fast bereit gewesen, sich malen zu lassen. Na ja, bald werden wir in Spanien und Portugal die ersten Gesichter bekommen. 

Als nächste Stadt haben wir Arles ins Navi eingegeben. Dort hatten wir letztes Jahr bei unserer Spanienreise ein Erlebnis der besonderen Art: wir versuchten den in der „park4night“ App angezeigten Stellplatz zu finden und kamen dabei auf ein unbewohntes und ziemlich verfallenes Bauernhaus direkt am Fluss. Ein Gewitter mit heftigem Sturm zog auf und die Bäume bogen sich und ächzten gefährlich. Die schrillsten Laute waren von allen Seiten zu hören und ich hatte Angst mich vom Wohnmobil zu entfernen um meine Blase zu entleeren. Welch ein Segen, dass wir in Big Fredi nun eine Toilette und eine Dusche haben!

Wir entschlossen uns heute nach dem erfolgreichen Bunkern von 100 Litern Wasser gleich in Sénas zu bleiben.

An der Wasserzapfsäule brauchte man Jetons, um den Automaten zu füllen. Diese hatten wir natürlich nicht. Auf meine Frage in einem Gebäude gleich neben dem Stellplatz, wo man diese bekommen könne, erfuhr ich, man müsse in die Trafik. Dann kam ein junger Mann, öffnete den Kasten mit den Jetons, übergab Wilfried einen davon und verschwand wieder. So konnten wir gratis 100 Liter Wasser bekommen. Ein kleiner Spaziergang in die Stadt begeisterte uns nicht sonderlich, reichte aber um köstliches Baguette und ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Am Nachmittag begann es schon ziemlich zu stürmen und auch jetzt tobt draußen ein ziemlicher Sturm. Unsere Verknüpfung mit Arles scheint der Sturm zu sein. 

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Wir sind am Meer

25. November 2018

Wieder stehen wir im Regen, aber diesmal schon viel weiter südlich: in Finale Ligure. In Nord-West Italien am ligurischen Meer, auf der einen Seite sieht man das Meer, dahinter gibt es schroffe Felsen und die Straße schneidet sich durch die Felsen, sodass man mit Big Fredi aufpassen muss, dass er nicht an die überhängenden Felsen stößt. 

Die Fahrt hierher war alles andere als ein Vergnügen. Ich beschwere mich nie wieder über schlechte Straßen in Österreich nach diesem Dilemma. Absolut Emmentaler-Straßen. Man kann den Löchern gar nicht immer ausweichen, es rumpelt und pumpelt unaufhörlich. Was machen die Italiener mit dem Geld, das für Straßen verwendet werden sollte? Die Straßen sind nicht erst heuer kaputt geworden. 

Na ja, gestern hatten wir die Reise bei relativ gutem, jedenfalls regenarmen Wetter in Lodi beendet und konnten Big Fredi auf einem öffentlichen Camper Parkplatz abstellen. Der „kleine“ Spaziergang in die Stadt stellte sich wieder einmal als „ Todesmarsch“ heraus, wir genossen das Flair dieser Stadt bei beginnender Dämmerung. Lodi ist vor ca. 500 Jahren in einen Rechtsstreit mit Mailand geraten und schließlich haben diese beiden Städte eine Kooperation gegründet, die für beide zu einem fruchtbaren Handel führte. Na bitte, wer sagt’s denn, die haben damals schon gewusst: gemeinsam ist man stärker. Viele Boutiquen und schöne, geschmackvolle (und teure) Geschäfte luden uns zum „Schauen“ ein. Zum Kaufen reicht unser Kleingeld nicht. Macht nix, wir haben eh keinen Platz mehr im Big Fredi. 

Heute morgen ging es dann um 10 Uhr nach einem gemütlichen Frühstück wieder weiter zu dem bereits beschriebenen Platzerl direkt am Meer. Für Wilfried war es äußerst anstrengend, all den vielen Frostaufbrüchen auszuweichen. Die Schlaglöcher sind hoffentlich jetzt vorbei, die letzten Straßenkilometer in Ligurien waren weitaus besser. 

Wir sind schon auf die Weiterreise gespannt!

Bleibt dran! Wir berichten demnächst weiter!

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Weiter geht’s

23. November 2018

Nach einigen Wochen zu Hause, die für Adaptionen und Verbesserungen im Auto waren – so wie zum Beispiel eine Solaranlage – geht es nun wieder auf Achse: Portugal und Spanien stehen diesen Winter auf dem Face-Europe Programm.

Am Dienstag, den 20. November ging es zu Mittag endlich los. Bei Schneefall und diesigem Wetter kehrten wir Nußdorf den Rücken und zogen Richtung Süden.

Das heißt, gleich hinter St. Pölten bunkerten wir 2 Gasflaschen, um für die Fahrt nach Portugal und die Rückkehr aus Spanien genug Gas an Bord zu haben. In Spanien und Portugal ist es – bedingt durch die jeweils verschiedenen Anschlüsse – notwendig länderspezifische Leihflaschen anzukaufen und zu hoffen, dass die Adapter diesmal passen. Am Ende der Reise müssen wir die Leihflaschen wieder an den Mann bringen.

Jedenfalls wurde es recht schön warm im Big Fredi und es war auch bei Minusgraden recht gemütlich.

Wir kamen immer mehr in den Sonnenschein, je mehr wir uns bergauf- und bergab durch die schöne niederösterreichische und steirische Landschaft bewegten. Auch Big Fredi gefiel die Berg- und Talfahrt. Er wurde diesmal nicht heiß – so wie bei unserer letzten Kärnten Tour im Hochsommer. Jetzt wissen wir ja auch, wofür der eine Hebel im Auto gebaut ist: es ist die zusätzliche Kühlung bei starken Steigungen.

Wir kurvten also bis Mooslandl in der Steiermark, hielten am Parkplatz des wunderschönen Sommerbades und inspizierten am nächsten Morgen das Gelände. Ein cooler Campingplatz, ein tolles naturbelassenes Schwimmbad, das jetzt im Winter auch zum Spazierengehen einlädt.
Nächsten Tag ging es dann gemütlich weiter nach St. Veit, um Wilfrieds Brüder zu besuchen.

Es war ein feiner Abend, leider trafen wir Gitti, die Schwester aus Australien nicht an, denn sie fuhr verfrüht wieder in ihre australische Heimat zurück. Gesundheitliche Probleme zwangen sie dazu. Ich hoffe sehr, dass wir sie nächster Jahr persönlich antreffen und in der Zwischenzeit können wir ja Skypen.

Weit ging unsere Reise am Donnerstag nicht mehr, denn in Untergreuth war schon unsere nächste Station. Thomas und Marion, unsere lieben Freunde, bekamen ihre geliehene Videokamera retour und wir genossen den Besuch in deren wunderbarem Haus ganz außerordentlich. Die Forellen, die es zum Nachtmahl gab und das königliche Frühstück verdienen locker 5 Sterne! Wir ließen es uns nicht nehmen, in Big Fredi zu übernachten und um 10 Uhr ging es dann wieder weiter Richtung Italien. Sonne und Wolken wechselten sich ab, bis schließlich die Wolken kurz nach Venedig die Oberhand behielten und nun stehen wir im bacherlwarmen Auto in Campagna Lupia, weg von der Hauptroute, auf einem kleinen gemeindeeigenen Parkplatz und der Regen plätschert lustig auf das Dach.

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Zwischenstop

Blogeintrag 25. Oktober 2018

Seit 22. Oktober sind wir wieder daheim. 

Die Fahrt durch Frankreich (wo Pompes funebres kein Schimpfwort ist), Deutschland und Österreich war für unseren Big Fredi eine gemütliche. 

Nie mehr als 80 km/h. Gleich nach der Fähre in Dünkirchen gab es einen Stellplatz, der wirklich nur zum Schlafen gedient hat. Und das konnte man auch. Ruhig, keine Musik und nur Wilfried hat den Autolärm gehört. Lisbeth ist entweder durch Filter oder durch Schwerhörigkeit gesegnet. Wie eine Schlafpuppe, die, sobald man sie niederlegt, ihre Augen schließt und schon schläft sie.  

Am nächsten Morgen half uns ein Anruf bei ÖAMTC den nächstgelegenen Iveco Vertragshändler zu finden. Der wurde auch in 15 km Nähe Calais gefunden. Das Geräusch, das Wilfried so deutlich beim Fahren hören konnte, war auch von dem etwas älteren Automechaniker nicht zu vernehmen. Wahrscheinlich ist auch er mit einem schlechten Gehör gesegnet. Aber wenigstens wurde festgestellt, dass das Lager am rechten Vorderrad in Ordnung ist. Wir sollten halt nicht zu schnell fahren, und wenn das Rad heiß wird, sofort reagieren. Da wir der französischen Sprache nicht mächtig sind, und die Franzosen kein Englisch oder Deutsch konnten, half ein Zettel und Bleistift um zu verdeutlichen, dass es nach Hause noch 1.500 km zu fahren sind. Ein französisches Achselzucken, was so viel heißt wie:es wird schon nix passieren, fahren sie halt langsam entließ uns dann halb beruhigt aus der Werkstatt und Schlag 12 Uhr wurde der Werkstattrollbalken für die Mittagspause heruntergelassen und wir machten uns auf den Heimweg. 

Die französischen Bundesstraßen führten uns teils durch ländliche Gegenden mit ausgestorbenen Dörfern zwischendurch und kleinen Städten, die vom Baustil noch sehr an England erinnerten. Die Backsteinhäuser beige oder rot waren hie und da noch von Fachwerkhäusern unterbrochen. Kein solch einheitlicher Baustil wie in UK. 

An einem Parkplatz, den wir ganz für uns alleine hatten gab es einen wunderbaren Sonnenuntergang. Den Sonnenaufgang bremste ein dichter Wald. Ansonsten fühlten wir uns auf einmal so frei und uneingeschränkt in unserem Blickfeld. Endlich KEINE HECKEN mehr. Man kann überall die Landschaft einsehen. Es ist ein Wunder, dass die Engländer so freundlich und liebenswürdig sind, eingekastelt wie sie sind. Und dass sie ihr Land so lieben. Sie sehen es ja gar nie! Es ist immer alles hinter einer Hecke versteckt. Einfahrten auf die Felder (hinter den Hecken) geben ja immer nur kurz Blick in das Dahinter frei. 

Da in Deutschland Diesel viel billiger als in Frankreich ist, versuchten wir so rasch wie möglich unsere Reise in Deutschland weiter zu führen. Saarbrücken als das erste Ziel war uns vom Hinfahren schon bekannt, aber diesmal gab es ein starkes  Verkehrsaufkommen und Baustellen, die große Aufmerksamkeit forderten. Wir hatten in Frankreich bereits unsere 30 Liter Reservekanister in den durstigen Fredi geschüttet und kamen somit bis Deutschland, wo in der Nähe der französischen Grenze der Preis für Diesel nicht gerade günstig war. 

Schön langsam tuckerten wir weiter über Deutschland, immer auf den Bundesstraßen, die aber wenigstens in einem guten Zustand waren und oft auch durch Schnellstraßen unterbrochen wurden. Nach Maulbronn wurden wir von unserer App für einen Gratisstellplatz gelotst. Am nächsten Morgen zog uns das Kloster Maulbronn magisch an. Wir mußten einfach eine Führung mitmachen. Bewaffnet mit je einem Audioguide durchforschten wir das alte Gemäuer. Dort würden wir gerne mit Face Europe im Innenhof gastieren. Es gibt viel Platz und sogar der „blade“ Fredi hätte dort Platz. Wenn wir wieder in Deutschland sind, werden wir Kontakt mit dem Management aufnehmen. 

Erst zu Mittag ging es wieder weiter. In Neuburg an der Donau war dann unser nächstes Nachtlager aufgeschlagen, als wir durch unsere entzückenden Nachbarn erfuhren, dass den ganzen Abend und die halbe Nacht ein Straßenfest angesagt ist: „30 Jahre unsere deutsche Donau“. Es war ein lauer Abend und ungemein viel los. Theater, Stelzengeher, kanufahrende Handballer, die sehr geschickt paddelten und gleichzeitig Ball spielten. Das Schloss war frei zugänglich und auch dort waren überall Aktionen von Künstlern auf hohem Niveau. Gleich 2 x am Tag so viel Kunst und Kultur zu erleben, hat uns recht begeistert. Schade war nur, dass die Theater und Musikgruppen weit weg vom Schloss aufgestellt waren und nur sehr wenige Besucher hatten. 

Direkt am Ufer der Donau auf einem riesigen Stellplatz verbrachten wir wieder eine ungestörte Nacht. Die nächste Übernachtung sollte schon in Österreich bei unseren Freunden sein. Wilfried hielt Lisbeth davor zurück unsere Ankunft bei unseren Freunden in Innerschwand am Mondsee anzukündigen. Er war sich nicht sicher, wann wir dort sein könnten. Und das war gut so. Die Bundesstraße 20 war in Richtung österreichische Grenze durch Umleitungen zum Katastrophengebiet erklärt worden. Es gab 50 km schlecht ausgeschilderte Umleitungen, dann unser stures Navi, das uns immer wieder auf die 20er Bundesstraße zurückführen wollte. Die Straßenkarte konnte man auch nicht zu Rate ziehen, der Maßstab zeigte nur die größeren Orte an. Und wir kreisten. Als der Hunger und die Verzweiflung groß genug waren, gaben wir uns vorerst dem Kochen und dann dem Essen hin. Beim Abstellen des Autos fragten wir einen Einheimischen, ob wir wohl noch immer auf dem richtigen Umleitungspfad wären und er schickte uns 20 km wieder retour. Als wir aber schon am Wegfahren waren, kam der Mann noch einmal extra angefahren und erklärte uns, es hätte ihm keine Ruhe gelassen, er wollte uns den richtigen Weg wissen lassen. Das war außerordentlich freundlich von ihm. Dankbar, mit ein paar Kilometern auf der Autobahn der Umleitung nun endlich doch zu entkommen, und gut gesättigt, setzten wir unsere Reise nun endlich ohne weitere Zwischenfälle fort. David war über unser baldiges Auftauchen sehr überrascht, hätte gerne früher gewusst, dass wir kommen. Unsere stundenlange Umleitungserfahrung hat er erst nach unserer Ankunft erfahren. Man weiß halt nie wie Big Fredi drauf ist und wann man ein Ziel wirklich erreicht. 

Die Nacht auf der Wiese von David und Sonja war die erste frostige Nacht und gerade da fiel die Heizung in der Früh um 4 Uhr dann aus. Wilfried hätte die Gasflasche umstecken müssen, wenn wir weiter heizen wollten. Irgendwie hielten wir aber auch ohne Heizung durch und die Sonne und die Gastfreundschaft wärmte uns rasch wieder auf. 

Mit Geschenken bepackt, einem von Sonja frisch gebackenem köstlichen Brot, Marmeladen und Kompott traten wir die letzte Tagesetappe an und erreichten mit einer Mittagspause um 16 Uhr den Heimathafen. 

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Die letzten Tage auf dem Festland

Donnerstag, 12.7.2018
Firma Berger hat einige Kleinigkeiter, die wir auch gleich am Parkplatz vor dem Geschäft noch reparieren. Nach dem Einbau der Gasflasche und einem Kleinzeuggehänge in der Tür ist es schon fast Mittag. Bis zum Mittagessen fahren wir durch ziemlich öde Landschaft, der kroatische Gastwirt hellt unsere Laune bei Cevapcici und Chickennuggets ein wenig auf. Wilfried fischt auf dem Parkplatz die Leiter aus dem Auto um die Rückfahrkamera zu reparieren.
Während Lisbeth im „Wohnzimmer“ schläft, ändert sich plötzlich die Landschaft kurz vor Kaiserslautern zu einem schönen Waldgebiet mit Seenlandschaft.
In Landstuhl genießen wir vorerst den Gratisstrom von den Vorgängern und relaxen ausgiebig. Die Toilettenentsorgung und Wasserauffüllung sind ebenfalls gratis.
Wilfried macht Schablonen für die weitere Fredibeschriftung.
Anruf von Lisbeths Schwester und Mutter.

Freitag, der 13. Juli 2018
Kein wahrer Glückstag. Eine Stunde vor dem Ende des Betriebssystemuploads bricht die Internetverbindung ab und es geht am MacBook gar nichts mehr. Also Reparaturstore in der nächsten Stadt für nächsten Tag anpeilen.
Weiterfahrt bis Sankt Ingbert, um am nächsten Tag bis Saarbrücken zu Appleshop weiter zu gelangen.

Samstag, 14. Juli 2018
Ein Glückstag. In einigen Metern Entfernung vom Store einen Parkplatz ergattert. Markt in unmittelbarer Nähe lädt zum Einkaufen ein.
Ab Mittag geht die Fahrt weiter durch Frankreich und Belgien. An einem ruhigen Fluss stören wir nur einen Angler beim Fischen.

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Die Reise beginnt

Sonntag, 8. Juli 2018
Die Reise beginnt am Sonntag, den 8. Juli 2018 um 9:32. Abfahrt bei km 235.635. Eine kurze Pause bei Paul und Christl in Amstetten, wo auch Frank, den wir schon in Spanien kennen und schätzen gelernt haben gerade zu Besuch ist. Die beiden Männer planen eine gemeinsame Motorradreise.

Frisch betankt geht es weiter nach Innerschwand am Mondsee. Doris, Eva und Hermann sind die letzten Gäste des Sommerfestes. Es ist sehr entspannt und gemütlich. Big Fredi wird von allen bewundert. Wir dürfen bis Dienstag früh bleiben. Mit vielen essbaren Geschenken ziehen wir endgültig richtig los in das wahre Abenteuer.
Noch in Österreich kaufen wir eine Fotokamera nach Wilfrieds Vorstellungen so wie einen Router für unterwegs.
Am Dienstag kommen wir bis Neustadt an der Donau. Übernachtung auf einem Fußballstadion Parkplatz. Wilfried leidet unter der Lautstärke der pöbelnden Jugendlichen.
Die Simkarte mit Datenvolumen für 1 Woche um 10€ stellt sich im Nachhinein als Fehlkauf heraus, die Karte muss mit 2 Nähnadeln und viel Geschick aus dem Router wieder heraus gefischt werden. Also müssen wir weiterhin mit unserem Handyvolumen oder WLAN arbeiten, bis das Problem gelöst wird.
Mittwoch Stuttgart Waiblingen, wo unser Vorhaben, eine Fotovoltaikanlage für Fredi zu kaufen durch die fehlende Lagerhaltung zunichte gemacht wird.

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