Zu Hause angelangt

Blogeintrag 5. April 2020

Nach elf Reisetagen sind wir gestern etwa um 15 Uhr in Nußdorf daheim gelandet.

War das eine liebe Überraschung an der Tür, von unserer Nachbarin Rosi angebracht: „Willkommen daheim“!

In der Küche fanden wir dann noch eine zweite und größere Überraschung: eine köstliche Sachertorte und ein Strauß Himmelschlüssel. Wie gerne hätte ich auf unserer Fahrt ein paar gepflückt, aber eine volle Vase im wackeligen Big Fredi passen einfach nicht zum Reisen. Nun freue ich mich um so mehr, dass ich die Himmelschlüssel in der Vase genießen kann. 

Und die Torte war einfach himmlisch. Danke Michaela, danke auch für das Entleeren des Briefkastens uns Aufpassens auf unser Haus. Auch der Wein war schon geschnitten und kann nun voll in Saft gehen. 

Ich hoffe, Michaela kann auch die frischen Trauben genießen!

Es war angenehm warm am Nachmittag und das solange die Sonne schien. Das Haus war von Michaela schon seit Tagen gelüftet und mit warmer Frühlingsluft erfüllt worden. 

Ohne Heizung wäre es aber im Haus und auch im Atelier noch zu ungemütlich und so verlängerten wir unser Reisefeeling freiwillig noch in Big Fredi.  

Jetzt heißt es zwei Wochen in Quarantäne leben. Unsere Todo Liste geht allerdings weit über zwei Wochen hinaus. Wir haben uns gestern schon einen Strategieplan zur Umsetzung zurechtgelegt. 

Das sonnige und immer wärmer werdende Wetter wird uns dabei gut unterstützen und die vielen Hilfsangebote unserer Freunde sind ein liebevoller Polster. 

Danke, dass ihr uns auf unserer Reise bisher so geduldig begleitet habt. Wir machen jetzt eine Blogpause während unserer Arbeitsphase und melden uns wieder zurück sobald wir neue Reispläne haben und würden uns freuen, wenn ihr uns wieder begleitet!

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Der 3. Reisetag zurück nach Hause von Portugal

Blogeintrag 27.3.2020

Heute war ein entspannter, um nicht zu sagen langweiliger Reisetag.

Fast die gesamte Strecke führte uns über Autobahn oder doppelspurige Bundesstraßen bis zu unserem Stellplatz an den 3. Stausee in Folge. Die spanischen Straßen sind wie leergefegt. Wenige Brummis ziehen an uns vorbei. Ja, ja, die haben alle mehr Power als unser Big Fredi. Der brummt auch auf der Autobahn nur 80 km/h dahin. 

Nach Salamanca, Tordesillas, Valladolid umrundeten wir auch noch Salamanca und Burgos. 

Um nicht zu schnell in der heimatlichen Kälte anzukommen, suchten wir einen empfohlenen Stadtplatz in Briviesca auf. Aber schon am Stadteingang kontrollierte die Polizei. Zwar konnten wir uns noch an ihnen vorbeidrücken, aber am Stellplatz angekommen verstellten uns Barrieren die Einfahrt. Corona ist allgegenwärtig. 

So zogen wir zurück auf die Autobahn und weil Wilfried noch gut bei Kräften war umschifften wir auch noch Vitoria Gasteiz und ein paar Kilometer weiter lachte uns der dritte Stausee für eine Übernachtung an: Embalse de Ullibarri. Was für ein Glück! Ein paar Kilometer weg von der Autobahn ein Naturparadies ganz für uns allein. Bestens ausgestattet für Wohnmobilisten gibt es einen Parkplatz für untertags und einen eigenen nur für die Nacht. Außerdem findet man unzählige Parkplätze am Weg um den See. Eine saubere Ufergestaltung und riesige Rasenflächen an geschottertem Ufergelände lassen auf viele Badegäste im Sommer schließen. Ein Badehaus, das sogar mit Marmor ausgekleidete Abwäschen aufweist, sieht sehr sauber aus, ist aber mit einer Notiz versehen, dass bis 12.März geschlossen ist. Offenbar hat da gleich die Coronaviruskrise angeschlossen, denn es ist noch immer alles abgesperrt.

Ich inspizierte das weitläufige Gelände und weil ich es sehr attraktiv für einen erholsamen Aufenthalt von ein paar Stunden für morgen erachte, werden wir den Vormittag hier noch ein wenig genießen bevor wir an die französische Grenze weiterreisen werden. 

Es kann uns ja keiner das Tempo unserer Reise vorschreiben. Und da es Montag und Dienstag sehr kalt und vielleicht sogar frostig werden soll, bleiben wir lieber so lange wie möglich im warmen Süden und hoffen, dass es hier erträglicher bleibt. 

Die Heizung in den Abendstunden ist jetzt schon wieder angenehm. Während der Nacht ist es noch nicht notwendig, durchzuheizen. Allerdings hatten wir heute  Morgen nur mehr 7 Grad herinnen. Draußen hatte es 1 Grad. 

Mit Heizung geht die Temperatur im Minutentakt auf 20 Grad und wenn das Frühstück fertig ist, dann ist es auch schön wohlig warm. 

Das Halstuch, das Stirnband und eine Jacke mehr sind jetzt auch während der Autofahrt schon angebracht. Etwas, was wir seit Monaten nicht mehr gebraucht haben, wird wieder schrittweise ausgepackt. Und tagsüber bei einer Autofahrt Heizung war sowieso undenkbar seit  vorigem November, als wir nach Portugal einreisten. 

Der Kuckuck und ein paar Singvögel sind die einzigen Geräusche, die wir hier wahrnehmen. Dass hier außer uns kein einziges Wohnmobil neben uns steht, haben wir auch nur der Coronakrise zu verdanken. Fast alle sind schon vor uns heim gefahren und somit gehört die schöne Landschaft jetzt uns allein. 

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Eine spannende Heimfahrt beginnt

Blogeintrag 26.3.2020

Ulrich hatte noch die letzten Tage neben uns gestanden und ich konnte ein paar schöne Spaziergänge mit ihm unternehmen.

Am Tag unserer Abreise tankten wir nacheinander Frischwasser in Vila do Bispo auf und nach dem Lidl Einkauf hieß es dann Abschied nehmen. So ganz ohne Umarmung war das schon ein bisschen komisch. Auch Simon lief uns noch über den Weg.

Wir nahmen noch einen 8 km langen Weg nach Sagres auf uns, um den Toiletteninhalt zu entsorgen, den Luftdruck in den Reifen zu prüfen, Diesel zu tanken und eine Gasflasche zu tauschen. Dann snackten wir am Picknickplatz bei Vila do Bispo unsere Blätterteigtaschen von Lidl. 

Weiter ging es nach Carrapateira, wo wir auch noch Klaus und unseren lieben Sizilianischen Freunden Lebewohl sagen wollten. Es stiegen zuerst Wilfried und dann mir die Tränen in die Augen, als es hieß von diesem Traum Abschied zu nehmen. Es waren so wunderschöne Monate und besonders in diesem Dreieck: Carrapateira, Sagres, Lagos haben wir so viele Freunde gefunden und eine so intensive Zeit miteinander verbracht. Danke allen unseren Freunden, die unseren Aufenthalt hier so speziell gemacht haben. 

Die ersten Kilometer unserer Fahrt konnten wir mühelos ohne Navigation finden. 

Der Brunnen mit dem köstlichen Wasser der Santa Suzanna Quelle spendete uns noch genug Wasser für die Heimfahrt. 

Da war es schon fast 16 Uhr. 

In Odemira schalteten wir das Navi ein und es geleitete uns auf menschenleeren und angenehmen Straßen Richtung Beja. Mit nur einem kleinen Abstecher erreichten wir den Barragem do Roxo, wo wir eine sehr ruhige Nacht verbrachten.

Heute früh ging es über Portel, Reguengos, Vila Vicosa und Elvas an die spanische Grenze. 

Die Formalitäten an der Grenze waren unspektakulär, wenn man von der Anzahl der Polizisten und deren Aussehen einmal absieht: Mundschutz, Gummihandschuhe und ein Maschinengewehr. Wir waren die einzigen an der Grenze. Ein halbwegs gut, zumindest bemüht englisch sprechender Polizist, dem dauernd der Mundschutz verrutschte, fragte nach unserer Nationalität und ob wir nach Hause fahren wollen. Er händigte uns ein Zettelchen aus, auf dem Datum und Uhrzeit unserer Einreise nach Spanien vermerkt sind. Die Kennzeichennummer hat er bei sich eingetragen, auf unserem Zettel steht sie nicht. 

Von Badajoz an ging es dann ganz schnell nach Caceres und von dort auf die Autobahn. 

Erst da sahen wir den ersten dicken LKW.

Die Landschaft wechselte von lieblich und abwechslungsreich mit dem ersten Grün der Weinstöcke und bereits abgeernteten Getreidefeldern, Weiden, Wäldern und Feldern bis zu Steinwüsten und riesigen Steinbergen. 

Auf der Autobahn ist man zwar um einiges schneller, aber die Eintönigkeit lässt einen auch schnell ermüden. Bei mir würde das ja weniger ausmachen, aber Wilfried muss seine Augen schon offen halten können. 

Knapp vor Salamanca, so etwa 30 Autobahnkilometer davor entdeckte ich einen Stausee, der für eine Übernachtung ideal ist. Nur 7 km Abstecher und ein wahres Naturparadies auf der einen Seite von schneebedeckten Bergen gesäumt, auf der anderen Seite Hügeln mit dahingestreuten Dörfern liegt inmitten der Embalse de Santa Teresa. Auf einer der Landzungen steht jetzt unser Big Fredi, die Reifen schon ganz nah am Wasser und bietet uns die fahrende Quarantäne.

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Corona, Corona, Corona. 

Blogeintrag 25.3.2020

Wir haben die Heimreise anzutreten. 

Nachdem uns tags zuvor die Polizei versichert hatte, dass wir hier stehen können, revidierte sie ihre Meinung und behauptete das Gegenteil. Wir müssen bis spätestens 28.3.2020 – also in 3 Tagen das Land verlassen haben. 

Wir könnten auch auf einem Privatgrundstück, zum Beispiel bei Freunden mit unserem Auto stehen, dürften aber keinen Kontakt pflegen.

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Es geht um die zu wenigen Krankenhausbetten, wenn das Virus zuschlägt. 

Wir hatten seit 2 Wochen keinen direkten Kontakt mit Menschen und sind uns sicher, dass wir entweder ohne Kontakt mit dem Virus  geblieben sind oder aber eine nicht in Erscheinung getretene Übertragung hatten. Wir fühlen uns pudelwohl, sind gesund und munter. 

Also bereiten wir uns heute auf die Abreise vor: Einkaufen, tanken, ver- und Entsorgen.

letzter Blick auf den Atlantik

Dann steht eine cirka 7 tägige Heimreise vor uns. 

Österreich – wir kommen!

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Coronavirus hat uns voll in seinem Bann

Blogeintrag 20.3.2020

Jetzt hat sich alles geändert und Corona ist unser steter Begleiter. Nein, nein, keine Sorge. Wir sind gesund. Nur das Corona Gespenst begleitet uns seit Anfang der Woche. 

Vollkommen ohne Corona-Probleme hatten wir am Freitag Carolina noch porträtiert. 

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Klaus hatte sie zwar verspätet gebracht, aber immerhin kam sie, als wir gerade zusammenpacken wollten. Wäre das eine Enttäuschung gewesen. Sie ist mit ihren 26 Jahren bereits eine erfahrene und begeisterte Architektin, die sich sehr mit der Architektur im Zusammenspiel mit der Natur auseinandersetzt. 

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Face Europe nr. 125-Carolina
Face Europe nr. 125-Carolina signiert

Es war schon finster, als wir nach Aljezur aufbrachen. Den Weg dorthin hatten wir bei Tageslicht schon mehrmals zurückgelegt und die Fahrt bis zum Parkplatz des Fußballplatzes konnten wir schön langsam dahingleiten. Es waren auch kaum Autos auf der Straße. 

Das letzte Mal hatten wir mit Paul dort Silvester gefeiert. Seither war Face Europe so richtig zum Laufen gekommen: 21 Porträts in 2 Monaten. 7 Portugiesen und 14 andere Europäer aus Italien (2) Deutschland (3), Holland (3), Schottland (1),  Irland (1), England (2), Österreich (1)und sogar aus der Schweiz (1). 

Am Samstag Früh machten wir uns auf den Weg auf den von allen gepriesenen Gemüsemarkt. Wir erklommen den Weg zur Markthalle zu Fuß nachdem wir uns mit Big Fredi bis an den Parkplatz am Fluss weiter gewagt hatten. Wir hatten keine Vorstellung wo genau die Markthalle war.

Hauptplatz in Aljezur

Wir fragten uns durch und konnten auch gleich am Eingang das weiße Lieferauto mit den Orangen erspähen. Ulrich hatte uns gebeten, eine Steige frische Orangen für ihn zu besorgen. Wir erstanden sie gleich zu Beginn und Wilfried bewachte unsere Errungenschaft während ich mich in die Markthalle begab um mich von dem super frischen Obst und Gemüse inspirieren zu lassen. Mit Karfiol, Brokkoli,  Radieschen, Mandarinen, Orangen, Porree und Erdbeeren bepackt konnten wir wenigstens bergab den Heimweg zum Auto antreten. 

Als ich für Brot und Butter noch einen Sprung zu Intermarche machte, fiel mir gleich eine Frau mit einem bunten Mundschutz auf, der aussah, als sei er selbst genäht. Alle KassierInnen hatten Gummihandschuhe an. Eine Mitteilung an jeder Kasse bat aus Schutz für die Angestellten nicht näher als 1m Abstand zu kommen. 

Wir erreichten Barrão de São João und Ulrich konnte als unser letzter Teilnehmer vor der Coronasperre auf der Freiluftbühne vor dem Kulturzentrum porträtiert werden.

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Tags darauf hielt mich die erste Unpässlichkeit dieses Jahres für einen Tag im Bett. Mein Bauch rebellierte.  Gott sei Dank nur für einen Tag. Ob die Ursache in zu viel Erdbeer- und Radieschengenuss am Abend zuvor oder einem Virus gelegen hat wird sich nicht eruieren lassen. Jedenfalls hat ein Tag ohne zu essen wirklich nicht geschadet. 

Wir blieben noch bis Donnerstag in Barrao de São João meist lesend und ein wenig die Gegend inspizierend.

Die Natur kümmerts sich nicht um Corona

Dabei traf ich bei der Wanderung auf Sofia, eine Portugiesisch Lehrerin. Wir unterhielten uns bei einer 10 Meter Distanz, sie erklärte mir, dass sie derzeit auf der Suche nach einer Technik sei ihren Sprachkurs online anbieten zu können, da sie sich mit ihren Kursteilnehmern ab sofort nicht mehr im Kulturzentrum treffen darf. 

Sie erzählte mir von ihrem Projekt, das sie vor einigen Jahren durchgeführt hatte. Sie interviewte Menschen in der Algarve und wollte herausfinden, wie es ihnen ging, warum sie hier waren und was sie zum Hierbleiben veranlasste. 

Sie bestätigte unser Gefühl, dass dieses Dreieck zwischen Lagos, Sagres und Aljezur ein ganz besonderer Anziehungspunkt – nicht nur für uns – sondern für ganz viele Menschen ist und geradezu magnetisch wirkt, wenn man einmal da ist. 

Schade, dass ich bei ihr keinen Sprachkurs machen kann. Obwohl, das wäre schön irgendwie möglich….Wir können ja telefonieren. Wir haben unsere Telefonnummern ausgetauscht und ich werde sie auf jeden Fall kontaktieren. Auch an einem Porträt ihrerseits wäre sie interessiert. Das muss allerdings auf einen Termin nach der Coronakrise vertagt werden. 

Den Termin mit Soehl, dem Filmemacher aus Bangladesh mussten wir aus demselben Grund auf unbestimmte Zeit verschieben. 

Was wir nicht mehr länger verschieben wollten, war allerdings das Wäsche Waschen. Und so verließen wir das malerische Barrao de São João am Donnerstag, den 19.3.2020. Zum Frühstück hatten wir noch Spaziergänger im Freien mit Kaffe bewirtet, wobei wir genau auf den Sicherheitsabstand achteten. Aber es war eine zu große Versuchung dem Österreicher Sasha und seiner Begleiterin, einer nigerianisch-schottischen Schönheit, die aus London kamen und deren deutschen Freund einen Chat anzubieten. 

In Budens konnten wir unsere Wäsche waschen und in Vila do Bispo unseren Wasservorrat auffüllen und bei Lidl für mindestens eine Woche einkaufen. 

Von Klaus wollte ich herausfinden, wie die Portugiesen die Gesetzeslage an das Coronavirus angepasst haben. Er wusste auch nur aus zweiter Hand Bescheid. Angeblich werden wild parkende Camper dazu aufgefordert, auf Privatgrundstücke auszuweichen und sofort bot er uns an, wir können jederzeit bei ihm stehen.

Klau’s Farm

Was für ein Angebot! Wenn unsere Essensvorräte zur Neige gehen, die GNR uns verjagt und wir ein Nest brauchen, wissen wir wohin wir uns wenden dürfen. Und als Nebeneffekt darf ich meine Hände in seinen Gemüsegarten graben, da ist immer was zu tun!

Orangen auf Klau’s Farm
Orangen auf Klau’s Farm

Zuerst werde ich aber noch mein Versprechen zur Gartenarbeit bei Gianluca und Emanuela einlösen. Da durfte ich schon letzte Woche einmal Gianluca helfen, als er seinen Garten wieder herzurichten begann. Da auch sie ihre Reise nach Teneriffa absagen mussten, geben sie ihre Energie nun ihrem wunderbaren Garten. Wer weiß wie wichtig die Selbstversorgung in Zukunft wieder sein wird. Ein Ende der Coronakrise ist nicht absehbar.

Wir bleiben vorerst einmal hier!

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Coronavirus, Portugal und Face Europe 

Blogeintrag Freitag, 13. März 2020

Heute ist schon Freitag, der 13. März und wir stehen noch immer – unsere Freunde und Familienangehörigen zu Hause wagen es schon gar nicht mehr zu fragen – im schönen Südwesten von Portugal.

Aus Carrapateira sind wir das letzte Mal vor einer Woche hinaus gekommen. 

Am Sonntag, den 8.3., also dem weltweit gefeierten Frauentag war ein Mann der Porträtierte. Diogo, der das Restaurant Cato auf dem Weg zum Strand nach Bordeira führt.

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Er ist ein Mensch mit 1.000 Ideen, der sich versucht zu erden und gerade einmal nicht jede neue Idee umzusetzen versucht. Das ist nämlich für seine Mitarbeiter nicht immer einfach.

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Er mietet das Restaurant, das sehr gute Rezension hat, aber schwer auf hohem Qualitätsniveau zu halten ist. Nur wenige fixe Angestellte arbeiten mit kurzfristig arbeitenden unausgebildeten Woofern und Workaway Leuten zusammen.

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Diogo liebt es zu kochen und kocht auch in seinem Restaurant. Er kümmert sich sehr fürsorglich um seine Tochter und deren Talante.

Diogo stellte uns diesen Musikdom zur verfügung, dieser diente uns bereits mehrmals als Atelier
Diogo stellte uns diesen Musikdom zur verfügung, dieser diente uns bereits mehrmals als Atelier

Als Musiker hat er auch den Musikdom gemeinsam mit Helfern von Klaus bauen lassen, den wir nun schon so oft für Face Europe nutzen durften.

Sehr zu seinem Leidwesen musste er – bedingt durch das Coronavirus – die saisonale Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschieben. Am 14.3. hätte der Sommerbetrieb im Restaurant beginnen sollen. Sogar die Eröffnungsfeier fiel nun ins Wasser.

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Diogo gestattete uns Wasser für unseren Wassertank zu nehmen und so haben wir wieder bei sparsamem Verbrauch für zwei bis drei Woche Frischwasser. 

Es war Vollmond zusätzlich und ein eiskalter Nordwind ließ uns ziemlich frieren. 

Bei unserer Rückkehr zu dem fast schon zur Heimat gewordenen Bordeira Stellplatz lernten wir Ulrich kennen. Ein Masseur und Körpertherapeut aus Deutschland, der gerne bei Face Europe mitmachen möchte. Er war allerdings am Abend noch aufgebrochen, um an die spanisch-portugiesische Grenze zu fahren. Er kommt nach Monchique zurück und wir werden ihn vielleicht kommendes Wochenende wieder treffen können.  

Auch Stefan (Deutscher) näherte sich uns auf ein Kennenlernen an und ein radfahrendes Ehepaar  (Gisela und Rolf) – ebenfalls aus Deutschland – was sonst, bewunderte unser Auto und wir erzählten ihnen von der Pizza bei Emanuela und Gianluca. Spontan sagten sie zu, seit langer Zeit wollten Sie schon einmal Pizza essen, es ergab sich aber nie. Um so mehr waren sie von der köstlichen Pizza und dem gemütlichen Ambiente angetan. 

Bei der Pizzaparty lernten wir dann gleich die junge portugiesische Architektin Carolina kennen, die heute Teil von Face Europe wird. 

Am Dienstag kamen dann Lisa und Wolfgang, die beiden Schweizer zu uns. Wilfried gefällt der Gedanke, auch ein Mitglied Europas, das NICHT Teil der EU ist stellvertretend bei Face Europe zu Wort kommen zu lassen.

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Lisa hat ein bewegtes und spannendes Leben sowohl hinter als auch vor sich und sprüht nur so von Lebenslust. Sie war hoch konzentriert und das Interview war spannend und wie immer so wertvoll auch für unser eigenes Leben. 

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Lisa-Die Schweiz inmitten der EU

Am Mittwoch wurde die bisher einzige Schottin, Katy, porträtiert. Ihr Nationalstolz ist tief in ihre Seele eingeprägt und hat sich mit unseren Erfahrungen bei unserer Reise nach Schottland gedeckt.

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Face Europe nr. 124-Katy

Der Donnerstag sollte unserer Entspannung dienen und für den Abend hatten wir Emanuela und Gianluca zu einem österreichischen Essen eingeladen. 

Diese Ruhe der vergangenen Wochen am Strand von Bordeira wurde allerdings durch eine Horde skrupelloser Wohnmobilisten zerstört. Schon am Abend tönte laute Musik aus deren riesigen Boxen, die sie neben ihren Autos aufgestellt hatten. Ab Mitternacht war dann zwar Ruhe, aber um 2 Uhr früh ging der ganze Krawall dann wieder los. Aus Erfahrung wissen wir, dass solche rücksichtslose Menschen zu keiner Änderung ihres Verhaltens bereit sind. Da gibt es nur eines: Flucht!

Denn auch untertags begann schon am Vormittag die „Unterhaltung“. Nicht einmal die lauten Wellen konnten den Krawall übertönen. Wir konnten zum Glück zu Emanuela fahren und das Essen im Freien bei ihnen servieren. 

Es gab Specklinsen mit Semmelknödel. 

Und weil Emanuela und Gianluca unglaublich liebevolle und offene Menschen sind, kamen auch gleich Freunde vorbei. 

Einer von ihnen: Soehl aus Bangladesch ist Filmemacher und wird am Dienstag porträtiert. Unser Plan, am Samstag weiter zu ziehen, wurde also wieder verschoben. Wer weiß, was uns das böse Coronavirus noch bescheren wird und wie unsere Weiterreise ohnehin noch blockiert wird. Also können wir uns gleich hier aufhalten, wo wir uns ohnehin so wohl fühlen, geschätzt werden und das Leben einfach und unkompliziert ist. 

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So schnell kommen wir von hier nicht weg

Blogeintrag 7.3.2020

Heute ist schon Samstag, der 7. März und wir sind noch immer am Strand von Bordeira. 

Loes, die auch ihre Wartezeit auf den Saisonjob im Restaurant Cato verbringt, hat Face Europe am Montag die Ehre gegeben.

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Für Holland ist uns schon ein Platz bei ihrer Mutter in Aussicht gestellt worden. Sicher auch spannend, denn ihre Mutter ist Puppenspielerin. 

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Otto und Eva aus der Steiermark verirrten sich auch auf „unseren“ Strand und begleiteten uns zur dieswöchigen Pizzaparty.
Ja, es ist schon Tradition, ein mal in der Woche zu Gianluca und Emanuela zu spazieren und so viel wie möglich weitere Gäste zu animieren zur köstlichen Pizza mit zu kommen. 

Diesmal waren wir zu zehnt, die wir die 1,5 km marschierten. 2 weitere Paare waren nämlich schnell überredet, mitzukommen. Sie waren allesamt begeistert von der köstlichen Pizza und dem gemütlichen Ambiente. 

Am Mittwoch war die Stimmung im Big Fredi bei uns beiden einmal ein wenig durchhängend und keiner hatte Lust zu arbeiten. Lieber hätten wir uns ausgeruht und vielleicht sogar ein kleines Schläfchen gemacht. Dorothé, die Partnerin von Jaap, war auch vom Ergebnis vorerst nicht ganz überzeugt und rief: “das bin ich?“

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Bei richtigem Abstand erkannte sie sich dann aber doch und auch das Interview war sehr ehrlich und herzlich mit ihr. 

Beim Unterschreiben am Auto haben wir festgestellt, wir hätten Holland eher weiter oben am Auto anbringen sollen, denn alle Holländer bis jetzt waren ausgesprochen groß gewachsen.

Loes signiert an Big Fredi
Dorothé

Am Donnerstag war ein ruhiger Tag. 

Am Freitag waren wir bei Gianluca und Emanuela zu „Panela“ eingeladen: ein sizilianisches Nationalgericht aus Kichererbsenmehlpolenta hergestellt.

Treffen bei Gianluca und Emanuela

Es war ganz köstlich. Hergestellt wird es aus Kichererbsenmehl, Wasser, Pfeffer und Salz, das wie eine Polenta 30 Minuten gekocht und fest gerührt wird. Danach muss es in einer Form abkühlen und wird danach in dünne Streifen von ca. 3 mm geschnitten und schwimmend im Öl herausgebacken. Man glaubt gar nicht wie etwas so

Gianluca macht köstliche Panela

Einfaches so köstlich schmecken kann. Natürlich bewahrheitet sich wieder: je billiger und einfacher das Essen ist, desto aufwendiger ist auch die Herstellung. Es gab auch noch Salat und Advocadoaufstrich dazu und gefüllte Eier. Gerne wollen wir die beiden lieben Freunde demnächst auf ein österreichisches Essen einladen. 

Der Samstag stand dann ganz im Zuge der Ver- und Entsorgung: Abwasserentsorgung, Auftanken für Fredi und ganz viel einkaufen für uns. Unsere Vorräte waren schon komplett zur Neige gegangen und Lidl musste aufgesucht werden. Schade, dass ich noch immer nicht den Wochenmarkt in Aljezur besuchen konnte. 

Morgen ist unser 15. Portugiese an der Reihe: Diogo, der Chef des Cato Restaurants. Nachdem wir schon so viel gehört haben, wird es spannend aus erster Hand aus seinem Leben zu hören. 

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Wo verstecken sich die Portugiesen?

Blogeintrag 1.3.2020

Franzosen, Engländer, Italiener, Belgier, Holländer… keiner ist so scheu wie die Portugiesen. 

Wo sind sie nur? Wir lernen lauter Menschen kennen, die nicht hier geboren sind und sich für unser Projekt interessieren. Welche Unsicherheit lässt sie so zögern? In keinem anderen Land war es bisher so schwierig, an Einheimische zu kommen. Wir dachten, wir machen etwas falsch. Aber dann erhielten wir sowohl von Klaus, als auch von Gianluca und Emanuela dieselbe Antwort auf unsere Frage: wie kommt man mit den Einheimischen in Kontakt? Sehr schwierig. 

Aber zurück in der Chronologie:

Jules Porträtsitzung war sehr berührend und ehrlich. Ihre erst 25 jährige Familiengeschichte hat sie sich sehr tiefgründig angeschaut und reflektiert. Sie ist dabei schon sehr reif geworden und hat ihr Leben zielsicher in die Hand genommen.

Face Europe nr.117-Jule
Face Europe nr.117-Jule

Auch wenn sie noch nicht weiß, wie sie sich verwirklichen kann, so ist ihr doch eines ganz klar: niemals will sie sich für andere Menschen verbiegen, anderer Menschen Erwartungen erfüllen, bevor sie sich genug um ihre eigenen Bedürfnisse gekümmert hat. Möge sie diese Sichtweise tapfer ihr ganzes Leben nie mehr aus den Augen verlieren. Sie ist ein ganz lieber und aufmerksamer Mensch, der es sich nicht leicht macht, aber doch nach der notwendigen Leichtigkeit im Leben sehr anspruchsvoll sucht. Alles Gute auf deinem weiteren Erfolgskurs im Leben. Wir haben viel von dir lernen dürfen. Danke, liebe Jule!

Jean Pierre

Unser französischer Nachbar, Jean Pierre, der -gar nicht scheu – gleich nach seiner Ankunft neben uns Kontakt mit uns und zeitgleich mit Jule aufnahm,  kam nur einen Gedanken zu spät dazu, sich für ein Porträt anzumelden. So hatte Jule den Vorrang. Da er nicht einen Tag warten wollte, vereinbarten wir uns später vielleicht in der Nähe von Portimão zu treffen. Da er aus Prinzip kein Telefon hat, kann nur er uns erreichen. Es gilt abzuwarten, ob wir ihn jemals wieder sehen werden. 

Am Dienstag, genau eine Woche nach dem letzten Sturm, erhob sich neuerlich ein Sturm, der den Kitesurfern gefiel. Wir konnten sie vom Auto aus dahinziehen sehen. Draußen war es gar nicht fein. Nur eingemummt und für allernotwendigste Pflichten wie Müll raus bringen, wagten wir uns vor die Tür. Die für diesen Tag geplante Pizzaparty bei Gianluca und Emanuela wurde auf Mittwoch verschoben. Wir hatten Nicholas dazu eingeladen und mussten auch ihm kundtun, dass er erst am nächsten Tag zu einer Pizza kommen kann.  Sein Freund Allen, der ursprünglich von Aljezur aus mitkommen wollte, und bei dem Nicholas gerade zu Besuch war, konnte dann leider doch nicht mitkommen, was uns sehr leid tat. Aber immerhin konnte Nicholas kommen. 6 weitere Camper aus Belgien und Deutschland schlossen sich uns an. Es war dieselbe Gruppe, die wir bei unserer letzten Tour in Portugal an dem kleinen Stausee kennengelernt hatten. Nun ist die Zahl komplett: Bernd und Marion hatten wir ja schon am Strand von Amado wieder getroffen. Ja, die Energie, hier in Carrapateira Menschen zu treffen, die einem guttun, ist sehr positiv. 

Wir wanderten also zu neunt vom Strand zur Pizzaparty und genossen den Abend und auch noch das Frühstück mit Nicholas. Er holte sich von uns noch einige Tips für seine Reise nach Österreich, wo er uns Anfang Mai wieder sehen will. Er möchte an den „Garten der Generationen“ andocken, um etwas Sinnvolles zu tun. Hoffentlich gefällt es ihm und es wird eine für beide Teile fruchtbare Zeit. Der Garten der Generationen ist ein generationenübergreifendes soziales ökonomisches landwirtschaftliches Wohnprojekt in der Entstehungsphase. Nicholas findet dort sicher ein Betätigungsfeld und einen Platz für den Sommer. 

Wir freuen uns auch, ihn so nahe zu haben, nur 10 km von Nußdorf entfernt. Hoffentlich wird er so freundlich aufgenommen wie wir damals vor 10 Jahren, als das Projekt noch in den Kinderschuhen war und für uns zu langsam vom Planen ins Tun kam. 

Auch wir brachen zu Mittag auf und bewegten uns einen Kilometer weiter zu Klaus – einem Österreicher.

Klaus im Gespräch mit Lisbeth

Er ist vor 20 Jahren ausgewandert und hat sich hier ein großes Stück Land gekauft. Ein biologischer Bauernhof mit Hühnern, Tauben, einem Schwan, Katzen und einem Hund, so wie 8 Milchkühe (sie stehen auf der Weide außerhalb in einem Tal) sind seine Tiere.

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Face Europe No.118-Klaus-after 70 min

Er bewirtschaftet das ziemlich große Land mit Hilfe von Workaway and Woofern. Er hat eine faszinierende Kindheit mit absolut unkonventionellen Eltern erlebt. Eine ein Jahr dauernde Reise mit Planwägen durch Indien mit einer Gruppe von 20 Leuten und der Besuch der Waldorfschule mit einem anschließenden Technikstudium haben ihn für sein jetziges Projekt nachhaltig geprägt. Die Atmosphäre war absolut entspannt aber in keiner Weise träge, wie man sie oft in einer Hippy Kommune antrifft. Alles geordnet, kreativ und mit einem hohen Potential an Entfaltungsmöglichkeiten bei den Helfern. Wir durften beim Mittagessen teilnehmen und fühlten uns mit der Familie von Carolina aus Mailand gleich recht wohl als Tischnachbarn. Sie  sind gerade auf Besuch bei ihren Sohn, der 5 Monate schon am Hof vom Klaus lebt und einen recht zufriedenen und entspannten Eindruck vermittelte. Carolina ist Professorin am Politechnikum in Mailand am Institut für urbane Architektur und hat uns nach Mailand eingeladen. 

Das ist ein ganz besonderer Anker, noch dazu, da ihre Tochter Kulturmanagement studiert und uns vielleicht bei der Verwirklichung unserer Ausstellung am Ende unseres Projektes behilflich sein kann und dies wiederum ein wichtiger Baustein in ihrer beruflichen Karriere sein kann. 

Face Europe No.118-Klaus-after 120 min

Wir durften die Nacht auf dem Hof von Klaus stehen. Seine Bitterorangen wurden noch am Abend von mir zu Marmelade verarbeitet und zum Kosten an Klaus weitergegeben. Mit Gemüse aus dem Garten, köstlichen frisch gebackenem Roggenbrot im Brotbackofen wurden wir ebenso beschenkt wie mit einer Ladung Trinkwasser für unseren Tank. 

Klaus vermittelte uns noch an Jaap, einen Holländer und Diogo (einen Portugiesen) und machte ihnen das Projekt verschmitzt schmackhaft, indem er ihnen in Aussicht stellte, dass sie berühmt würden und ins Museum kämen. Beide Männer sind im Restaurant „Cato“ (der Kaktus) zu finden. Auf halbem Weg zwischen Strand und der Farm von Klaus befindet sich dieses Restaurant, das auch ein Gästehaus ist und seit Neuestem einen in Lehmbauweise errichteten Musikerdom besteht. Schlagzeug, Trommeln, Gitarren zeugten von einem vergangenen „Gig“ am Abend vorher. Wir durften den Raum für Face Europe nr. 119 für Jaap am Tag darauf nutzen. 

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Jaap ist ein ziemlich weitgereister Europäer mit 3 Geschwistern, die alle im Abstand von 2 Jahren in verschiedenen europäischen Ländern zur Welt gekommen sind: Holland, Frankreich, Deutschland und Italien. Seine 2. Heimat ist Italien obwohl er im Alter von 11 Jahren in ein Internat in Holland gesteckt wurde. 

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Seine eigenen 4 Kinder sind auch über Europa verstreut und auf sein erstes Enkelkind, das im Sommer auf die Welt kommt, freut er sich schon sehr. 

Face Eorope nr. 119-work in progress-Jaap-nach 120 min fertig

Jetzt ist er mit einem 47 Jahre alten deutschen „Notarztlazarettgerätewagen“ unterwegs oder vielmehr vorübergehend sesshaft geparkt beim “Cato“. 

Als wir uns gegenseitig die Autos präsentierten, fiel uns plötzlich auf, dass wir unseren Grauwassertank verloren hatten. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie das passieren konnte. Wir hatten absolut nichts davon bemerkt. Dabei muss es doch einen fürchterlichen Krach gemacht haben. Ein volles 200 Liter Fass verliert man doch nicht lautlos. Gleich neben der Ausfahrt vom Parkplatz lag es dann: unser geniales Abwasserfass. Alles, außer dem Verschlussring war da.

Blaue Tonne verloren

Wir sammelten alles ein und bis ein neues Metallband gefunden ist, durch das man das kaputte ersetzen kann und eine provisorische Lösung gefunden ist, stellen wir einen Kübel unter den Abfluss und schütten das Grauwasser in die nächste Wiese. Dies können wir ohne schlechtes Gewissen tun, denn außer Zahnpasta und Shampoo ein mal die Woche kommt bei uns keine Chemie ins Wasser. 

Eine weitere Holländerin meldete sich gleich an Ort und Stelle für morgen – Montag – für ein Face Europe Porträt an. 

Der Strand von Bordeira ist schon ein ganz spezieller Ort. Am Freitag Nachmittag parkte neben uns ein portugiesischer Wagen mit einer deutsch-holländischen Familie, die in Belgien lebt und arbeitet. Sie sind auf einer Kurzreise in ihrem Mietwagen unterwegs. 

Diana, die Mutter ist Deutsche. Der Vater, Joost, Holländer. Die beiden Töchter, Emma und Paula sind mit 4 Sprachen aufgewachsen und wir wurden auf Herzlichste eingeladen, mit Face Europe Station zu machen, wenn wir in Belgien sind. 

In kurzer Zeit haben wir nun Kontakte in 2 Ländern, die keine weiße Landkarte mehr sein werden. 

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Die letzte Runde in der westlichen Algalve

Blogeintrag 24.2.2020

Die Pizza von Gianluca war wieder famos. Es ist nicht nur ein Gaumenschmaus sondern eigentlich ein perfektes Gesamtkunstwerk.

Was für den Zuseher wie ein Tanz aussieht, wenn er den Teig über seine Handgelenke zu einer flachen Scheibe dehnt, ist jahrelanges Training und harte Arbeit. Das Feuer im Ofen bei Laune zu halten, die Pizzas in den Ofen und rechtzeitig wieder herausholen und permanent frische Pizzas herzustellen ist ein knochenharter Job.

die besten Pizzen macht Gianluca aus Sicilien

An diesem Abend der Pizzaparty lernten wir Anna aus Deutschland kennen, die sich gleich spontan zu einem Porträt anmeldete. 

Der Mittwoch wurde wetterbedingt festgelegt. 

Und das war gut so. Wir parkten Big Fredi am Strand von Bordeiro für ein paar Nächte nachdem am Sonntag noch Emanuela porträtiert wurde.

Face Europe nr. 115-work in progress-emanuela-nach 30 min
Face Europe nr. 115-work in progress-emanuela-nach 85 min

Obwohl sie sich nicht wohl fühlte, hielt sie tapfer zwei Stunden durch und wie wir erst später erfuhren, war das der Beginn einer Bauchgrippe. Gianluca ereilte danach das gleiche Schicksal und die beiden waren eine Woche wirklich krank und schwach. Zum Glück hatten wir uns mit dem Virus nicht angesteckt!

Emanuela signiert an Big Fredi

Der Dienstag bot uns hier mit einem kräftigen Sturm ein anderes Schauspiel: Kitesurver sausten in der Süßwasserlagune den ganzen Tag hin und her. Der letzte verließ das Wasser erst, als es schon dunkelte. 

Am Mittwoch nach dem Porträt vereinbarten wir mit Anna, dass wir sie nach Lagos mitnehmen können. Sie hätte sonst Auto gestoppt und so konnten wir noch eine Weile ihre angenehme Präsenz genießen.

Face Eorope No. 116-work in progress-anna-after 60 min

Uns zog es aus verschiedenen Gründen nach Lagos. Nicholas Ankunft aus Asien und das Wiedersehen mit ihm und die dringend gewordene Notwendigkeit des Wäsche Waschens. In Lagos gibt es eine Münzwäscherei, bei der das Waschmittel nicht automatisch beigemengt wird. Somit kann man auch ohne Weichspüler mit eigenem Waschmittel die Maschinen benützen. 

Für meine Enjotücher ist das sehr wichtig, weil sie sonst nicht funktionieren. 

Nicholas schlug vor, dass wir uns am Donnerstag treffen. War das eine Wiedersehensfreude! Er begrüßte uns mit einem Mundschutz, da er soeben aus Thailand zurückkam. Das Coronavirus versetzt viele Menschen in Panik. Zum Glück haben wir keine Angst davor und zwingen Nicholas nicht in eine 2 wöchige Quarantäne, so wie der Bridgeclub, der ihm 3 wöchiges Besuchsverbot aussprach. 

Wir verbrachten zwei Nächte am Fort zwischen Boca do Rio und Burgau in ziemlicher Ruhe. Ich konnte kleine Spaziergänge machen während Wilfried die uneingeschränkten Sonnenstunden zum Arbeiten am Computer nutzte und Filme schnitt. 

Am Sonntag kehrten wir bei strahlendem Sonnenschein und fast schon zu großer Hitze auf den Strand von Bordeira zurück. Die Stimmung war großartig und besserte sich noch als wir plötzlich Emanuela und Gianluca auftauchen sahen. Außerdem gesellten sich noch Jean Pierre aus Frankreich und Jule aus Deutschland zu uns.

Jule, eine Kunstgeschichtsstudentin, hat sich gleich für heute, 24.2.2020 einen Porträttermin mit uns ausgemacht. 

Es wird ein spannender Nachmittag werden. 

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Carrapateira mit vielen neuen Freunden wird zur 2. Heimat

Blogeintrag 15.2.2020

Gleich nach Gregs Porträt packten wir alles zusammen und machten uns mit unseren „alten“

und „neuen“ Freunden auf den kurzen Weg zur Pizzaparty. Die alten Freunde sind Marion und Bernd aus Deutschland, denen wir schon im März am Stausee begegnet sind. Bernd hört man den Schwaben gleich an und er geht in seiner Hilfsbereitschaft ganz auf. Wir erkannten ihn gleich wieder, als er unter dem Truck eines anderen Autos lag um die technischen Probleme fachmännisch zu lösen. 

Die neuen Freunde, Martin und Sonja sind mit ihrem 43 Jahre alten LKW, der urig bemalt und ausgebaut ist aus Bayern, aber nur auf einer 4 wöchigen Probefahrt bevor sie den Sprung ins dauerhafte Camplife wagen. 

Es war ein ganz besonderes Erlebnis, die beste Pizza, authentische italienische Pizza mit hauchdünnem Teig, wenig Hefe, dafür ein ganztägiges Programm für die Herstellung des Teiges. Die erste Pizza meines Lebens, die mir nicht wie ein Medizinball im Bauch liegen blieb. Das Motto lautet: all you can eat.

Gianluca hat andauernd Pizzas bereitet: vegan, vegetarisch, mit Fisch und mit Fleisch. Die Pizzen wurden geteilt und jeder konnte zugreifen. Es war ein Fest und das Wetter hat perfekt mitgespielt. 

Gemeinsames Essen vor dem Portrait

Am Mittwoch war dann nach dem gemeinsamen Mittagessen Gianluca „Portrait of the day für Face Europe“. Während er die ersten 10 Minuten noch ganz still gesessen hatte, brach dann unvermittelt sein sizilianisches Temperament durch und es wurde ein lebhaftes Porträt bei einem sehr authentischen Gespräch. 

Face Europe nr. 113-work in progress-Gianluca-nach 60 min

Es wurde schon dämmrig, als ich mich auf den Weg zum Strand von Bordeira machte. Etliche Wohnmobile parkten direkt am Strand, kleine Kinder bauten ihre Sandburgen gleich neben dem Auto und es war eine freundliche und entspannte Atmosphäre zu spüren. In absoluter Dunkelheit kehrte ich zu unserer Basis bei der Pizzeria zurück, schlief hervorragend und am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Barão de São João. Ein ganz enges Dorf musste noch durchfahren werden.

Goff, unser nächstes Face Europe kam pünktlich zum vereinbarten Platz und wir stellten unsere Gerätschaften auf der öffentlichen Bühne vor dem Kulturzentrum auf.

Fface Europe nr. 114 Goff-nach 80 min
Fface Europe nr. 114 Goff-nach 105 min

Es wurde ein sehr authentisches Porträt, bei dem ich Goffs hervorragendem Englisch wunderbar folgen konnte, obwohl er Ire ist. Goff reist gemeinsam mit seinem Sohn Daniel  – jeder in seinem eigenen Van – schon seit vielen Jahren und durch viele Länder und Kontinente. Derzeit ist er unterwegs nach Marokko für etwa 6 Wochen und bei seinen weiteren Reisen nach Rumänien und Griechenland könnten wir uns wieder begegnen. Im Zeitalter von WhatsApp und roamingfreien Europa wachsen wir immer enger zusammen und die Kommunikation wird einfacher und billiger. Wir sind sehr dankbar für diese Optionen. 

Die Nacht verbrachten wir im Wald bei einem kleinen Feuer und heißen Diskussionen über Politik, Gesellschaft und Gemeinschaft. Ein wunderschöner Platz im Wald, außer Vogelgezwitscher und Fliegengesumm herrscht absolut Ruhe. 

Wir setzen unsere Reise heute noch fort zur nächsten Pizzaparty heute Abend bei Gianluca und Emanuela und morgen soll dann Emanuela porträtiert werden. 

Hoffentlich finden wir auch noch willige Portugiesen, das wäre wunderbar. 

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