Vom Westen in den Süden

Blogeintrag 25.11.2019

In Odeceixe hat es uns besonders gut gefallen

Wir blieben vom 19. bis 24.11.2019 dort und haben alle möglichen Wetterkapriolen erlebt: Hitze, Regen, Sturm und auch ganz entspanntes Schönwetter. Einmal mitten in der Nacht rüttelte der böenartige Wind so sehr an der Seite von Big Fredi, dass ihn Wilfried kurzerhand um 90 Grad drehte und die Angriffsfläche auf die Rückseite verschob. Wären wir davon nicht so hellwach geworden, hätten wir den Rest der Nacht gut geschlafen. Wir warteten stattdessen auf den Schlaf bis zum Morgen, der sich aber nicht mehr so richtig einstellen wollte. Ansonsten wird der Stellplatz am Ufer des Flusses Seixe zu meinem Lieblingsplatz erkoren. Mit Wasser und Lebensmitteln ausgestattet kann man es hier eine Weile aushalten. 

Wir verbrachten viel Zeit mit Luise und Jonas. Sie reisten nach ein paar Tage weiter und wollen uns eventuell hier wieder treffen.

jonas und louise in odeceixe

Ein schöner Spaziergang auf die Klippe fand bei -fast – ungetrübtem Wetter vorgestern doch noch statt. Zuerst war es uns zu heiß gewesen, dann zu regnerisch und erst am letzten Tag machten wir uns auf den Weg. Nur einmal suchten wir vor ein paar Regentropfen den Schutz von ein paar Bäumen auf. Dieser Weg ist der Küstenwanderweg, der sehr schön aber anstrengend sein muss. Man geht sehr viel auf Sand und es geht bergauf und bergab. 

Gestern (24.11., also ein Monat vor Weihnachten) verließen wir unseren Stellplatz und setzten über einen Lidl-Zwischenstopp in Vila do Bispo und Intermarche Zwischenstopp  in Sagres von der West- zur Südküste von Portugal über. Sagres war Wilfried gleich einmal ein Greuel mit seinem touristischen Flair. Wir kamen gar nicht in das Innere der Stadt sondern bogen gleich in Richtung Westen zur Küste an den letzten „Zipfel“ von Portugal ab. Ein altes Fort beziehungsweise ein Überrest davon bot uns Schutz für die Nacht. Die Lichter von Sagres auf der einen Seite und der Leuchtturm auf der anderen Seite waren die einzigen Lichtquellen.

altes Fort in Sagres

Ansonsten war es stockfinster als noch ein Womi später ankam. Das Meer ist hier viel weniger stürmisch und die Wellen gar nicht hoch. Vielleicht ein Zufall oder eher doch die Himmelsrichtung, wenn der Westwind nicht so ankann?

Wir werden das ab jetzt verfolgen können. 

Mittlerweile sind wir am Mittwoch (also übermorgen) zum Mittagessen von Nikolas eingeladen, dem Wilfried in Polen vor einigen Monaten den Tisch repariert hat. Er ist Engländer mit polnischem Vater und passionierter Bridge-Spieler. Er kennt die Gegend hier gut und kann uns sicher ein paar Tips geben. Nicht dass wir jetzt das Bridgespiel für uns entdecken werden, aber den einen oder anderen interessanten Hinweis wird er schon haben, da er schon jahrelang den Winter hier verbringt. 

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Atlantik im Winter

Blogeintrag 20.11.2019

Wir sind bis gestern am Strand von Porto Covo gestanden, sowohl Luise als auch Jonas aus Deutschland wurden porträtiert

Face Europe no. 103 – work in progress-louise-after 20 min
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Face Europe no. 104 – work in progress-jonas-after 15 min
Face Europe no. 104 – work in progress-jonas-after 120 min – finished
Face Europe no. 104 – work in progress-jonas-after 120 min – finished

Das Wetter war wesentlich besser als prognostiziert, somit ist immer Platz für positive Überraschungen. Der Regen tobt sich in der Nacht aus und die Tage sind sonnendurchflutet mit mehr oder weniger Wind.

Gestern haben wir dann anderen Reisenden unseren Stellplatz frei gemacht und sind an den einsamen Strand von Odeceixe (unaussprechlicher Name, wunderbare Umgebung) weitergereist. 65 km, ein kurzer Zwischenstopp zur Ver- und Entsorgung in Odemira. Jetzt im Winter ist es unbeschreiblich schön und ruhig hier. Wir wollen gar nicht so viel Phantasie aufbringen und uns die Strände im Sommer vorstellen. Es muss fürchterlich sein. Jetzt, um diese Zeit sind wir noch nie von der Polizei verjagt worden. Zur Hauptsaison im Juli und August könnte man nicht so entspannt reisen. 

jonas und louise in odeceixe

Gerade eben habe ich Wilfried gefragt, ob er auch schon neugierig ist darauf, wo wir den Winter verbringen werden und ob wir auch wieder an einem Platz 2 Monate bleiben werden wie letztes Jahr in Valencia. Eine Zeit lang bleiben wir sicher noch in Portugal. Es ist ein sicheres und wunderschönes Land. 

Pedro und Isa sind mittlerweile in Lagos angekommen. Das ist nur mehr 40 km entfernt und liegt schon an der Südküste, aber immer noch am Atlantik. Erst in Algeciras geht der Atlantik in der Meerenge von Gibraltar in das Mittelmeer über. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und viele Buchten wollen ausgekundschaftet werden. 

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Face Europe Familie wächst weiter

Blogeintrag 14.11.2019

Gestern früh

lernten wir noch die portugiesische Familie mit Pedro, Isa und ihren beiden Töchtern Luz und Luma (10 und 6 Jahre alt) kennen, als wir bei Intermarche standen und über unseren weiteren Weg nachdachten. Sie empfahlen uns unbedingt die Küste bei der Lagune Praia de Santo André anzusehen, wo sie selbst gerade 2 Tage gestanden waren. Außerdem tauschten wir Telefonnummern aus, um uns gegenseitig von unserem Standort in Kenntnis zu setzen. Pedro wollte sich gerne porträtieren lassen. Also fuhren wir zum Strand von Santo André während Pedros Familie uns in den Süden vorausfuhr, wo wir uns wieder treffen wollten. 

Der Strand von Santo André war wirklich schön und die Lagune und das Meer luden zum Spazierengehen ein. Eine steife Brise, wie immer am Atlantik blies uns um die Ohren. Eher alternative Camper standen da und einer stach Wilfried gleich ins Auge: Eine Allradler mit zwei sympathischen Deutschen.

Sie luden uns auch gleich an ihren Tisch ein, ich packte meinen Obstsalat samt Schüsserln und Löfferln dazu und wir speisten gemeinsam. Jonas und Luise sind beide Tierärzte, die nach Afrika reisen wollen und jetzt Erfahrungen sammeln für das Zusammenleben auf engstem Raum. Wir vereinbarten uns wieder zu treffen, weil die beiden auch bei Face Europe mitmachen wollen. 

Pedro gab uns seinen Standort durch und wir zogen weiter zu seinem Stellplatz. Es war eine wunderschöne Fahrt bei untergehender Sonne, die zwar für ein tolles Licht zum Anschauen der Natur und zum Fotografieren sorgte, aber beim Autofahren sehr blendete. Wir nahmen brav dem Navi folgend eine Route durch Santiago do Cacém anstatt auf der Autobahn zu fahren. Durch Korkeichen- und Föhrenwälder ging es ewig kurvenreich dahin, bis wir in Porto Covo wieder das Meer sahen. Die Sonne war aber bereits untergegangen und wir winkten Pedro und Isa gerade noch ein Hallo und füllten unsere leeren Bäuche. 

Heute war Pedro Guru (Guru ist sein Spitzname) dann am Nachmittag bei uns und es entstand ein sehr authentisches Porträt mit phantastischen Erlebnissen aus seinem Leben in der Karibik und in Portugal.

Face Europe no. 102 – work in progress-pedro guru-after 50 min
Face Europe no. 102 – work in progress-pedro guru-after 90 min
Face Europe no. 102 – work in progress-pedro guru-after 120-min-finished
Face Europe no. 102 – work in progress-pedro guru-after 120-min-finished

Morgen hat sich Isa gemeldet für ein Porträt. Luz, ihre 10 jährige Tochter ist ein Ausnahmetalent im Zeichnen. Wir durften uns ihre Werke anschauen und waren äußerst beeindruckt. 

Abends meldeten sich dann noch Jonas und Luise als unsere neuen Nachbarn, die wir dann morgen mit Pedro und Isa bekannt machen können. 

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Falkenberg mit großen Überraschungen

Blogeintrag 2. September 2019

Wir verließen Donnerstag früh die Heringsfarm und traten unsere Weiterreise nach Deutschland an

Am Freitag, den 30. August trudelten wir abends bei unseren Freunden in Falkenberg ein. Anna hatte für uns den Parkplatz gegenüber von ihrem Haus von den Nachbarn für Big Fredi zugesichert bekommen. 

Es war brechend heiß bei über 30 Grad und steigerte sich noch bis Sonntag auf 34 Grad. 

Anna, unsere Gastgeberin schlug vor, dass wir sie am Samstag mit Face Europe Werbung zu ihrem Trödlermarkt begleiten. Es fanden sich auch gleich 4 Personen, die Wilfried in 2 Tagen zeichnete. Ein Mann, Peter, der die Faschungssitzungen von Falkenberg schreibt und moderiert. Die anderen Teilnehmer waren Frauen.

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Beim Trödlermarkt war ziemlich viel los und plötzlich erspähte ich ihn: einen süßen kleinen Steiff Teddybären. Ich dachte erst den würde ich mir niemals leisten können aber ich einigte mich mit dem Verkäufer auf 2,50 €. Sofort wanderte der kleine natürlich in meinen Besitz über. Jetzt ging es daran herauszufinden, wer da so lange auf die richtige Bärenfamilie gewartet hatte. Sofort stellte sich heraus, „Burli“ ist das neue Familienmitglied der Bärenbande.

Burli der Neue

Es dauerte gar nicht lange, war Burli voll integriert. Er wurde von Gracia geneckt und gab ihr gleich einen Stupser. Mama Mali schritt ein und besänftigte die beiden neuen Geschwister. Jetzt hecken sie schon gemeinsam Streiche aus und übertrumpfen Fredi beim Sprüche klopfen. Schon in der Früh geht es los mit Ausreden erfinden, wieso keiner von ihnen das Frühstück herrichten kann.

Die Bärenfamilie

Aber süß sind sie unsere Bären, die schon eine eigene Schachtel bewohnen und täglich morgens in unser Bett wandern und abends wieder einen Stock tiefer steigen und nachts ihr Unwesen im Big Fredi treiben. In der Früh schaut es immer so arg aus, dabei sitzen sie alle ganz artig und friedlich in der Schachtel und warten auf den Aufstieg in unser Bett.

Die Bärenfamilie in ihrer Schachtel
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Słupsk ist der Renner

Blogeintrag 16. August 2019

Eine wundervolle Urlaubswoche bei unseren Freunden in Kaliningrad sorgte für Entspannung und viel Spaß.

Die Woche verging wie im Flug und bei der Ausreise standen wir 5,5 Stunden an der Grenze zu Polen. Dienst nach Vorschrift. Gefühlte 100 mal Öffnen sämtlicher Türen und Klappen in unserem Big Fredi, Erstaunen oder einfach nur „Blechgesichter“ bei den Beamten, deren Tragen der überdimensionalen Kappen schon eine Sonderzulage beim Gehalt rechtfertigen würde. 

Endlich nach dem letzten Fenster zur Passkontrolle hieß es dann auch noch Fahren durch die Röntgenbeschau. Ich wollte wissen wonach sie suchen und wurde aufgeklärt, sie suchten nach Tieren und versteckten Menschen. Welch ein Schreck: wir haben doch unsere Bärenfamilie an Bord und sicher auch ein paar Moskitos russischen Ursprungs. Gott sei Dank konnten sich alle gut verstecken und wir setzten unsere Fahrt noch bis Frombork, zu deutsch Frauenburg fort. An einem ruhigen Parkplatz an der Straße übernachteten wir ein Mal. In der Früh frühstückten wir mit unserem englischen Nachbarn Nikolaus. Wilfried half ihm anschließend bei seiner Autoreparatur. Während ich mich mit einem süßen kleinen Babykätzchen vergnügte, es mit Milch zutraulich machte, werkelte Wilfried im Auto von Nikolaus. Zum Dank lud er uns ein in Portugal mit ihm essen zu gehen. Ja, so groß ist die Gemeinschaft des fahrenden Volkes!

Es wäre zwar möglich gewesen unser nächstes Ziel – Smoldzino – am selben Tag noch zu erreichen, aber wir zogen es vor, noch einmal an einem wunderschönen naturbelassenen See umgeben von viel Wald zu übernachten bevor wir unseren Freund Michael in Smoldzino am 26. Juli schließlich erreichten.

Welch wunderbarer Garten nahm uns hier auf! Weitere 2 Wochen ohne erfolgreiche Face-Europe Suche.

Obwohl Michael schon vorgearbeitet hatte, fand sich keiner, der porträtiert werden wollte. Also nützten wir die Zeit mit Strandbesuchen und einer tollen Faltbootfahrt auf der unberührten Lupawa.

Am Donnerstag, den 8. August wendete sich das Blatt dann gewaltig. Ein Ausflug nach Słupsk endete in einer Einladung der Stadt direkt vor dem Rathaus zu stehen und unser Projekt weiter zu führen. Sogar für die Nacht hatte Dariusz, der Kulturmanager, für uns einen Platz im Kulturzentrum reserviert. Das Kulturzentrum ist ein videokontrollierter Park mitten in der Stadt. Wasser und Stromanschluss ebenso inkludiert wie eine Toilette. Dariusz wusste sofort, worum es bei unserem Projekt geht und unterstützt uns großartig. Die Cafeteria und die Toilette im Rathaus sind für uns immer untertags zugänglich. Das erleichtert unser Leben hier ungemein und wir können uns hier den wesentlichen Dingen zuwenden: Face Europe bekommt heute das 9. polnische Gesicht. Davon sind dann 8 in Słupsk entstanden.

klicke auf das Bild um zum TV Beitrag zu gelangen

Dariusz stellte den Kontakt zum lokalen Fernsehen her: seit Mittwoch sind wir mit einem umfassenden Video dort vertreten. Ebenso das Stadtblatt und die Lokalzeitung haben uns erwähnt.

Am Mittwoch wollte ich ein Stück Stoff kaufen. Michael hatte uns einen uralten witzigen Klappsessel geschenkt, dessen Bezug zu erneuern war. Da ich meine Nähmaschine mit an Bord habe, ist es mir möglich auch größere Projekte zu nähen. Die Verkäuferin, Beata und ihre Tochter Kalina sind nun auch im Projekt dabei. Das Stück Stoff für den Sessel bekam ich obendrein geschenkt. Der Sessel ist nun frisch bezogen mit einem Stoff, der in 100 Jahren noch gut ist. Er wird uns immer an Słupsk erinnern. 

Von Montag bis Freitag entstanden somit 8 Porträts und die Anfragen gehen immer noch weiter.

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Deutschen Boden erreicht

Blogeintrag 6.4.2019

Und es wurde eine ruhige Nacht in Fromental.

In der Früh trug ich uns noch als erste österreichische Gäste dieses Stellplatzes in das Gästebuch ein und übergab der netten Dame von dem Universalgeschäft ein Face Europe Kärtchen. Eines für sie persönlich und eines für das Gästebuch zum Einkleben. 

Wir kamen gut vorwärts über Gueret, Montlucon, Moulins, verfuhren uns nach Moulins und erkundeten unbeabsichtigt die Landschaft abseits der Autobahn. 

Wir erreichten Autun, einen Stellplatz an einem See, der etwas geneigt war und nicht optimal erschien. Wir waren gerade im Begriff, das Auto abzuschließen und die Gegend zu Fuß zu erkunden, als wir beobachteten, wie drei Männer ein Auto am Parkplatz bergauf schoben. Wilfried rannte sofort hin und half mit einer weiteren Männerstärke mit. Zum Anstarten sollte die Dame am Volant die Anweisungen der Männer befolgen, um starten zu können. Als dieser Versuch missglückte und die anderen Helfer nur mit Fahrrad unterwegs waren, bot es sich an Big Fredi‘s Batterie zum Starten zu verwenden. Gleich schnurrte der Batterieschwächling und die Dame bedankte sich bei allen überschwänglich. 

Nach dieser „guten Tat“ machten wir uns auf einen Spaziergang um den See auf. Ein kühles Lüftchen wehte uns bereits um die Ohren. Die Nächte sind hier spürbar kühl. Wir umrundeten den See und erspähten einen weitaus besseren, weil ebenen und ruhigen Platz neben dem Friedhof mit Blick auf den See. Wir änderten unseren Standplatz und schliefen ruhig neben den Toten. 

Heute morgen umrundeten wir den Friedhof, denn dahinter lag ein interessantes altes Gebäude mit einem hübsch verzierten Dach und gleich daneben konnte man ein hoch modernes Glasdach erkennen. Wir hätten diese Gebäude gerne näher betrachtet. Leider gehören sie zu dem Ensemble der Militärstation und sind somit für uns als Besucher ausgeschlossen. 

Stattdessen durften wir uns das römische Amphitheater gratis anschauen. 

Danach machten wir uns wieder auf den Weg. 

Heute ist Samstag und es fällt uns auf, dass es keinen Schwerverkehr gibt. 

Wir kommen zügig voran, es gibt wenig Verkehr. Manchmal scheint es, als wären wir allein auf der Straße. 

Über Dijon (kommt von dort der Senf?), Gray, wo wir aus Angst am Wochenende zu verhungern noch einmal bei Lidl einfallen, fahren wir über gute Bundesstraßen oder Schnellstraßen über Vesoul, Lure bis Belfort. 

In Belfort ist unser Navi komplett verloren. Eine Baustelle und neue Autobahnen machen alle Versuche weiter zu kommen zunichte. Wir kreisen. Beim 3. Versuch geben wir auf und geben ins Navi ein: „Autobahnen vermeiden“. Somit sind auch Schnellstraßen gestrichen. Wir gondeln also über Dorfstraßen in die winzigsten Dörfer zwischen Froidelfontane, Dannemarie, Aspach le Bas, hatten aber einen tollen Ausblick auf die noch mit Schnee bedeckten Gipfel. 

Unseren Stellplatz, den ich mir schon gestern Abend herausgesucht hatte, erreichten wir trotz Gondeln über Landesstraßen noch vor Einbruch der Dunkelheit. Er liegt bereits in Deutschland, in Müllheim. Die ersten deutschen Wörter so wie man die Grenze überschreitet. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich alles ändert, wenn man ein anderes Land betritt.

Jetzt bleiben uns noch ca. 820 km Fahrt bis nach Hause. In 3 Tagen sind wir daheim, wenn alles klappt. 

Der heutige Stellplatz ist der private Parkplatz des Markgräfler Kräuterhofes, eines riesigen Geschäftes für Waren mit Kräutern aller Art. Leider hat er heute, Samstag und morgen geschlossen. Also keine Möglichkeit, Mitbringseln einzukaufen. 

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April, April, der macht was er will

Blogeintrag 4.4.2019

Bei strömendem Regen schliefen wir ausgezeichnet.

Die ersten Stunden unserer Fahrt verliefen im Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein. Als die Sonne zwischen den Wolken zuversichtlicher herauslugte, machte sich Wilfried an die Montage des neuen Reifens. Wir fuhren die letzten 300 km nämlich noch immer mit dem Reserverad. Die Dimension des Reserverades ist um eine Spur größer, obwohl auf dem Rad selbst exakt die gleiche Größe angegeben ist. 

Was auch immer, Big Fredi schnurrt wieder mit neuem Rad und es hört sich auch viel besser an. Diesel braucht er seither auch weniger – zumindest fühlt es sich so an. Wir hatten in Spanien voll getankt und sind 550 km bisher in Frankreich gefahren. 150 km sollten wir mit dieser Füllung noch fahren können. 

Die französischen Straßen sind bis jetzt recht gut gewesen. Autobahnen ohne Maut umgehen wir, indem wir vor der Mautstelle abfahren und danach wieder auffahren. Unser Navi fordert uns dazu auf und das tun wir natürlich auch. Schließlich haben wir „Maut vermeiden“ eingegeben. 

Ein schöner Regenbogen und eine saftige farbige Landschaft zeigen uns, dass es immer wieder regnet. Allerdings nur kurz und meistens scheint dann auch wieder die Sonne durch den bewölkten Himmel. 

Alle paar Kilometer gibt es sogenannte „Aires“. Das sind Raststätten, die auch extra für Wohnmobile errichtete Stellplätze mit Ver- und Entsorgung

anbieten. Gut ausgeschildert an den Autobahnen so wie auch in sehr vielen Städten aber auch kleinen Dörfern. 

So wie jetzt in Fromental, einem winzigen Ort, der sich um die Kirche und das Schloss ausbreitet. 

Unser Navi führte uns auf Hinterwegen durch einspurige Feldstraßen vorbei an einsamen Bauernhöfen quasi von hinten an den Dorfplatz heran. 

Wir wähnten uns als einzige Womiparker zu sein, als bereits 5 Fahrzeuge vor uns dort standen. Für 4 gibt es dort Strom zum tanken. 

Die Bibliothek, ein kleiner Dorfladen, die Post – alles von einer einzigen sehr freundlichen Dame bedient sind gleich nebenan. 

Für die Nutzung des WLANs musste ich eine Unterschrift leisten und meinen Führerschein vorzeigen.

Es wird eine ruhige Nacht werden. 

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Über die Berge

27. November 2018

Nun, aus dem Gebirge sind wir wieder gut heraus gekommen. Es wurde am Morgen nach einer frostigen Nacht ( innen hatten wir es kuschelig warm) und Eiskratzen auf der Scheibe eine immer schönere Fahrt durch das Gebirge bis wir in einem Nationalpark und bei Saint Julien du Verdon an einem Stausee angelangten. 

Über weitere, aber weit nicht mehr so lange Pässe führte uns das Navi auf eine wunderschöne Hochebene der Provence, einen weiteren Nationalpark von Verdon. Lavendelfelder weit und breit, Olivenhaine und Mandelplantagen so weit das Auge reicht. Die nette Verkäuferin im Lavendelladen wäre fast bereit gewesen, sich malen zu lassen. Na ja, bald werden wir in Spanien und Portugal die ersten Gesichter bekommen. 

Als nächste Stadt haben wir Arles ins Navi eingegeben. Dort hatten wir letztes Jahr bei unserer Spanienreise ein Erlebnis der besonderen Art: wir versuchten den in der „park4night“ App angezeigten Stellplatz zu finden und kamen dabei auf ein unbewohntes und ziemlich verfallenes Bauernhaus direkt am Fluss. Ein Gewitter mit heftigem Sturm zog auf und die Bäume bogen sich und ächzten gefährlich. Die schrillsten Laute waren von allen Seiten zu hören und ich hatte Angst mich vom Wohnmobil zu entfernen um meine Blase zu entleeren. Welch ein Segen, dass wir in Big Fredi nun eine Toilette und eine Dusche haben!

Wir entschlossen uns heute nach dem erfolgreichen Bunkern von 100 Litern Wasser gleich in Sénas zu bleiben.

An der Wasserzapfsäule brauchte man Jetons, um den Automaten zu füllen. Diese hatten wir natürlich nicht. Auf meine Frage in einem Gebäude gleich neben dem Stellplatz, wo man diese bekommen könne, erfuhr ich, man müsse in die Trafik. Dann kam ein junger Mann, öffnete den Kasten mit den Jetons, übergab Wilfried einen davon und verschwand wieder. So konnten wir gratis 100 Liter Wasser bekommen. Ein kleiner Spaziergang in die Stadt begeisterte uns nicht sonderlich, reichte aber um köstliches Baguette und ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Am Nachmittag begann es schon ziemlich zu stürmen und auch jetzt tobt draußen ein ziemlicher Sturm. Unsere Verknüpfung mit Arles scheint der Sturm zu sein. 

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Wir sind am Meer

25. November 2018

Wieder stehen wir im Regen, aber diesmal schon viel weiter südlich: in Finale Ligure. In Nord-West Italien am ligurischen Meer, auf der einen Seite sieht man das Meer, dahinter gibt es schroffe Felsen und die Straße schneidet sich durch die Felsen, sodass man mit Big Fredi aufpassen muss, dass er nicht an die überhängenden Felsen stößt. 

Die Fahrt hierher war alles andere als ein Vergnügen. Ich beschwere mich nie wieder über schlechte Straßen in Österreich nach diesem Dilemma. Absolut Emmentaler-Straßen. Man kann den Löchern gar nicht immer ausweichen, es rumpelt und pumpelt unaufhörlich. Was machen die Italiener mit dem Geld, das für Straßen verwendet werden sollte? Die Straßen sind nicht erst heuer kaputt geworden. 

Na ja, gestern hatten wir die Reise bei relativ gutem, jedenfalls regenarmen Wetter in Lodi beendet und konnten Big Fredi auf einem öffentlichen Camper Parkplatz abstellen. Der „kleine“ Spaziergang in die Stadt stellte sich wieder einmal als „ Todesmarsch“ heraus, wir genossen das Flair dieser Stadt bei beginnender Dämmerung. Lodi ist vor ca. 500 Jahren in einen Rechtsstreit mit Mailand geraten und schließlich haben diese beiden Städte eine Kooperation gegründet, die für beide zu einem fruchtbaren Handel führte. Na bitte, wer sagt’s denn, die haben damals schon gewusst: gemeinsam ist man stärker. Viele Boutiquen und schöne, geschmackvolle (und teure) Geschäfte luden uns zum „Schauen“ ein. Zum Kaufen reicht unser Kleingeld nicht. Macht nix, wir haben eh keinen Platz mehr im Big Fredi. 

Heute morgen ging es dann um 10 Uhr nach einem gemütlichen Frühstück wieder weiter zu dem bereits beschriebenen Platzerl direkt am Meer. Für Wilfried war es äußerst anstrengend, all den vielen Frostaufbrüchen auszuweichen. Die Schlaglöcher sind hoffentlich jetzt vorbei, die letzten Straßenkilometer in Ligurien waren weitaus besser. 

Wir sind schon auf die Weiterreise gespannt!

Bleibt dran! Wir berichten demnächst weiter!

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Weiter geht’s

23. November 2018

Nach einigen Wochen zu Hause, die für Adaptionen und Verbesserungen im Auto waren – so wie zum Beispiel eine Solaranlage – geht es nun wieder auf Achse: Portugal und Spanien stehen diesen Winter auf dem Face-Europe Programm.

Am Dienstag, den 20. November ging es zu Mittag endlich los. Bei Schneefall und diesigem Wetter kehrten wir Nußdorf den Rücken und zogen Richtung Süden.

Das heißt, gleich hinter St. Pölten bunkerten wir 2 Gasflaschen, um für die Fahrt nach Portugal und die Rückkehr aus Spanien genug Gas an Bord zu haben. In Spanien und Portugal ist es – bedingt durch die jeweils verschiedenen Anschlüsse – notwendig länderspezifische Leihflaschen anzukaufen und zu hoffen, dass die Adapter diesmal passen. Am Ende der Reise müssen wir die Leihflaschen wieder an den Mann bringen.

Jedenfalls wurde es recht schön warm im Big Fredi und es war auch bei Minusgraden recht gemütlich.

Wir kamen immer mehr in den Sonnenschein, je mehr wir uns bergauf- und bergab durch die schöne niederösterreichische und steirische Landschaft bewegten. Auch Big Fredi gefiel die Berg- und Talfahrt. Er wurde diesmal nicht heiß – so wie bei unserer letzten Kärnten Tour im Hochsommer. Jetzt wissen wir ja auch, wofür der eine Hebel im Auto gebaut ist: es ist die zusätzliche Kühlung bei starken Steigungen.

Wir kurvten also bis Mooslandl in der Steiermark, hielten am Parkplatz des wunderschönen Sommerbades und inspizierten am nächsten Morgen das Gelände. Ein cooler Campingplatz, ein tolles naturbelassenes Schwimmbad, das jetzt im Winter auch zum Spazierengehen einlädt.
Nächsten Tag ging es dann gemütlich weiter nach St. Veit, um Wilfrieds Brüder zu besuchen.

Es war ein feiner Abend, leider trafen wir Gitti, die Schwester aus Australien nicht an, denn sie fuhr verfrüht wieder in ihre australische Heimat zurück. Gesundheitliche Probleme zwangen sie dazu. Ich hoffe sehr, dass wir sie nächster Jahr persönlich antreffen und in der Zwischenzeit können wir ja Skypen.

Weit ging unsere Reise am Donnerstag nicht mehr, denn in Untergreuth war schon unsere nächste Station. Thomas und Marion, unsere lieben Freunde, bekamen ihre geliehene Videokamera retour und wir genossen den Besuch in deren wunderbarem Haus ganz außerordentlich. Die Forellen, die es zum Nachtmahl gab und das königliche Frühstück verdienen locker 5 Sterne! Wir ließen es uns nicht nehmen, in Big Fredi zu übernachten und um 10 Uhr ging es dann wieder weiter Richtung Italien. Sonne und Wolken wechselten sich ab, bis schließlich die Wolken kurz nach Venedig die Oberhand behielten und nun stehen wir im bacherlwarmen Auto in Campagna Lupia, weg von der Hauptroute, auf einem kleinen gemeindeeigenen Parkplatz und der Regen plätschert lustig auf das Dach.

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