Letzte Stunden in England

Blogeintrag 17. Oktober 2018

Insgesamt sind wir bei RDAvery 10 Tage gestanden und konnten uns schließlich doch noch losreißen. Wir warteten vergeblich auf weitere Personen zum Porträtieren. Ray war so freundlich bei seinen Freunden nachzufragen, aber keiner konnte sich entschließen.

Tony war so nett uns in die Stadt Romsey mitzunehmen, wo wir in 1,5 Stunden die Kathedrale mitsamt einer tollen Skulpturenausstellung besuchen konnten und bei ALDI noch einmal so richtig Lebensmittel Bunkern konnten. Mit seinem Renault Clio haben wir auch seine „sportliche“ Fahrweise überlebt.

Er war es auch, der uns zum mobilen Pizzamann mitgenommen hat. Da gibt es doch tatsächlich ein kleines Unternehmen, das in seinem Bus einen Holzkohlenofen eingebaut hat und die köstlichsten Pizzen backt. Sie waren sogar noch richtig heiß, als wir sie im Big Fredi nach einer 5 minütigen Autofahrt verspeisten.

Das waren nebst einem kleinen gemeinsamen Spaziergang (Wilfried und Lisbeth) die einzigen Highlights des Wochenendes.

Am Montag dann Aufbruch zur letzten Etappe in UK. Ab Mittag strahlender Sonnenschein und je näher wir ans Meer kamen, desto wärmer wurde es. Beinahe T-Shirts und Shorts Wetter. Wir hielten schon recht zeitig an der Küste in Peaceheaven auf der Spitze der Kreidefelsen zum Übernachten und genossen ein Jäger-Hähnchen dafür im Pub. Gratisstellplatz für die Nacht gesichert.

In der Früh ein kleiner Spaziergang zum Strand während uns die Paragleiter um die Ohren sausten.

Die letzte Etappe wollten wir nicht auf dem schnellsten Weg hinter uns bringen, schalteten die Autobahnen aus dem Navi weg und trödelten auf den engsten Landstraßen dahin. Nach einem enormen Loch in der Straße gab Big Fredi dann anschließend dieses verdächtige Geräusch von sich, das Wilfried wieder ganz närrisch machte.

Bei der Suche nach einem nochmaligen Übernachtungsplatz auf der Insel – es war schon dunkel geworden – näherten wir uns so rasch dem Fährhafen, dass wir auch gleich die Überfahrt im Angriff nahmen. Ohne Wartezeit und mit nur wenigen anderen Fahrzeugen war die Überfahrt sehr angenehm.

Den Fährhafen von Dünkirchen kannten wir ja schon vom Hinfahren, jetzt stresste uns die Dunkelheit und die Umstellung auf das Rechtsfahren. Außerdem wollte Wilfried kein Risiko eingehen, dass bei Big Fredi noch mehr kaputt geht und deshalb bewegten wir uns bei eingeschalteter Warnblinkanlage beinahe im Schritttempo in Richtung erstem französischem Stellplatz. Die Naviangabe wie so oft unpräzise führte uns zuerst wieder in die falsche Richtung der Straße und es brauchte wieder viel gutes Zureden und Cool

Bleiben, bis wir endlich am Stellplatz ankamen. Mit der Zeitumstellung wurde es 1:00 früh bis es endlich „Licht aus“ gab.

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Wenn einer eine Panne hat, kann er was erzählen

Heute ist bereits wieder Donnerstag und unser Aufenthalt hier knapp vor Niemandsland war äußerst erfolgreich. 

Wer hätte das gedacht, als wir hier auf der Wiese abgestellt wurden. 

Gleich nach unserer Ankunft half uns Tony mit einem Verlängerungskabel aus, sodass wir für das Wochenende mit Strom versorgt waren. Wer Tony ist, erfährt ihr noch. Für den Wasseranschluss war unser Schlauch zu kurz, aber wir konnten auch mit dem noch verbliebenen Wasser unser Auslangen finden. 

Am Sonntag war es wunderschön, Lisbeth erforschte den Nationalpark „New Forest“, der gleich hinter der Wiese beginnt. Eine idyllische hügelige Heidelandschaft, auf der unzählige Pferde grasen und so tun, als wären die Spaziergänger gar nicht da. Sie grasen und durchstreifen die Landschaft, es geht eine Ruhe von Ihnen aus. Strahlend blauer Himmel lockt auch viele andere Spaziergänger und Hundebesitzer in die Natur. Die Hügel schauen alle irgendwie gleich aus, und bei dem fehlenden Orientierungssinn ist es ein Wunder, wie zielgerichtet Lisbeth den Eingang in das Areal von der Firma Avery wieder findet. 

Ein weiterer Ausflug, der gar nicht so lange ursprünglich geplant war, führt Lisbeth dann noch zum ca. 400 Meter entfernten Campingplatz Green Hill Farm. Dort angekommen fragt sie, ob es möglich wäre, ausnahmsweise die Dusche ein Mal zu benützen, da wir mit unserem Campervan eine Panne haben und bis morgen auf die Reparatur warten müssen. Diese Bitte wird geradeheraus abgelehnt. 

Arbeit an Ray’s Portrait

Am Nachmittag bekommen wir dann Besuch vom Seniorchef und ihr erratet niemals seinen Namen. Als wir ihn erfuhren und er einwilligte, sich von Wilfried zeichnen zu lassen, waren wir vor Begeisterung kaum zu halten. Sein Name Raymond Douglas Avery. Endlich, nach wochenlangem Suchen fanden wir endlich Ray! Und 2 Tage später saß er bei Kaiserwetter vor Big Fredi und erzählte uns seine Lebens- und die Firmengeschichte während Wilfried sein Porträt anfertigte. 

Nach 2 Stunden war Ray’s Portrait fertig

Die Reparatur am Montag wurde von Brian gewissenhaft ausgeführt, ein neues Lager war am Abend bereits wieder eingebaut. Der Preis sehr fair. Wir hoffen, dass jetzt eine Weile wirklich nichts Gröberes mehr in Big Fredi zu investieren ist.

Die Wartezeit während der Reparatur vertrieben wir uns mit einem Spaziergang nach Niemandsland und speisten im Pub „The Lamb“

Die Firma RDAvery, ein toller Betrieb mit großartigem Betriebsklima muss man extra hervorheben. Eine Firma, die sich auf das Abschleppen, Reparieren und Prüfen von allen Fahrzeugen, im Besonderen von LKWs spezialisiert hat. Eine Werkstatt der Spitzenklasse. Alle Mitarbeiter sind außerordentlich freundlich, aber auch entspannt. Ray, der Seniorchef hat die Agenden schon seiner Tochter und seinem Neffen übertragen. Die wahre Chefin ist noch Sue, seine Frau, aber auch sie wird sich demnächst immer mehr aus dem Geschäft zurückziehen.

Ray ist eine wahrlich gute Seele. Er überlässt Freunden gerne die Wiese zum Campieren. Tony kam vor ein paar Jahren mit seinem riesigen Bus zur Reparatur und erkor den Platz als sein neues zu Hause. Er lebt in seinem Bus, ist da und dort behilflich und bewacht auch gleich den Platz. Die Mitarbeiter nennen ihn den freundlichen Hippie.

Tony war wirklich eine Herausforderung

Auch ihn durfte Wilfried gestern noch zeichnen. Es war ein außergewöhnlicher sommerlicher Tag, bei Tonys stark gestikulierender Sprache kam Wilfried doppelt zum Schwitzen. Aber er liebt ja die Herausforderung und so wurde als Draufgabe am Abend auch noch Bill, der Untermieter der Familie Avery gezeichnet.

In Anbetracht seiner wilden Gestik und der ständig ändern Mimik bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis

Bill war von seinem lebendigen Porträt total begeistert. Er, der sehr ortsgebunden ist, und auch seine Urlaube lieber zu Hause verbringen möchte, wünscht sich zur Vernissage von Face Europe zu kommen, und sein Bild gemeinsam mit den anderen Menschen der EU ausgestellt zu sehen.

The result was a real living portrait

Das Ergebnis war ein wirklich lebendiges Portrait von Bill

Morgen soll es dann doch weiter gehen. Auch wenn wir uns hier äußerst wohl fühlen und die Gastfreundschaft schon auf das nächste Monat ausgedehnt wurde, möchten wir nicht warten, bis wir unseren Gastgebern zur Last fallen.

Wir kommen aber dafür gerne wieder hierher, aber hoffentlich ohne Panne!

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Ups was ist mit big Fredi los

Big Fredi hat seinen heißen Fuß in Winchester rasch abgekühlt

und der Parkplatz inmitten der Stadt für Wohnmobile extra reserviert war genau das Richtige für eine gute Nachtruhe. Lisbeth wollte sich die Stadt ein wenig ansehen, schließlich war Winchester vor London noch Hauptstadt gewesen. Es liegt sehr schön eingebettet in Wälder und fruchtbare Felder. 

schöner Park in Winchester

Mitten in der Stadt ein Park am Itchen River, sehr naturbelassen und wunderbar für Läufer und Spaziergänger. 

Dem Problem des heißen Reifens wollten wir uns am nächsten Morgen gleich annehmen und fragten bei der Tankstelle um die nächstgelegene Werkstatt. Die Auskunft war zu vage: dritte Straße links. Da war nix. Also wieder Mister Google befragen und dann begann eine Irrfahrt von Werkstadt zu Werkstatt. Jeder schickte uns zu jemand Anderem. Schließlich stellte ein Mechaniker fest, dass der inner Zwillingsreifen einen „Patschen“ hat. Er verwies uns zu einer Werkstätte, die uns helfen sollte. Allerdings, dort angekommen, es war Freitag Mittag und die Arbeitsmotivation auf dem wöchentlichen Tiefpunkt angelangt, wurden wir zum Reifenhändler schräg gegenüber verwiesen. 

Als wir dort um einen neuen Reifen bzw. dessen Montage baten, mussten wir erfahren, dass Big Fredi zu groß ist und der Wagenheber nur 2,5 Tonnen heben kann. Wilfrieds Hilfe bei der Mintage wurde ausgeschlagen wegen „Sicherheitsrisikos“. 

Man muss sich das vorstellen: man steht vor dem Reifenhändler und der sagt einem einfach, dass er keinen Reifen montieren kann. Dabei ist das sein laufendes Geschäft. 

Wir wussten nicht weiter und uns blieb nur mehr der ÖAMTC als Ausweg. Bereits eine Stunde später wechselte AA, der englische Pannendienst VOR der Reifenwerkstatt uns den Reifen. 

Der innere rechte Zwillingsreifen war komplett kaputt. Das hatte am vorderen gerieben und Hitze und Gestank erzeugt. Wir waren zufrieden, dass der Reifenhändler uns wenigstens einen Ersatzreifen verkaufte, sodass wir unseren Reservereifen nicht antasten mussten. 

Die beiden freundlichen Techniker von AA verabschiedeten sich freundlich und wir waren guter Hoffnung, das Problem sei nun gelöst und wir könnten unsere Reise fortsetzen. 

Sofort merkte aber Wilfried, dass das Geräusch, das er schon eine Weile beim Fahren gehört hatte noch immer da war. Somit hatten wir zwar ein Problem gelöst, aber die Ursache nicht beheben können. 

Nach 2 km auf der Autobahn dann das totale „AUS“. Gerade noch zur Parkbucht geschafft. Wieder ÖAMTC anrufen. Wieder warten. 

Das Radlager scheint komplett zerstört zu sein

Knapp vor Einbruch der Dunkelheit kam dann der nächste AA Mitarbeiter gleich mit einem Abschleppwagen angebraust. Neuerliche Demontage der Reifen und festgestellt, Lager kaputt. Weiterfahren unmöglich. 

Big Fredi war einfach zu schwer

Wir erleichterten Fredi um seine kostbaren Wasservorräte, räumten alle schweren Sachen aus dem Auto, aber der Abschleppwagen hatte für so einen fetten Fredi keine Kraft. So wurde für den nächsten Morgen ein größerer Abschleppwagen bestellt. Alles immer mit ÖAMTC in Wien ausverhandelt.

warten im Regen

Heute früh, wie vereinbart, tauchte der vermeintlich größere Wagen dann auf, der uns nur mehr zu der nächsten Werkstätte schleppen sollte.
Er unterschied sich vom Äußeren nicht von dem von gestern. Allerdings hatte er schließlich genug Power und auch eine bessere Hebevorrichtung, Big Fredi durfte selbst mit einem Auto mitfahren. Ich glaube es hat ihm ziemlich viel Vergnügen bereitet. In den engen Kreisverkehren hat er sich ziemlich in die Kurve gelegt und ist vor lauter Freude mitgetanzt. Lisbeth konnte im Rückspiegel seine Augen leuchten sehen. Ihr selbst wurde ganz schwindelig, aber der Fahrer meinte nur: „der ist fest angebunden!“

Nach dem Traum von Lisbeth, bei dem Fredi umkippte, war die Wirklichkeit nun schon fein.

Wir sind wohlbehalten bei der Werkstätte angekommen. Dahinter gibt es eine „Wiesn“ und am Montag wird Fredi hoffentlich wieder hergestellt. 

Big Fredi wird auf der Wiese hinter der Werkstätte abgeladen

Es hat heute seit dem Morgen geregnet, jetzt ist der Regen dem Sturm gewichen und ab morgen soll es wieder sonnig sein. 

Tatsächlich kommt wieder die Sonne

Wir haben genug zu Essen gebunkert, Strom bekommen wir von der Werkstatt und dann schauen wir weiter, was passiert. 

Jedenfalls sind wir jetzt von Winchester nach Southampton geschleppt worden und stehen am Eingang zum „New Forst National Park“. Zwischen Plaitford und Nomansland. Ja, das heißt wirklich so und es verspricht ein ruhiges Wochenende zu werden. 

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Abschied von Oxford

Ein sonniger Herbsttag geht zu Ende und wir haben ihn sehr genossen.

Eine spätsommerliche Fahrt nach Winchester nachdem gestern Michele gemalt wurde und wir ein köstliches 3 gängiges Nachtmahl genießen durften. Das geschichtsträchtige Haus – 250 Jahre hat es auf dem Buckel und kann viele Geschichten erzählen – so wie der köstliche Rotwein sorgten bei von Tony (Michele’s Mann) kreiertem tollen Menü nach der Porträtsitzung für ausgezeichnete Stimmung. 

im Atelier von Michelle, im Vordergrund eines ihrer letzten Arbeiten zum Thema „Flüchtlinge“

Wir hätten die ganze Nacht weiter reden können. Es gab so viel zu erzählen und von Michele und Tony zu hören. 

Im Atelier von Michelle war gut arbeiten
Interessante Gespräche halfen dem Portrait sich zu entwickeln

Wilfried ist mit dem Ergebnis des Porträts von Michele recht zufrieden, er nähert sich immer mehr seinen Vorstellungen, was ein life Porträt können sollte: es soll die Essenz eines Menschen darstellen. 

als es dunkel wurde waren wir auch bald fertig

Wir hoffen auch bei Sohn Daniel, der in Spanien lebt Kontakt zu bekommen und dort Porträts sammeln zu können. Vorgewarnt ist Daniel jedenfalls und wir haben somit ein Ziel, das wir aufsuchen können zwischen Granada und Málaga. 

Wir durften vor dem Haus der beiden in Islip stehen und unsere Wassertanks auffüllen. 

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von den lieben Menschen, hoffen aber, dass wir uns in Spanien, Frankreich oder Österreich wieder sehen.  

Beim Aussteigen aus Big Fredi in Winchester machten wir eine schreckliche Entdeckung: der rechte Hinterreifen rauchte und das komplette Rad war schrecklich heiß, was einen Gestank nach verbranntem Gummi verbreitete. Jetzt kühlt Big Fredi sein heißes Bein und wir müssen morgen beobachten, wie es weitergeht. Auf der Autobahn sind wir einmal unabsichtlich in ein riesiges Loch gefahren, es tat einem in der Seele weh. Immer wieder sind auf den englischen Autobahnen völlig unvermittelt riesige Löcher, die man gar nicht rechtzeitig sieht um ihnen ausweichen zu können. Der Krach geht einem durch Mark und Bein. Und unserem alten Gesellen tun solche Streiche gar nicht gut. Da kann schon einmal eine Bremse kaputt gehen oder ein Lager seinen Geist aufgeben. 

Wir hoffen, dass es keine teure Reparatur braucht um Fredi heil nach Hause zu bringen. 

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Mehr von Oxford

Der Platz am Ende der Sackgasse war toll. Kein Laut zu hören. Nur die verschiedenen Vogelstimmen waren zu vernehmen. 

Wilfried fotografierte die morgentliche Nebelstimmung an der Themse und das Bild erinnerte ihn dabei an den Hitchcock Film „Die Vögel“. 

Danach unser Frühstück. 

Und dann plötzlich – wie aus dem Nichts – ein lautes Getrampel und um Big Fredi herum versammelte sich eine komplette Rinderherde. Einige der Kühe gelangten an die Themse, wo sie trinken konnten. Die anderen drängten sich auf engstem Raum dicht aneinander. Die Exkremente schossen auf den Boden und auf das nebenstehende Tier. Es war ein Muhen und ein Sch…., das möchte man nicht außerhalb des Autos inmitten der Herde erleben. 

Also irgendwie ein Safari Erlebnis. 

Schau dir das im Film an!

Der Boden am Parkplatz glich danach einer Riesentoilette. Nach einigen Minuten und gegenseitigem Anstarren zog die Herde geschlossen wieder ab und wir konnten getrost weiter frühstücken. Der Bauer kam ein paar Minuten später mit seinem Squad angeschossen, drehte eine Runde am Platz und fuhr wieder davon. Anscheinend wollte er sich überzeugen, dass keines seiner Tiere an Big Fredi einen Narren gefressen hatte und bei uns geblieben war. 

Einige Spaziergänge vom Parkplatz aus in verschiedene Richtungen waren dazu angetan Schlehen zu pflücken. Jetzt gibt es ein Kilo Schlehen im Tiefkühlfach. Sie werden demnächst in Schlehenlikör zum Ansatz gebracht. Gin ist bereits eingekauft worden. Ich freue mich auf das besondere Tröpferl. Wenn es angesetzt ist, muss es 45 Tage stehen und soll einmal am Tag geschüttelt werden. Das dürfte im Big Fredi nicht allzu schwer werden. 

Am Montag malte Wilfried Karima. Sie ist eine ganz liebe und interessante Person. Ihr Engagement für bedürftige Menschen, ob Immigranten oder Legastheniker hat sie ihr ganzes Leben ebenso begleitet wie ihr künstlerisches Schaffen und ihre Neugierde Neues zu lernen. 

Sie erschien extra für ihr Porträt mit blauem Haar, blauem Lidschatten und blau-türkisen Ohrringen und einer ebenso geschmackvollen Halskette. Es war ein kurzweiliger Nachmittag und Karima war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mitte der Porträtsitzung kam Steve, Karimas Mann von der Arbeit heim. Er ist Leiter der Gärtner des Oxford Colleges. Vor einigen Jahren wurde auch er life porträtiert von Sullivan. Es war ein „Artist in Residence“ Projekt, das sich über 18 Monate erstreckte und bei dem die Handwerker – von den Köchen bis zu den Gärtnern mit ihren Gebrauchsgegenständen als Gruppe lässig aufgestellt oder hingesetzt wurden. Ein großartiges Werk. Steve zeigte uns ein Foto davon. Das Original hängt im College, wo er es immer wieder betrachten kann.

Für eine weitere Nacht kehrten wir an unseren Waldplatz an der Themse zurück um am nächsten Morgen einzukaufen und den Diamond Campingplatz für eine Stromauffrischung und ein gutes Internet aufzusuchen. 

Heute, 3. Oktober: Micheles Portrait in Islip, einem Vorort von Oxford, könnte vorerst das letzte in England sein. 

Wer noch portraitiert werden möchte, bitte melde dich so rasch wie möglich bei uns! 

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Oxford

Wir sitzen in der Weston Library in Oxford um die letzten Updates auf dem Blog zu laden, die schon vor einiger Zeit verfasst, aber noch nicht online gestellt werden konnten, da schon wieder das Internet zu langsam oder gar nicht verfügbar ist. 

Nun haben wir in der kühlen und kalt wirkenden Aula der Bibliothek einen gratis Internet Zugang. 

Was wir bisher von Oxford gesehen haben, hat uns eher enttäuscht. Die Stadt kann sich nicht entscheiden ob sie ihre historischen Gebäude in den Mittelpunkt rückt oder ganz modern sein will. Das Moderne wirkt auf uns eher kahl und unpassend. 

Vielleicht sind wir auch von Cambridge verwöhnt, diese Stadt lebt von ihrem Gesamteindruck als historische Stadt. 

Ganz lieb wurden wir aber im Red Lion pub in Old Marston, aufgenommen, wo wir nun 2 Tage mit Fredi stehen dürfen. 

Old Marston, quasi ein Vorort von Oxford, liegt eine halbe Stunde zu Fuß von Oxford entfernt. Gut, dass wir uns entschlossen haben, den „Scenic Way“ durch die Parks zu nehmen, der uns bei strahlendem Wetter direkt in die Stadt führte. 

Es herrscht Kaiserwetter. Unvorstellbar, wie wir vor ein paar Tagen noch gefroren haben. Die Oxforder wirken auf uns gelassener als die Leute in Cambridge. Dort ist uns gleich aufgefallen, wie ernst sie uns auf den Straßen begegneten. Viele hastige Fußgänger, Läufer und Radfahrer konnten wir beobachten bei ihrem getriebenen und hastigen Eilen. Vielleicht war aber auch das Wetter schuld vor dem sie davonrennen wollten. Wind und Regen haben uns in Cambridge begleitet, strahlender Sonnenschein und „Griechenlandwetter“, wie es eine Spaziergängerin nannte erwärmten die Gemüter der Oxforder ebenso wie die Unmengen an Touristen. 

Wir ließen uns vom Touristenstrom und von den Studenten mit treiben und landeten im gedeckten Markt von Oxford. Am griechischen Souvlaki Stand unterhielten wir uns mit dem Inhaber, der sein Geschäft großartig versteht. Mit viel Charme und Engagement, aber auch Empathie ging er auf unser Projekt Face Europe ein. Gerne wäre er Modell gesessen, aber bei einer Arbeitszeit von 7 Wochentagen bleibt ihm dafür keine Zeit. Er versprach an alle Standbesitzer eine Information von Face Europe weiter zu leiten. Die Marktleute stehen unter einem enormen Zeitdruck. Dass er trotzdem so fröhlich war, hat uns sehr imponiert und gezeigt, wie gerne er seinen Beruf ausübt. Schade, dass Wilfried ihn nicht malen konnte. 

Dafür fanden wir zwei liebenswürdige Künstlerinnen, die in der Quäkerkirche eine Ausstellung hatten und sich bereit erklärten Modell für Face Europe zu sein. Wir freuen uns auf Montag und Mittwoch auf Michele und Karima. 

Ob es schon die beiden letzten Modelle für dieses Mal in UK sind? 

Wer noch mit machen möchte, möge sich bitte so rasch wie möglich melden!

Wir sind jetzt an der Themse im Wald von Cumnor, es ist still und wir hoffen auf eine ruhige Nacht. 

Der Spaziergang entlang der Themse bis zum Farmoor Reservoir war sehr entspannend. Die andere Seite des Flusses ist gesäumt von fixen Mobilheimen, davor zeugen Motorboote von nicht ganz armen Engländern, die dort ihre Freizeit verbringen oder fix wohnen. Das können wir nur erahnen, denn den Fluss können wir hier nicht überqueren. Die Fähre gibt es hier nur theoretisch und auch das Fährhaus auf der anderen Uferseite heißt wohl nur so. 

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Cambridge und London

Am Donnerstag, den 20. September verabschiedeten wir uns von Mark, der uns davor noch behilflich war, Campinggas zu finden und uns noch zu einem Künstlerbedarf Geschäft brachte.

Wir richteten danach unsere Aufmerksamkeit auf die Dinge, die während der Fahrt schon Nerven kosteten: zum einen der noch immer nur notdürftig reparierte Außenspiegel und die kaputten Gasfedern an der Heckgarage.
Die Gasfedern wurden fachmännisch bei Metrol in Northampton getauscht und kosteten einen Bruchteil dessen, was wir bisher im Internet gefunden hatten. Überglücklich und zufrieden kehrten wir zu unseren Iveco-Freunden im Waterbeach zurück, die wir am Anfang unserer Reise eine knappe Woche unfreiwillig belagert hatten, um auch noch den schon vor Wochen bestellten Spiegel abzuholen. Natürlich hatte ihn in der Zwischenzeit niemand Anderer gebraucht. Wer braucht auch schon einen Spiegel für ein 20 Jahre altes Auto! Wir übernachteten an einem schönen und ruhigen Parkplatz am Straßenrand an der Promenade des Forschungszentrums gleich um die Ecke von Iveco. Der Sturm wackelte wieder einmal so heftig an unserem Big Fredi, dass wir uns schon auf einem Schiff wähnten.

Cambridge, als wunderschöne Stadt gepriesen, wollten wir uns diesmal nicht entgehen lassen und wagten es im Zentrum an der Kaimauer zu parken. Ein „Todesmarsch“ in die Stadt am Ufer des Flusses Cam entlang führte uns direkt ins Zentrum. Der Besuch des Kettle‘s Yard Museum war spannend. Ein Haus von seinen Besitzern – Jim and Helen Ede – dem Staat vererbt unter der Bedingung, dass nichts verändert wird. Die Möbel, die Bilder, das ganze Interieur muss immer so gestaltet bleiben, wie es der Besitzer gehabt hat.


Sogar die Frischblumen und die echte Zitrone müssen wöchentlich ausgetauscht werden und dafür sind eine Menge Angestellte zuständig. Die Architektur des Hauses so wie die Anordnung der Bilder zeugten vom guten Geschmack der Besitzer.

Von der Tour durch das Haus zwar schon ein wenig müde, marschierten wir weiter an vielen Colleges vorbei durch prachtvolle Häuserzeilen, die schon vielen Generationen von Studenten als Wohnraum gedient haben mögen. Auf dem Markt ging es lebhaft und nahrhaft zu. Wir schlugen bei einem chinesischen Streetmarket Stand zu und Wilfried genoss danach noch vom Spanier ein Kartoffellaberl vom Rost in einem Semmerl, das sonst nur für Hamburger verwendet wird. Eine eigenartige Kombination, aber mit der Creme auf Sauerrahmbasis schmeckte es sehr gut. Lisbeth befriedigte ihren süßen Gaumen noch mit einem hausgemachten Kaffetortenstück von einer Brasilianerin.
Wir wanderten wieder am Fluss entlang zum Auto zurück, übernachteten am Parkplatz und wollten am nächsten Tag London besuchen. Lisbeth fühlte sich nicht gut und so wurde der Londonbesuch um einen Tag verschoben und die Planung darauf noch verbessert. Um 40£ online Tickets für 2 Personen Tour-retour Cambridge-London gekauft und am Samstag noch vom Bahnhof abgeholt. Damit ging es dann am Sonntag zügig in die Metropole.
Wir staunten nicht schlecht viele Ruderboote im strömenden Regen an uns vorbeisausen zu sehen. Selbst mit voller Regenmontur ausgerüstet, begegneten uns auch auf den Straßen die hartgesottenen Engländer immer noch mit kurzen Hosen und T-Shirts.

Was für ein Trubel und eine Hektik! Und das an einem Sonntag. Wir schafften es am letzten Tag die BP Award Ausstellung in der National Portrait Gallery zu besichtigen. Unser Publikumsvoting entsprach nicht ganz der Meinung der Jury.
Wilfried hätte noch Tage dort verbringen können. Er zeichnete ein Porträt, das Lisbeth gut gefiel, weil es einen alten Mann mit viel Charme und einem positiven Blick in die Zukunft zeigte.
Gut, dass wir selbst gemachte Sandwiches mit hatten, so dass wir nicht hungers ermatteten.

In der National Gallery war eine Sonderausstellung der Impressionisten zu sehen, die wir auch noch kurz streifen mussten.
Am Trubel vom Picasilly Circus vorbei schlenderten wir Richtung Themse und überquerten gemeinsam mit Millionen von Touristen und Sonntagsausflüglern eine Fußgängerbrücke in Richtung London Eye. Natürlich keine Attraktion für uns Panausen.
Obwohl den ganzen Tag Regenwetter angesagt, blitzt am Nachmittag die Sonne hervor und es soll nun angeblich eine ganze Woche Schönwetter kommen.

An den Southbanks ließen wir uns ein wenig treiben bis wir bei Waterloo wieder zu einer Zugstation kamen und müde in die Northern Schnellbahn einstiegen. Noch ein letzter Kraftaufwand, eine Station zu Fuß bis zum Kings Cross, wo der Zug nach Cambridge schon auf uns wartete.
Wilfrieds Idee, durch die Stadt Cambridge am Abend dann noch zu Fuß zum Auto zu gehen, kann ja nur als Scherz aufgefasst werden. Gerne warten wir 25 Minuten, um das Ziel sitzend zu erreichen. Die Füße schmerzen, der Rücken tut weh, aber wir kommen wohlbehalten bei den Fredis an. Der kleine hat brav auf den großen aufgepasst.

Am Montag – mit dem Gratis Parken ist nun Schluss – fahren wir zum Highfield Farm Touring Park in Comberton. Es ist Zeit wieder einmal Wäsche und Lisbeths Haare zu waschen. Nicht dass das Haare Waschen in Fredi nicht möglich wäre. Nein, es geht wider Erwarten sogar sehr gut. Aber man muss halt schon sparsam mit dem Wasser umgehen. 400 Liter gehen theoretisch in die Wassertanks, aber wir füllen Sie nie voll. Das wäre dem Fredi zu schwer. Und außerdem gehen wir sowieso immer sparsam mit dem Wasser um. Man weiß nie, wo man das nächste Mal eines bekommt.

Kaum am wunderschönen und ruhigen Campingplatz
angekommen, macht sich Wilfried gleich ans Werk und montiert den neuen Spiegel. Nun sind wir gut für die Weiterfahrt gerüstet.
Ein zweiter Tag am Campingplatz kostet zwar inklusive Strom 23£, aber dafür kann Wilfried wieder Filme schneiden. Der Laptop braucht dafür sehr viel Strom. Mit vollen Batterien können wir unabhängig bis zu 5 Tage stehen. Der Kühlschrank und das Licht brauchen nicht viel. Allerdings kann man den Laptop maximal zwei mal aufladen. Dann wird es mit dem Strom schon knapp.
Wir wollen daher den Herbstaufenthalt in Nußdorf nützen, um eine Solaranlage auf das Dach zu montieren um noch unabhängiger von teuren Campingplätzen zu werden.

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Desborough

Am Montag, den 17. September wurden wir von laut auf das Dach fallenden Eicheln geweckt, die der Sturm auf Big Fredi knallen ließ.
Es war eine ruhige Nacht, keine krawallmachenden Jugendlichen. Einfach nur angenehm und ruhig.
Wir hatten nun den ganzen Montag zur Verfügung, um nach Kettering zu kommen und uns die Stadt anzusehen.

Auf dem Weg dorthin, nur mehr ein paar Meilen entfernt, geraten wir auf eine Nebenstraße und erlebten folgendes Szenario:

Wer kann uns sagen, ob es sich dabei um einen Sperber, einen Falken oder ein ganz anderes tier handelt. Wenn ihr genau hinschaut – seht ihr wie brutal die Natur ist. Das Opfer, das hier zerlegt wurde, lebt noch.

Wir spendierten der Stadtgemeinde einige Pfund, um auf dem Parkplatz stehen zu können und Wilfried nutzte die Bibliothek, um mittels gratis WLAN den Film von Caroline auf YouTube zu laden. In der Zwischenzeit schmökerte Lisbeth in alten Ansichten von Kettering und Landkarten, die einen tollen Maßstab aufwiesen.
Beim Italiener in der Stadt, genannt „Wildwood“ gönnten wir uns ein hervorragendes 3 gängiges Menü. Wir waren so satt und es hat so köstlich geschmeckt. Wir konnten uns nicht vorstellen innerhalb der nächsten 3 Tage wieder etwas essen zu können.
Bei Vodafone reklamierten wir den von uns nicht verwendeten Verbrauch der Gigabites und nach vielen e-Mails mit der Zentrale wurde uns ein Guthaben von 6 Gigabites auf die SIM Karte übertragen und wir sollen weiterhin beobachten, ob es wieder passiert, dass Guthaben verschwindet, obwohl der Router ausgeschaltet ist.
Als es gegen Ende der Geschäftszeit ging und wir darauf bestanden, nicht eher zu gehen, als das Problem gelöst wäre, ging dann alles sehr schnell und beim Hinausgehen gefragt, ob es denn schon Sperrstunde ist, hieß es dann: „vor 7 Minuten“!
Eigentlich wollten wir ja auf dem Parkplatz in Kettering bleiben. Er erschien ruhig und wir machten es uns bereits gemütlich, als plötzlich wieder ein Krawallmacher mit seiner Schüssel am Parkplatz auftauchte, die Türen weit geöffnet und in höchster Lautstärke seine Musik aufdrehte. Grund genug für uns, uns gleich wieder auf den Weg zu machen.
In der Dunkelheit einen anderen Platz zu finden ist weit schwieriger als bei Tageslicht. Wir fuhren also gleich bis Desborough, stellten uns auf den ersten besten Platz auf eine Nebenfahrbahn und konnten dann ganz gut schlafen. Der Wind peitschte zwar die weichen Äste der Trauerweiden auf Big Fredis schöne Außenhaut, aber ich hoffe, er hat es uns verziehen.
Wir waren um 10 Uhr bei Lesley und Mark verabredet und Lisbeth durfte Haare waschen und duschen. Die Gasreserven gehen gegen Null und das Risiko nicht genug Warmwasser mitten bei der Haarwäsche zu haben, war einfach zu groß.
Mark war auch so liebenswürdig uns zu einem Baumarkt zu bringen, um eine neue englische Leihflasche organisieren zu können. Die einzige, auf die unsere Adapter passten, war nur mit 4,5 kg gefüllt, würde aber bis Freitag für uns reserviert, falls wir in der Zwischenzeit keine größere auftreiben können.
Um 1:00 pm war dann Liz bereit von Wilfried gemalt zu werden. Fein, dass immer wieder Zuschauer hereinkamen und mit diskutierten.

Die Anstrengungen des 3,5 stündigen Malens und anschließenden Aufräumens wurden von einem köstlichen indischen Abendessen belohnt, zu dem uns Mark und Lesley eingeladen hatten.
Nach Vor- und Hauptspeise waren wir so wohlig satt und es hatte die richtige Schärfe, die wir beide so sehr mögen.
Danke Mark und Lesley, was ihr alles für uns getan habt: Liz zu finden, die gemalt wurde, uns einen Parkplatz und Strom zu geben vor eurem „Desborough Men‘s Shed“ und einen Tag einen Workshop zu organisieren, an dem 4 Teilnehmer mit gearbeitet haben.
Sogar ein Radio Interview hattest du organisiert! Wow! Echt super! Danke Mark!

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Und weiter geht’s

Wieder sind 10 Tage ins Land gezogen seit unserem letzten Eintrag. 

Seit unserem Abschied von Buxton ist wieder viel geschehen. 

Bei regnerischem Wetter haben wir uns von Peak District verabschiedet. Es war Samstag Mittag und wir waren kaum aus Peak District draußen, hatten wir wärmere Temperaturen und es wurde zunehmend sonniger. 

Wir erreichten am Nachmittag Nantwich und spazierten zuerst um den

Big Fredi parking on the Nantwich Lake

„Nantwich Lake“ und anschließend in die Stadt. Welch eine Augenweide! Teile der Stadt sind Fachwerkhäuser, die einen schrecklichen Brand im Jahr 1583 überstanden haben. Bei dem Haus, in dem die Stadtbücherei untergebracht ist, denkt man, das Haus könnte jeden Moment einstürzen. 

Nantwich Town Center

Post Office
Cathedrale

Unser „Todesmarsch“ durch die Altstadt endete schließlich noch im Supermarkt. Wandern macht nicht nur abenteuerlustig sondern auch hungrig. Nur die Tatsache, dass wir alles schleppen müssen bewahrte uns vor einem Hamsterkauf. 

Wir verbrachten eine halbe Nacht mit und eine halbe Nacht ohne Musik aus dem Nachbarradio aus dem Auto am Parkplatz des Nantwich Lakes. 

Am Sonntag machten wir uns auf den Weg in Richtung unseres nächsten Aufenthaltes in Pinsley Corner farm bei Oly, Sarah und Lily. 

Dass es in der Nähe einen Kanal geben muss, wussten wir aus dem Internet. Beim ersten Hinweisschild, das auf einen Kanal hindeutete, bogen wir ab und landeten  – mitten in einer Pferdeshow, einem Hunde-Schönheitswettbewerb und einem Fundraising Event der Wasserrettung. Und – wir fanden endlich den wahren, den echten Stuart! Was für eine Freude! Er wollte tatsächlich und echt und wirklich gemalt werden. Selbst ein Künstler – sollte es für ihn als auch für uns eine große Ehre und ein Vergnügen sein. 

Die nächste Nacht verbrachten wir wahrlich am Wegesrand. Ein Wiesenstreifen, eben und plan lud geradezu zum Parken ein. Die winzige Ortschaft ließ vermuten, dass keine Jugendlichen hier ein Stelldichein mit Rockmusik haben werden. 

Da kam plötzlich ein Auto und mit einem breiten Grinsen stieg ein Bauer aus und fütterte seine Kälber, die gleich zur Futterschüssel eilten. Auf meine Frage, ob wir hier über Nacht stehen könnten, meinte er: ich sehe keinen Grund, warum ihr das nicht können solltet. Er war nicht nur freundlich und aufgeschlossen, sondern hat uns auch von seinen Auslandsaufenthalten in Deutschland, Spanien, Italien und der Schweiz erzählt. Und gefragt, ob wir eine Toilette oder Dusche bräuchten. Sein Sohn wohnt gleich die nächste Straße links hinein. Dort sollen wir gerne hin gehen. Wir waren fassungslos ob solch einer freundlichen Geste. 

Diese Nacht am Straßenrand bekommt von uns die Höchstnote. 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zu Oly und seiner Familie und seinem tollen Campingplatz. Die Wiese, für 5 Fahrzeuge zertifiziert, hatte außer uns schon 3 Fahrzeuge stehen. Ein Camper war gerade im Begriff einzupacken, ein weiterer wartete auf dessen Platz. Wir sollten uns links von dem verbliebenen Wohnwagen hinstellen, wie Sarah uns beschrieb. Als wir unserem schwerfälligen Big Fredi gerade den Motor abstellten, kam der Nachbar aus seinem Trailer und schritt den Abstand zwischen seinem Fahrzeug und uns ab. Dann stellte er fest, dass wir zu nahe waren. Es muss mindestens so und so viele Meter sein. Sofort hatte unser Nachbar einen Spitznamen: der „Schrittmacher“. Er zeigte sich dann aber großzügig und ließ den zu kleinen Abstand gerade noch durchgehen. 

Ganz anders begegneten uns Pat und Mel. Sie zeigten sich an Face Europe äußerst interessiert und besuchten uns sogar am nächsten Tag in Sound Methodist Chapel, wo Wilfried endlich den richtigen Stuart malen konnte. Mel hatte das Fotobuch mit einem Querschnitt aus Wilfrieds Porträts genauestens studiert und gab uns seine persönlichen Kommentare! Danke nochmals dafür. Mel, du warst derjenige, der die Bilder bisher am Genauesten studiert hatte. 

Am Abend lud uns die Familie Lowe, also Oly, Sarah und Lily zu einem Ausflug nach Nantwich ein. Lily ist mit ihren 9 Jahren äußerst interessiert an der Geschichte der Stadt und konnte uns gemeinsam mit ihren Eltern einen tollen Einblick in die Stadt verschaffen. Wir wurden gefragt, ob Wilfried eventuell auch in Lily’s Schule die Kunstlehrerin während des Unterrichts zeichnen würde. Das wäre natürlich etwas ganz Besonderes und sofort wurden die Lowes aktiv und organisierten alles für Mittwoch. 

Am Dienstag konnte daher Stuart gemalt und am Mittwoch Charlotte gezeichnet werden. Alles demnächst nachvollziehbar auf YouTube! Nicht versäumen! Und bitte um euren Daumen hoch und abonnieren nicht vergessen!

Stuart war ein feiner Erzähler, sehr locker und gemütlich. Danke Stuart für deine Offenheit und deine Zeit!

Der Nachmittag in Lily’s Schule war ganz speziell. Charlotte bietet den Kindern ganz kindgerecht wichtige Tipps und sie konnte das Interesse der Kinder für das Porträt Malen die ganze Zeit hoch halten, indem die Kinder sich gegenseitig malten und sie immer wieder detailreich auf Dinge hinwies, die auch ein Künstler beachten muss. Die Kinder waren sehr neugierig und durften den Prozess des Zeichnens immer wieder mitverfolgen. 

Dass keine Kamera 

und auch sonst nichts kaputt ging ist der Disziplin der Klasse und Charlotte zu verdanken, die die 36 Kinder der Klasse super führt. 

Ganz besonders hat uns auch gefreut, dass Lily gemalt werden wollte. Dies konnte am Donnerstag nach der Schule geschehen. Lily ist ein ausgesprochen liebes Mädchen und wir konnten uns wie mit einem Erwachsenen unterhalten. Sie hat ein ziemliches Durchhaltevermögen gezeigt und es hat nicht nur uns sondern auch ihr viel Spaß gemacht.

Am Abend nach Lily’s Porträt Malen wurden wir zu einem köstlichen „Toad-in-the-hole“ mit Bratkartoffeln und Gemüse und als Nachspeise Applepie mit Vanilleeis eingeladen. Das alles hat Sarah für uns nach einem langen arbeitsreichen Tag für uns zubereitet. Danke Sarah!

Am Freitag mussten wir leider Abschied nehmen von den Lowes. Wir konnten aber nicht fahren ohne dass uns Oly noch nach Nantwich brachte und uns die richtigen Teile einkaufen half für einen Ablasshahn im Grauwassertank. Er hat ihn auch gleich flugs eingebaut und jetzt können wir schön kleinweise unser Grauwasser ablassen und müssen nicht mit dem schweren Fass durch die Gegend kurven. Danke Oly!

Wir sind sehr dankbar für die tolle Woche bei solch liebenswürdigen Menschen, die sich auch immer nachhaltig verhalten und auf die eigene Gesundheit so wie auch auf die Gesundheit der Natur achten. 

Der liebevolle und stets aufmerksame Kontakt mit Lily hat uns ebenso beeindruckt. 

Wir sind nun auf dem Weg zu Mark, den wir bereits beim ersten Face Europe Porträt als Zuschauer kennen gelernt hatten und der auch großes Interesse hat am Porträtieren, da er selbst auch malt. 

Freitag Abend hat sich wieder das Problem eines ruhigen Stellplatzes ergeben. Wir mussten den ersten am Blithfield Reservoir sehr rasch verlassen. Bei offener Autotür lautes Musik Hören von Jugendlichen lässt auf kein gutes Benehmen schließen und eine Diskussion ist ziemlich aussichtslos. Also packen wir in der Dunkelheit wieder zusammen und ziehen zum nächsten Platz. Dort ist der Radau wenigstens weiter weg und damit auch etwas leiser. 

Am Samstag ging es zum – von Oly empfohlenen Biermuseum in Burton upon Trent. Eine 90 minütige Tour durch das Museum gekrönt mit einem Biertest konnten wir nach einigen Anläufen, um die Parkplatzeinfahrt zu finden auch sehr genießen. 

Ein Aldi-Stop für das nötigste zum Essen und dann ging es weiter durch Farmland an den Rutland Water Reservoir See. 

Für den Surf Wettbewerb waren wir leider nicht angemeldet und auch für die Startnummernvergabe des Seenlaufes waren wir zu spät. Pech. So haben wir halt einen Spaziergang entlang des Ufers, Vormittag in die eine Richtung, Nachmittag in die andere getan, um nicht völlig zu verrosten. 

Wir fahren am Abend noch ein paar Kilometer weiter und stehen am Rand einer Nebenstraße. 

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