Słupsk ist der Renner

Blogeintrag 16. August 2019

Eine wundervolle Urlaubswoche bei unseren Freunden in Kaliningrad sorgte für Entspannung und viel Spaß.

Die Woche verging wie im Flug und bei der Ausreise standen wir 5,5 Stunden an der Grenze zu Polen. Dienst nach Vorschrift. Gefühlte 100 mal Öffnen sämtlicher Türen und Klappen in unserem Big Fredi, Erstaunen oder einfach nur „Blechgesichter“ bei den Beamten, deren Tragen der überdimensionalen Kappen schon eine Sonderzulage beim Gehalt rechtfertigen würde. 

Endlich nach dem letzten Fenster zur Passkontrolle hieß es dann auch noch Fahren durch die Röntgenbeschau. Ich wollte wissen wonach sie suchen und wurde aufgeklärt, sie suchten nach Tieren und versteckten Menschen. Welch ein Schreck: wir haben doch unsere Bärenfamilie an Bord und sicher auch ein paar Moskitos russischen Ursprungs. Gott sei Dank konnten sich alle gut verstecken und wir setzten unsere Fahrt noch bis Frombork, zu deutsch Frauenburg fort. An einem ruhigen Parkplatz an der Straße übernachteten wir ein Mal. In der Früh frühstückten wir mit unserem englischen Nachbarn Nikolaus. Wilfried half ihm anschließend bei seiner Autoreparatur. Während ich mich mit einem süßen kleinen Babykätzchen vergnügte, es mit Milch zutraulich machte, werkelte Wilfried im Auto von Nikolaus. Zum Dank lud er uns ein in Portugal mit ihm essen zu gehen. Ja, so groß ist die Gemeinschaft des fahrenden Volkes!

Es wäre zwar möglich gewesen unser nächstes Ziel – Smoldzino – am selben Tag noch zu erreichen, aber wir zogen es vor, noch einmal an einem wunderschönen naturbelassenen See umgeben von viel Wald zu übernachten bevor wir unseren Freund Michael in Smoldzino am 26. Juli schließlich erreichten.

Welch wunderbarer Garten nahm uns hier auf! Weitere 2 Wochen ohne erfolgreiche Face-Europe Suche.

Obwohl Michael schon vorgearbeitet hatte, fand sich keiner, der porträtiert werden wollte. Also nützten wir die Zeit mit Strandbesuchen und einer tollen Faltbootfahrt auf der unberührten Lupawa.

Am Donnerstag, den 8. August wendete sich das Blatt dann gewaltig. Ein Ausflug nach Słupsk endete in einer Einladung der Stadt direkt vor dem Rathaus zu stehen und unser Projekt weiter zu führen. Sogar für die Nacht hatte Dariusz, der Kulturmanager, für uns einen Platz im Kulturzentrum reserviert. Das Kulturzentrum ist ein videokontrollierter Park mitten in der Stadt. Wasser und Stromanschluss ebenso inkludiert wie eine Toilette. Dariusz wusste sofort, worum es bei unserem Projekt geht und unterstützt uns großartig. Die Cafeteria und die Toilette im Rathaus sind für uns immer untertags zugänglich. Das erleichtert unser Leben hier ungemein und wir können uns hier den wesentlichen Dingen zuwenden: Face Europe bekommt heute das 9. polnische Gesicht. Davon sind dann 8 in Słupsk entstanden.

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Dariusz stellte den Kontakt zum lokalen Fernsehen her: seit Mittwoch sind wir mit einem umfassenden Video dort vertreten. Ebenso das Stadtblatt und die Lokalzeitung haben uns erwähnt.

Am Mittwoch wollte ich ein Stück Stoff kaufen. Michael hatte uns einen uralten witzigen Klappsessel geschenkt, dessen Bezug zu erneuern war. Da ich meine Nähmaschine mit an Bord habe, ist es mir möglich auch größere Projekte zu nähen. Die Verkäuferin, Beata und ihre Tochter Kalina sind nun auch im Projekt dabei. Das Stück Stoff für den Sessel bekam ich obendrein geschenkt. Der Sessel ist nun frisch bezogen mit einem Stoff, der in 100 Jahren noch gut ist. Er wird uns immer an Słupsk erinnern. 

Von Montag bis Freitag entstanden somit 8 Porträts und die Anfragen gehen immer noch weiter.

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Polen im Sauseschritt

Blogeintrag 14. Juli 2019

Am Donnerstag, dem 11. Juli 2019 um 18 Uhr nach dreimonatigem Zwischenstopp in Österreich haben wir den Aufbruch nach Norden endlich geschafft. 

Was uns so lange aufgehalten hat? Die Umtypisierung von Big Fredi von einem Kleinlastkraftwagen bis 3,5 Tonnen auf ein Wohnmobil mit einem gesamten zulässigen Gesamtgewicht von 5 Tonnen. Dazu hat unser alter Herr nagelneue starke Federn eingebaut bekommen. Außerdem musste Wilfried den LKW Führerschein samt lästiger Prüfungen überstehen. Die Kosten für diesen Spaß waren enorm. Dafür sind wir jetzt wahrscheinlich mit einem von wenigen legalen Fahrzeugen im Wohnmobilbereich unterwegs, das nicht überladen ist. Der Fahrspaß mit den neuen Federn ist enorm gestiegen. Die Schaukelei hat ein Ende. Big Fredi fährt wie auf Schienen. Auch während des Aufenthaltes beim Stehen schaukelt es nicht mehr so wie vor dem Umbau. 

So tuckerten wir seit Donnerstag in kleinen Tranchen bis in den Norden von Polen. Am Dienstag werden wir von unseren Freunden in Kaliningrad erwartet, wo wir eine Woche Urlaub einlegen werden. Nach den kräftezehrenden 3 Monaten in Österreich wird uns der Urlaub guttun. 

Wir stehen mitten in einem Waldstück bei Pruski, etwa 180 km von der Grenze zu Kaliningrad. Es ist absolut ruhig hier. Untertags haben viele Ausflügler im Auto oder auf Fahrrädern den Kiesweg neben unserem Platz passiert. Jetzt ist es wieder ganz still. Man hört und sieht nichts. Die Heidelbeeren, die von den Pflückern zurückgelassen wurden auf den Büschen sind sehr klein und trocken. Geschmacklich kein Höhepunkt. Es lohnt sich nicht wirklich, sich stundenlang für ein paar Beeren zu bücken. Vielleicht gibt es ja an unserem nächsten Stellplatz an einem See eine bessere Ausbeute.  

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