Wilfried der Haarige

Blogeintrag 8. Dezember 2018

Jetzt wissen wir endlich, warum Wilfried hier in Besalú so erfolgreich ist:

Er war schon einmal hier im 9. Jahrhundert als „König Wilfried der Haarige“!

Dazu aus Wikipedia:
Wilfried der Haarige und das erste unabhängige Katalonien der Geschichte

Dabei begann Wilfried ganz unten. Naja, so weit unten man als gehobener Adeliger eben beginnen kann. Im Jahr 870 ernannte ihn Karl der Kahle zum Graf zweier kleiner Länder in Nordkatalonien, womit Wilfrieds Blitzkarriere begann. Acht Jahre später kamen dann mehrere Besitztümer in der sogenannten Spanischen Mark dazu, einem Gebiet, das als Militärgrenze gegen die Muslime des Emirats von Cordoba diente. Kein allzu beliebtes Stück Land, kann man sich denken. Dort wurden immerhin ständig militärische Scharmützel ausgetragen und die Bevölkerung war schon lange in Massen abgehauen. 

Das muss wohl der Grund sein, warum Wilfried sich hier in Katalanien so wohl fühlt und so erfolgreich ist. 

Immerhin hat er heute das 5. Porträt innerhalb von 9 Tagen für Face Europe gemacht und 2 weitere Werke auf der Brücke von Besalú angefertigt: ein Landschaftsbild von der Stadt und ein Auftragswerk. 

Heute war Daniel an der Reihe. Der Inhaber einer kleinen privaten Bierbrauerei inmitten von  Besalú, der uns sein spannendes Leben erzählte. Seine Freundin Ingrid möge ihm verzeihen, dass es heute länger gedauert hat, dass er nach Hause gekommen ist. 

Wir danken auch seinen liebenswürdigen Familien!

Bepackt mit Wurst – von seiner Freundin und deren Familie fabriziert, und mit Wein von Besalú kamen wir spät abends wieder in Fredi an. Danke für die wunderbaren Geschenke!

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Gemeinsame Erlebnisse

Blogeintrag 6. Dezember 2018

40 Jahre Republik Spanien und ein richtiger Feiertag.

Der Parkplatz ist gesteckt voll und Petra und Dieter, die eigentlich vor hatten weiter zu fahren, haben sich spontan entschlossen zu bleiben, weil sie die Befürchtung hatten, im Vulkangebiet wäre touristisch noch mehr los als hier und es gibt auch in Besalú noch genug zu entdecken. Wir sind außerdem mit Ihnen überein gekommen unsere Reise gemeinsam fort zu setzen solange es uns allen Spaß macht und für alle passt.

Wilfried wurde gestern von Dorian, dem Akkordeonspieler ersucht, sich und die kleine Maja auf einem weiteren Bild zu malen. Von Maja gab er uns eine Fotografie und Wilfried willigte ein. Dorian konnte – da er wieder auf der Brücke spielte, life gemalt werden, das kleine Mädchen kam vom Foto dazu. 

Während Wilfried mit dem Malen beschäftigt war, schlenderten Dieter, Petra und Lisbeth durch die Stadt und taten es der Unzahl von Touristen gleich. Dieter probierte ein Grillhühnchen und seine Begeisterung stiftete auch Lisbeth an, ein solches als spätes Mittagessen einzukaufen. 

Den Nachmittag und Abend verbrachten wir mit Tätigkeiten wie dem Lesen, Stricken, Filme herunterladen und gemütlichem Faulenzen. 

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Eintauchen in die Vielfalt von besalú

Blogeintrag 5. Dezember 2018

Einige dichte Tage in Besalú haben wir schon wieder hinter uns.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Seit Samstag genießen wir die spanische Wärme untertags und die Nächte sind ohne Heizung gut zu überstehen.

Montag, den 3. Dezember entschloss sich Wilfried ein Ölbild von der Stadtansicht von Besalú von der Brücke aus zu malen. Es wurde ein farbenfrohes Bild und machte ihm riesigen Spaß.

Der Akkordeonspieler, der schon seit Tagen auf der Brücke spielte, nickte anerkennend als er das Ergebnis sah. Auf die Frage, ob er sein Porträt auch gemalt bekommen möchte nickte er begeistert und war auch wirklich am nächsten Tag zur vereinbarten Zeit wieder auf der Brücke.

Ein Paar, das wortlos an uns vorbeispazierte fiel mir irgendwie besonders auf. Die Frau hatte so einen offenen Blick und ein freudiges Aussehen.

Als wir dann am Abend wieder in Fredi waren, begrüßten uns genau diese Leute ganz freundlich auf deutsch und fragten woher unser Nummernschild wäre.

Wir luden sie spontan zu einem Kaffee ein. Ihnen gehört der Allrad Truck, der am Vormittag auf dem Stellplatz eintrudelte. Es wurde ein lustiger und langer Kaffeeplausch mit Dieter und Petra, der sich bis 23:00 hinzog und nahtlos ins Nachtmahl über gegangen war. Keinem war aufgefallen, wie spät es schon war.

Nächsten Tag, es war Dienstag, und der Akkordeonspieler sollte gemalt werden, verabredeten wir Frauen, Petra und Lisbeth uns, um eine Runde zu spazieren. Es wurde daraus ein beinahe 3 Stunden dauernder Spaziergang mit Gymnastikeinlage an den Parkbänken, dem Bestaunen einer alten dem Verfall preisgegebenen Mühle, dem Spazieren über wackelige Brücken bis wir schließlich durch Zufall auch noch den Wochenmarkt entdeckten, wo wir am letzten Drücker noch Gemüse und Käse erstanden.

Dieter und Petra begleiteten uns auch zum Porträtmalen von Dorian, dem Harmonikaspieler.

Die Konversation mit Dorian war für beide Seiten nicht sehr erfolgreich. Also ließ Dorian seine Musik spielen während Wilfried in etwas mehr als einer Stunde ein Ölbild zauberte. Es ist total gelungen. Alle Umstehenden staunten und gestikulierten anerkennend.

Heute war dann Petra als 20. Face Europe Porträt und das erste für Deutschland an der Reihe. Petra konnte viel aus ihrem Leben erzählen. Demnächst gibt es auch Videos von den einzelnen Porträtsitzungen auf YouTube zu sehen. Dazu muss der Sonneneintrag in die Solaranlage aber noch kräftig steigen. So wie jetzt reicht der Strom zum Filme schneiden gar nicht aus.

Auch der irische Lehrer hat sich noch nicht gemeldet, sodass wir jetzt entschlossen sind rasch in den wärmeren Süden zu fahren. Einerseits ist das Klima dort grundlegend wärmer und angeblich soll es hier im Norden ab Mittwoch empfindlich kalt werden. Darauf haben wir nun wirklich keine Lust.

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Das erste Portrtait in Katalonien

1. Dezember 2018

Das erste Porträt in Spanien ist geschafft!

Bei dem Portrait von Jorde entschloss ich mich für eine schnelle Skizze
Jordi signiert am „Big Fredi“

Jordi, der Handpanspieler ist wirklich aufgetaucht und bei ziemlicher Kälte hat der eine (Jordi) gespielt während der andere (Wilfried) ihn gezeichnet hat. Beiden sind beinahe die Finger abgefroren und als die Aktion beendet war, kam plötzlich die Sonne heraus und eine ganze Schulklasse lauschte dem Spiel und bewunderte die fertige Zeichnung. Unvorstellbar, wie viele Touristen hier in Besalú unterwegs sind. Viele Juden aber auch Muslime sind klar zu erkennen. 

Die fertige 30min. Skizze

Zum Aufwärmen entschlossen wir uns Pizza zu essen und als wir das Lokal betraten, wen sahen wir da sitzen? Jordi über einen heißen Tee gebeugt lud uns sofort an seinen Tisch ein. Wir setzten unsere Konversation mit Google Wörterbuch und dem Kellner, der ausgezeichnet Englisch sprach fort. Die Pizza Marke Tiefkühlpizza passt zu den Touristenströmen. Abzocke wohin das Auge schaut. 

Jordi verabschiedet sich von uns und gibt uns noch den Tip am Ufer des El fluvià entlang zu spazieren. Wir folgen gerne seinem Rat und genießen den ruhigen Spaziergang. 

Heute morgen waren wir schon auf den Markttag gespannt, der von der Touristeninformation toll angekündigt wurde. 

Also spazierten wir um 10 Uhr in die Stadt. 

Ein geschmackvoller Laden hebt sich aus allen typischen Giftshops positiv hervor. Leider sind die schönen Sachen auch wieder viel zu teuer für uns. 

Wir versuchen unser Glück in einem Market für Lebensmittel, dessen Auswahl uns auch nicht „aus den Socken wirft!“ ein Bund Bananen à 0,99€, Orangensaft und eine abgepackte Wurst wandern in unsere Einkaufstasche. 

Dann schlenderten wir wieder zurück in die Altstadt, in die Bäckerei führte Lisbeth Wilfried fast blind. 

Für das Mittagessen kochten wir Kartoffeln und Linsen asiatisch-österreichische Mischvariante: indische Gewürze, die Kartoffeln mit Speck. Schmeckte köstlich, sättigte hervorragend. 

Danach wollten wir endlich herausfinden, ob denn nun endlich der propagierte Anisschnapsmarkt schon begonnen hatte und mussten enttäuscht feststellen, dass die bereits seit Freitag aufgebauten Marktstände noch immer verwaist im Zentrum der Stadt standen. 

Wir begaben uns mit unseren herrlichen „Seduschkas“ ( in Kaliningrad gekaufte warme Sitzunterlagen) bis zum nächsten Sonnenbankerl und genossen die südliche Sonne während uns Mama von der Schneelandschaft und der Kälte daheim am Telefon berichtete. 

Am Rückweg über die Fußgeherbrücke stand noch immer der Maler, den wir schon zu Mittag sahen aber nicht stören wollten. Wilfried gefiel das Werk besonders gut und er sprach die offenbar englisch sprechenden Herren an, die dabei standen und lobte das Werk. Es stellte sich heraus, dass der Maler Norman Teeling ist. Ein ziemlich bekannter und sehr guter irischer Maler, angestellt war er unter anderem bei Warner Bros in Hollywood, hat aber überall schon gearbeitet. Jetzt ist er gerade zu Besuch bei zwei irischen Freunden, die ihm das Malen im Freien ermöglichen, indem er bei Ihnen wohnt und sie ihn zu den schönsten Plätzen bringen. 

Einer von ihnen hatte schon unseren Blog gekannt und beteuert, wir seien bereits berühmt!

Der andere freute sich riesig als Wilfried ihm anbot ihn zu malen. Er fühlte sich geehrt. Leider haben wir keine Namen der beiden, sind aber überzeugt, per E-Mail weitere Informationen betreffend Ort und Zeit zu erfahren. Wir sind schon sehr gespannt auf seine Lebensgeschichte und hoffen bald von ihm nähere Details zu bekommen. 

Er wohnt an der Küste am Beginn der Costa Brava. 

Es wäre doch toll, den ersten Iren in Spanien zu malen, wo wir doch im Sommer nicht bis Irland gekommen sind!

Weitere Details folgen! Bleibt dran!

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Jordi

29.11.2018

Besalú heißt die Kleinstadt, in der wir heute gelandet sind. 

Der gestrige Tag war wieder ein ganzer Tag auf Achse. Unser Navi gibt uns die Chance unbekannte Landschaften zu erkunden, so wie zum Beispiel den Naturpark Camarque. Wildpferde, Flamingos und brettelebener Sumpf rechts und links der Straße. Und dann taucht auf einmal aus dem Nichts La Grande Motte auf, mit Spielcasinos, tausenden Booten und einer total gepflegten Parklandschaft. Man sieht, dass es sich hier die Reichen richten können. 

Südlich von Perpignan, nur mehr wenige Kilometer von der Grenze zu Spanien entfernt tanken wir noch einmal so wenig Sprit wie notwendig – die Franzosen protestieren zu recht gegen die hohen Spritpreise – und finden einen ruhigen Stellplatz ohne irgendwelche besondere Ausstattung. Es ist der Parkplatz des Fussballplatzes und nachdem die letzten Spieler heim gegangen sind, ist es ein ruhiger Platz. Die Wölfe heulen zwar, dann kläffen die Hunde. Nachdem die Hunde die letzten waren, die man hören konnte, nahmen wir an, dass sie die Wölfe verspeist haben und legten uns entspannt zur Ruhe. Den Stadtbesuch ließen wir aus, denn eine Stadt mit einem so unausprechlichen Namen hat unseren Besuch nicht verdient: Banyuls-dels-Aspres. 

Heute morgen nahmen wir sehr gemütlich unser Frühstück ein, ich konnte sogar wieder einmal Porridge kochen und genießen und erst um 10 Uhr verließen wir den Stellplatz. Die schneebedeckten Berge, die gestern im Abendlicht leuchteten, sahen in der Früh auch sehr einladend aus. Nur nicht zum dort sein, denn uns zieht es ja in die Wärme. Kälte haben wir daheim genug, vor der sind wir ja schließlich geflohen. 

Sehr unspektakulär erreichten wir die Grenze. Im Vergleich zum Vorjahr war hier rein gar nichts los. Keine Millionen von Touristen beim Weihnachtseinkauf. Absolut  tote Hose. Nach Figueras hielten wir uns gleich westlich und peilten die Kleinstadt Besalú an. Eine herrliche Altstadt aus dem Mittelalter ist sehr gut erhalten. Wir erkundeten sie zu Fuß und entdeckten das Miniaturmuseum und auch die alte Brücke, die zum Weltkulturerbe gehören. Im Museum war eine weltweite Sammlung von Miniaturen in unterschiedlicher Größe zu bewundern: die Verkleinerung der Objekte ging von 1:12 bis 1:100.000. Letztere waren nur mehr unter dem Mikroskop zu erkennen. Die ganze Altstadt ist sehr gediegen. Auf der Brücke im Bogen des Einfahrttores saß Jordi und spielte auf seiner Handpan eine gemütliche Melodie. Die Akustik auf der Brücke ist phänomenal. Man hört die Klänge bis in die Stadt. Morgen wird Wilfried ihn zeichnen, während er spielt. 

Bleibt dran, morgen gibt es hoffentlich das erste spanische Porträt. 

¡Olé!

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