Kein Scherz – wir sind in Spanien

Blogeintrag 1. April 2019

Bis Sonntag Mittag hat unser Widerstand noch gedauert, bis wir endlich Philipp „Lebewohl“ gewunschen haben, alles rütteltest verpackt hatten und loszogen.

Dennoch kamen wir am Abend noch in Spanien, genauer gesagt in Badajoz an. Es ist dies eine kleine mittelalterliche Stadt, die ich alleine noch spät am Abend erkundete. Da wir nach der Zeitumstellung auf Sommerzeit und der Zeitumstellung auf mitteleuropäische Zeit gleich 2 Stunden die Uhren vorgestellt hatten, war meine innere Uhr um 21:30 Uhr noch auf 19:30 getunt und ich voller Tatendrang. Deshalb machte ich mich allein zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Von unserem Stellplatz aus war nur ein kurzer Weg zur Fußgängerbrücke in die Stadt Badajoz. Hell beleuchtet und von vielen Spaziergängern und Lokalbesuchern bevölkert ließ ich mich bergauf in den Trubel leiten. Beim bergab Gehen schlug ich die falsche Richtung ein und landete ein gutes Stück weiter weg von der Brücke als ich gedacht hatte. So wurde es bereits 23:30 als ich bei Big Fredi wieder ankam. Meine App zeigte mir, dass ich 6 km marschiert war.

Heute morgen schliefen wir daher auch gut und fest bis 9 Uhr und waren dann nach gemütlichem Frühstück auch erst wieder um 12 Uhr „On the Road“!

Über Caceres, oder vielmehr daran vorbei ging es auf direktem Weg nach Salamanca.

Wir erreichten nach zwischenzeitlich ein paar Regenschauern die Stadt Salamanca um ca. 16:30 bei Sonnenschein und ergatterten noch einen Stellplatz neben der Brücke in die Altstadt. Nachdem uns Uschi so vorgeschwärmt hatte und uns die Geodaten gab, sind wir nun mitten in der Stadt und wollen eigentlich das Auto nicht unbeaufsichtigt lassen. Ich spazierte wieder alleine los und erkundete die Umgebung und holte noch ein paar Vorräte bei Mercadonna für die Heimreise.

Bei Kaffee-Eis und Waffeln, die wir noch immer von Valencia hatten schlemmten wir Kalorien.

Morgen geht die Reise weiter Richtung Frankreich. Ob wir schon morgen oder erst am Mittwoch französischen Boden betreten werden, wird sich erst herausstellen. Jedenfalls sind es 540 km, die zu bewältigen sind.

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Immer wieder „Foz“

Blogeintrag 30.3.2019

Es begann am Foz do Lisandro und es endet am Foz do Lisandro. 

Aber alles der Reihe nach. 

Am Mittwoch, den 27.3.2019 wurde Mena gezeichnet. Sie ist wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Jeden Schicksalsschlag hat sie mit Bravour weggesteckt. Sei es der Tod ihres Mannes vor 6 Jahren. Oder der Brand ihres Restaurants. Sie steht auf und macht das Beste daraus. Ihr ganzes Engagement gilt den herzkranken Kindern von Portugiesisch Guinea, denen sie eine Herzoperation in Portugal vermitteln hilft. Das führte sogar so weit, dass sie eines dieser Kinder vor 6 Jahren adoptierte. Sie hat eine Aufgabe in ihrem Leben gefunden, die sie mit ganzem Herzen ausfüllt. 

Anschließend an das Face Europe Porträt waren wir bei Marco und Anna zum Abendessen eingeladen. Es war ein lukullisches Erlebnis. 

Am Donnerstag wollte Philipp ein Porträt von sich malen lassen, um es seinem Vater zum Geburtstag zu schenken. Er entschloss sich kurzerhand, die Sitzung auch filmen zu lassen und da war es nur mehr ein weiterer Schritt, um Teil von Face Europe zu werden. 

Spät am Abend erhielten wir noch ein E-Mail von Anne, die gerne Modell für Face Europe wäre. Zufällig wohnt sie gegenüber von Mica und hatte auch gleich am nächsten Tag Zeit, um sich zeichnen zu lassen. Den Weg zu Mica kennen wir nun schon gut. Anne ist eine ganz liebenswerte Flugbegleiterin, Buchhalterin, Surferin und außerdem war sie das Wochenende davor als Nachbarin auf dem Strand von São Julião bei einer Party direkt neben uns. Die Welt in Ericeira ist klein. Jeder kennt jeden, Surfer kennen einander und Locals nehmen auch „Zugezogene“ gerne in ihren Freundeskreis auf. 

Ich hatte den Wunsch geäußert, ein Mal in Portugal gut Fisch essen zu gehen. Weder Sonja noch Rui, Marco und Anna, Mica und Melli hatten Zeit, mit uns essen zu gehen. Auch Anne war schon verabredet. 

Der einzige treue Philipp ging mit uns und verriet uns auch das super Restaurant inmitten der Altstadt von Ericeira. Wir konnten in seinem Auto mit fahren und mussten uns nicht um einen Parkplatz in der engen City kümmern. 

Nach dem Fisch gab’s noch Eis

So wurde unser vorletzter Tag noch mit einem köstlichen Fisch gekrönt. 

Wilfried wollte den Samstag noch in Ruhe genießen und am Sonntag müssen wir uns definitiv losreißen. 

Unverhofft kam uns am Samstag dann noch Pedro, der Freund von Philipp besuchen. Leider hatte er keine Zeit, sich porträtieren zu lassen. Er ist Filmemacher und – sollten wir wieder nach Portugal kommen – gerne bereit, bei Face Europe dabei zu sein. 

Eigentlich wollten wir uns am Sonntag mit Ricardo in der Nähe von Caldas da Rainha treffen. Er musste aber leider absagen. 

Deshalb starten wir am Sonntag, den 31.3.2019 definitiv mit unserer Heimfahrt und lassen Obidos, Caldas da Rainha und Nazaré für unseren nächsten Portugal Besuch, den wir uns ganz fest vorgenommen haben. Dieses Land wollen wir bestimmt näher und intensiver kennen lernen. 

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Mellowmove Surfcamp

Blogeintrag 27.3.2019

Uschi aus Kiel wurde gestern in Big Fredi gezeichnet.

Ihre Freude, ein Teil von Face Europe war groß, aber die Freude über ihr Porträt war überwältigend. Gerne hätte sie es gleich gekauft. Wilfried konnte ihr versprechen, dass sie es nach der Ausstellung erwerben kann. 

Nach einer kurzen Pause und dem Zusammenpacken ging es gleich los zu Marco, der gleich in der Nähe des Strandes von São Lourenço sein Surfcamp hat. 

Die sanfte Bewegung ist der Namensgeber des Surfcamps, das Marco mit seinem Freund Gregor hier seit 10 Jahren betreibt. 

Seit 6 Jahren ist auch Anna, seine Partnerin dabei. Ihr Ruf als ausgezeichnete Köchin ist ihr schon vorausgeeilt. Johannes schwärmte bereits in höchsten Tönen von ihrer außergewöhnlichen guten und gesunden Küche. Dass sie es mit Liebe und Begeisterung tut, werden wir auch heute zu genießen bekommen. Nach dem gestrigen Porträt von Marco, das Wilfried in deren zauberhaftem Haus gezeichnet hatte, wurden wir für heute zum Essen eingeladen. 

 

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Frühling liegt in der Luft

Blogeintrag 26.3.2019

Überall blüht und grünt es.

Die Feigen schießen ihre Blätter heraus. Früchte habe ich noch keine gesehen, aber das geht ja dann recht schnell. Die Hügel sind voll mit den verschiedensten Wildblumen und auch die Gärten und Vorgärten erblühen in den üppigsten Farben. Kapuzinerkresse wuchert und blüht auf den „Gstetten“ am Wegesrand und alle Arten von gelben Margeriten und gelben und rosa Bodendeckern säumen die Felsen und Wege. Es ist ein Farbenmeer, das uns hier Ende März schon begleitet. Aber selbst für die Portugiesen ist alles viel zu zeitig und sie machen sich Sorgen wegen des fehlenden Regens. Was für uns einen sonnigen Tag nach dem anderen bedeutet und reine Urlaubsstimmung verbreitet ist für die Landwirte ein Grund zur Sorge. Hoffentlich regnet es doch noch genug, so dass die Natur ihr Auslangen findet. 

Wir haben gestern Abend noch Besuch von unseren neuen Nachbarn bekommen: Andi und Konrad. Andi wollte sich nur einen Korkenzieher von uns ausborgen. Er ist mit seinem Freund mit Zelt und Leihwagen unterwegs. Es wurde ein spannender Abend, Andi erzählte uns von seinen vielen Reisen und davon, dass er sich jetzt um einen Job umsehen muss, er aber lieber reisen würde. Er hat bereits viele Länder bereist und seinen Zivildienst in Mittelamerika in einer Schule als Lehrer absolviert. Es ist so schön, wenn junge Menschen ihren  Horizont auf diese Weise erweitern und schon in jungen Jahren auf so viel Lebenserfahrung zurückgreifen können. Das kann Ihnen niemand mehr wegnehmen. Andis Freund, Konrad, ist Kalifornier und beendet gerade sein Master Studium in Hamburg. 

Heute früh packten wir wieder unsere Sachen zusammen und zogen weiter Richtung Norden. 

Derzeit warten wir auf Nachricht von Marco, um unsere weiteren Tage planen zu können. 

Als wir gerade einen Platz für die Nacht am Strand von São Lourenço gefunden hatten, gesellte sich ein deutsches liebenswürdiges Ehepaar zu uns, das unsere Einladung auf einen Kaffe und Kuchen gerne annahm. Eckehart (Ecki) und Uschi waren von Face Europe begeistert und Uschi hat sich gleich spontan zu einem Porträt für morgen entschieden. Wenn sie dabei bleibt, ist ihr Porträt das 50.  

Ein drittes Auto kam später noch zu uns – ein blauer Iveco, in der Größe so, wie unser Willi war. Eine junge Familie, sie ist Portugiesin, er Franzose und die etwa 2 jährige Tochter beides. Morgen wollen sie uns in Big Fredi besuchen. 

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Mica Surfboards – ein Profi aus Leidenschaft

Blogeintrag 24.3.2019

In Mica begegnet uns eine starke Persönlichkeit. Ein professioneller Surfer,

der mit 27 aufgehört hat bei Wettbewerben mit zu machen, hat mit Unterstützung seiner Freunde sein neues Lebensziel gefunden. Neben dem Surfen aus Spaß betreibt er sein eigenes Label und formt Surfboards nach Wunsch. Alles handgemacht und in unzähligen Arbeitsstunden. Er ist dabei bescheiden geblieben und seine Bords heben sich von Fabriksboards deutlich ab. Jedes seiner Boards ist ein Unikat und mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl soll es dem Besitzer lange Freude bereiten. 

Wilfried war in einer halben Stunde eigentlich mit dem Porträt schon fertig, aber es war so spannend Mica zuzuhören, dass er noch Details ausarbeitete und wir Mica lauschten. Sein Englisch ist hervorragend, als ob es seine Muttersprache wäre. 

Seine Freundin und Mitarbeiterin – Melanie, oder auch Melli- assistierte beim Fotografieren und Filmen. Sie ist Designerin und seit einem Praktikum voriges Jahr bei Mica „hängen geblieben“. Ihr macht es derart Spaß, hier zu leben und zu arbeiten, dass sie beschlossen hat, von Deutschland nach Portugal auszuwandern. 

Melli wurde tags darauf ebenfalls porträtiert. Sie ist eine ganz liebenswürdige junge Frau, die weiß, was sie will. 

Die beiden empfahlen uns, die Nacht am Strand zu verbringen, der sich als wunderbar ruhig herausstellte. Und das an einem Wochenende, wohlgemerkt. 

Wir werden heute die dritte Nacht in Folge hier verbringen. Dann geht es weiter zu Marco Mellow König, einem österreichischen Surfschulbesitzer. Die Schule befindet sich in São Lourenço, ca. 10 km nördlich von uns. 

Heute morgen gönnten wir uns einen tollen Spaziergang entlang der Klippen bis an das Südufer des Rio do Lisandro. An dessen Nordufer standen wir davor, wie bereits geschildert. 

Unser Weg führte an einer Gruppe von Menschen vorbei, die mit ihren  Offroad Modellautos über die Klippen düsten. Für die Eigentümer ein spannendes Rennen, denn die Autos mussten alle den gleichen Weg nehmen. 

Nun genießen wir das noch kühle Auto im Inneren, wo wir nach einem Süppchen ein wenig chillen können. 

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Rio Lisandro wird zum See 

Blogeintrag 22.3.2019

Die Ruhe am Flussdelta des Rio Lisandro ist einzigartig. 

Der Fluss ändert sein Aussehen mit den Gezeiten und gestern hatte er gar keine Verbindung mehr zum Meer. Er schwoll zu einem See an und das Wasser stieg. Bevor er aber an uns Parkende herankam, gab es doch wieder eine Verbindung ins Meer.  

Die Straße von der aus der Platz, an dem wir stehen zu erreichen ist, ist eine Sackgasse. Daher gibt es keinen Durchzugsverkehr. Auch von den Bewohnern der Häuser gibt es kaum ein Lebenszeichen. 

Jochen, unser belgischer Nachbar kommt und geht ohne wieder mit uns Kontakt aufzunehmen. 

Für Mittwoch Abend haben wir Sonja zum Abendessen eingeladen. Sie bringt auch ihren Sohn Tiago, einen liebenswürdigen und aufgeschlossenen 13 jährigen begeisterten Surfer mit. Es gibt Topfenpalatschinken, die den beiden sehr munden. Sonja ist so eine feine Gesprächspartnerin und es tut uns wirklich leid, dass sie schon so bald wieder gehen muss. Tiago hat am nächsten Tag Schule und da muss er ausgeschlafen sein. Sie musste ja auch noch 45 Minuten für ihre Rückfahrt einplanen. Vielleicht sehen wir sie ja noch einmal, bevor wir hier unsere Zelte abbrechen. Es tut so gut derartige Menschen kennen zu lernen, und mit ihnen Freundschaften zu schließen. 

Diejenigen Portugiesen, die wir bis jetzt kennen gelernt haben, waren alle selbständig oder dabei sich selbständig zu machen und waren sehr akkurat mit dem Einhalten von Terminen. 

Das Vorurteil der Unpünktlichkeit oder Unzuverlässigkeit haben wir gerade in Portugal noch nicht erlebt. Ganz untypisch für den Süden. 

Die Menschen in Portugal sind uns auch sehr fleißig erschienen. Gute Arbeiter, ehrgeizig und umweltbewusst. Der einfache Arbeiter am Strand, der den Sand vom Strandgut befreit grüßt oder dankt freundlich und mit einem Lächeln, die Antwort kommt oft gleich auf englisch. 

Den gestrigen Tag haben wir wieder mit Einkaufen, Wäsche waschen und Be- und Entsorgung verbracht und uns anschließend zu Micas Werkstatt gestellt, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten.  

Kurz begrüßte uns Mica. Am Nachmittag will er zur vereinbarten Zeit um 14 Uhr hier sein. 

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Big little Europe

Blogeintrag 19.3.2019

Der gestrige Tag begann unspektakulär und endete spektakulär. 

Wilfried hatte gerade geduscht und ich wollte ins Bad, als uns Sónia mitteilte, ihr Vormittagstermin sei auf Nachmittag verschoben worden und sie könnte um halb zwölf Uhr kommen statt um 14 Uhr. Wir warfen kurzerhand unseren Zeitplan über den Haufen und waren um halb zwölf bereit. Durch die starke Sonneneinstrahlung und den dauernden Wind ist es derzeit nur möglich im Wageninneren zu zeichnen. 

Sónia ist eine ganz herzliche und selbstbewusste Frau. Sie ist derzeit arbeitslos, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht arbeitet. Sie lebt mit ihrem 13 jährigen Sohn als alleinerziehende Mutter in einer Phase der Umorientierung. Sie hat einige heiße Eisen im Feuer, entscheidet sich aber erst, wenn sie genau weiß, was sie wirklich will. 

Das Interview mit ihr war äußerst spannend und auch wir haben viel von ihrer geradlinigen Lebensart gelernt. 

Bereits am Vormittag beobachtete Wilfried, wie ein Wohnmobilfahrer versuchte, seinen Wagen aus dem Sand zu befreien. Er lehnte Hilfe von uns ab, denn ein Freund wollte mit einem Geländewagen kommen und ihn herausziehen. 

Nach der Face Europe Sitzung war dann der Geländewagen weg, aber das Wohnmobil steckte immer noch im Sand. Also zog Wilfried mit Schaufel, Gummimatten und Kette los, um Juãn Miguel, den Friseur aus dem Nachbardorf, aus der Patsche zu helfen. 

Schließlich weckten wir auch noch Jochen (Belgier) und auch Ludolf (der uns 2 Tage davor geholfen hatte) schoben schließlich das Gefährt bergauf aus dem Sand. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass auch mein Gummimattentransfer ein gutes Hilfsmittel war. Immer wenn der Reifen die Gummimatte überfahren hatte und drohte durchzudrehen, legte ich die Matte wieder vor den Reifen. Er bekam Grip und so gelang die Bergung schließlich mit vereinten europäischen Kräften. Juãn Miguel tanzte vor Freude und rief: „ so soll es sein, das ist Little Europe: Portugal, Deutschland, Belgien und Österreich! Gemeinsam sind wir stark. Er bedankte sich überschwänglich und versprach abends mit 2 neuen Gummimatten wieder zu kommen, da 2 unserer Matten kaputt gegangen waren. 

Es war bereits dunkel. Da kam Juãn Miguel nicht nur mit 2 neuen tollen Gummimatten sondern auch noch mit super köstlichen Brathendln, Baguettes, Chips und Bier und lud alle zum gemeinsamen Essen ein. Ludolf hatte schon gegessen, und er bekam seine Ration eingepackt und mitgegeben. Auch Jochen verpasste den Abend bei uns, denn er war kurz weg gefahren. 

So aßen und tranken wir gemeinsam bis Mitternacht. 

Immer wieder betonte Juãn Miguel, wie wichtig ihm unsere Hilfe war. Für uns ist so etwas so selbstverständlich. Hier sieht man wie gastfreundlich und zuvorkommend die Portugiesen sind. Wir sind total begeistert und es gefällt uns immer besser. Wir haben bis jetzt nur liebenswerte Portugiesen kennen gelernt. 

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Big Fredi wollte gerne einmal Sand spielen

Blogeintrag 17.3.2019

Der alte Trottel! Immer tiefer versuchte er, sich im Sand zu verstecken.

Aber da half gar nichts. Wilfried grub die Räder aus dem Sand und aus dem vielen Treibholz, das am Strand zu finden ist, baute er hinter die Hinterräder ein Flechtwerk aus den Bambushölzern. Mehrere Versuche, das zusätzliche Anbringen von Gummimatten und sogar unserer Sicherheitskette, die wir sonst zum Verzurren der Fahrerhaustüren verwenden und schließlich noch die Schubkraft von Ludolf und mir benötigte es, bis Big Fredis Reifen wieder festen Bodenkontakt hatten. 

Wir suchten uns einen sicheren Platz und baten den zur gleichen Zeit ankommenden Portugiesen uns den großen Platz zu überlassen, weil wir gerade eben im Sand festgesteckt waren und er stellte sich in unserer Nähe in die Wiese. 

Es stellte sich heraus, dass Ricardo mit seiner Frau Brouna und seinem 5 jährigen Sohn Martin hier das Wochenende verbringen wollten. 

Es wurde ein kurzweiliger Tag. Während Wilfried Kristaps aus Lettland herinnen im Big Fredi zeichnete, nahm Ricardo lebhaft Anteil am Zeichenprozess. 

Danach bereiteten wir gemeinsam Nachtmahl zu, es wurde sogar noch im Freien gegessen. Der Wind hatte sich gelegt und die letzten Sonnenstrahlen waren gerade noch warm genug für draußen. Danach flüchteten wir uns zu Wein und Plauderei noch zu uns ins Wageninnere, wo Ricardo bis kurz vor Mitternacht noch so manche Geschichte aus seinem Leben und seine Ansichten über Portugal und die EU Preis gab. 

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Das erste portugiesische Porträt

Blogeintrag 15.3.2019

Spät abends kamen noch 2 weitere Gäste in ihrem VW Bus an,

steckten gleich bei der Einfahrt auf den Platz im Nassen Sand fest. Es sind dies Nicola und Stefan aus dem Raum Pforzheim. Ihr 12 jähriger Hund Robert ist auch mit dabei. Sie wollten am nächsten Morgen bei Tageslicht versuchen, den Wagen wieder aus dem Sand zu holen. 

Das gelang dann auch mit Hilfe von Behnam und Philipp. 

Das Frühstück wurde in Etappen vor Big Fredi eingenommen. Nach und nach trudelten die Nachbarn bei uns ein und genossen die Tische im Windschatten und die Gemeinschaft. Jeder brachte sein Frühstück mit. 

So soll es sein. Das Angebot zu Gemeinschaft ist da und wer will, kann es nützen. 

Behnam zog bald weiter. Das fiel ihm gleich noch einmal so leicht, nachdem Leo den Hund von Nicola angefallen und gebissen hatte. Offenbar hatte sich Robert (Nicolas Hund, auch Roby gerufen) zu sehr in den Vordergrund gedrängt, was Leo zu dieser Eifersuchtsattacke veranlasste. Die Besitzer trennten die beiden Streithähne. Anscheinend war Leo doch unter Schock, da er doch 3 Tage davor selbst attackiert und gebissen wurde. 

Wir sind froh, dass wir keinen Hund an Bord haben. Es ist nicht einfach mit einem Hund zu reisen, noch dazu, wo in jedem zweiten Wohnmobil Hunde dabei sind. Da kommt es schon immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Vierbeinern. Hier an diesem Strand gibt es auch zusätzlich noch viele Ausflügler, die mit ihren Hunden spazieren gehen. 

Am Vormittag konnten wir viele Jugendliche am Strand beobachten, die Treibgut aufsammelten. Es war augenscheinlich eine Schulveranstaltung. Einige waren mit Eifer dabei und so ging ich zu der Lehrerin hin und konnte mit Unterstützung eines gut englisch sprechenden Mädchens erfahren, dass die Schule hier in der Nähe ist und an einem weltweiten Projekt zur Reinigung der Strände teilnimmt und aus den gesammelten Utensilien Kunstgegenstände herstellt. Auf eine ähnliche Gruppierung: http://www.skeletonsea.com/ wurden wir bereits aufmerksam. Wir luden die Schüler ein, beim Porträtieren zuzuschauen, was einige dann auch für ein paar Minuten annahmen. 

Stefan entschloss sich spontan, bei Face Europe dabei zu sein. Am 14.3.2019 malte Wilfried nach exakt einem Monat wieder das erste Mal. 

Es war schwierig auf Grund der bereits hoch stehenden Sonne die Konturen bei Stefan gut zu erkennen. Außerdem blendete Wilfried die Sonne derart, dass er Schwierigkeiten beim Mischen der Farben hatte. Ein Ausfahren der Markise war durch den starken Wind nicht möglich. Um im Windschatten zu bleiben, mussten wir daher die Sonne in Kauf nehmen. 

Als Wilfried nach 2 Stunden erkannte, dass er nicht zurecht kam, fing er mit einer Zeichnung von vorne an. Durch unsere intensiven Gespräche vorab mit Stefan hatten wir schon ein gutes Bild von ihm und so war die Konversation auch eher schleppend. Ich rettete mich mit den Fragen, die wir in jedes Interview einfließen lassen, bis irgendwie alles gesagt schien. Erst als ich begann auch aus meinem Leben zu erzählen, ging das Gespräch ganz leicht und wurde zusehends lockerer. 

Einen ganz neuen Menschen zu interviewen fällt sichtlich leichter, als wenn man sich schon kennt. 

Heute war es dann endlich so weit: der erste Portugiese wurde von Wilfried gemalt und auch die Unterhaltung lief wieder recht zwanglos. Rui ist ein vielseitiger Künstler und reflektierter Mensch, der zwar schon viel in der Welt herumgekommen ist, aber seine Heimat sehr schätzt. 

Wir danken den beiden Männern Stefan und Rui und freuen uns auf morgen, wo Kristaps aus Lettland gezeichnet wird. 

Heute konnten wir auch noch Sonia für ein Porträt am Sonntag gewinnen. 

Nach dem Ölbild von Rui wurde wieder alles rütteltest in Big Fredi verstaut und wir fuhren zu einem gemeindeeigenen Stellplatz, der gratis Wasser anbot und bei dem wir unsere Abwässer los wurden. Dann schnell noch zu Lidl und bereits im Dunklen zurück zum Strand des Rio Lisandro. Aber ups, da waren schon 4 Autos da. Wilfried wollte sich nicht dazwischen stellen aber auf dem Weg zum nächsten Platz gruben sich die Reifen im Sand fest. 

Morgen früh werden wir mit Hilfe der anderen Camper Big Fredi sicher wieder flott bekommen. 

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Idyllischer Strand und lustige Nachbarschaft

Blogeintrag 12.3.2019

Am Samstag, den 9. März haben wir beschlossen, zu Fuß ca. 4 km zu gehen

und uns die von Park4night vorgeschlagenen Stellplätze näher zu begutachten, bevor wir mit Big Fredi weiter fahren. 

Es wurde ein erfolgreicher Spaziergang. Als wir am 2. Stellplatz ankamen, trafen wir vorerst Maria in ihrem blauen VW wieder. Sie teilte uns mit, dass die Nacht ganz ruhig gewesen war und keine Joungsters irgendeine Musik gemacht hatten. Von dem Platz aus könnte man auf das Flussdelta des Rio Lisandro hinuntergehen und am Sandstrand spazieren gehen. 

Etwas weiter am Fluss entdeckten wir einige Wohnmobile.

Eine belgische Besitzerin -Sanna – fragten wir nach ihren Erfahrungen an diesem Platz. Außer, dass es sehr windig ist, gibt es nichts auszusetzen. Also entschlossen wir uns, am Sonntag hier her zu kommen. Der Samstag Abend war Wilfried doch zu riskant gewesen, dazu hatten wir zu gute Erfahrungen am Intermache Parkplatz gemacht. 

Auf dem Weg zurück entdeckten wir einen grauen, zum Wohnmobil ausgebauten VW Bus mit lettischen Kennzeichen. Wir sprachen den jungen Mann an, ob er wirklich aus Lettland hier her gekommen sei und er erzählte uns stolz, dass er das Auto selbst ausgebaut hatte und die ganze Strecke hier her gefahren war. Hier macht er ein Skulpturen Praktikum bei einem Portugiesen ein paar Kilometer entfernt. Er versprach uns, den Workshopleiter zu fragen, ob er bei Face Europe mitmachen wolle. Er selbst wäre auf jeden Fall begeistert, dabei zu sein. 

Am Sonntag Morgen entsorgten wir noch unsere Toilette und bunkerten noch einmal Lebensmittel bei Lidl. 

Sanna war noch dort, aber bereits im Begriff, abzufahren. Sie sucht sich ein windgeschütztes Plätzchen im Landesinneren. 

Am Abend meldete sich Rui,  ein Freund von Mica, um uns für ein eventuelles Porträt kennen zu lernen. 

Er versprach uns bis Dienstag Bescheid zu geben ob für ihn Dienstag oder Freitag besser wäre. 

Nach einer absolut ruhigen Nacht wachten wir am Montag fast alleine auf dem Platz auf. Ganz weit weg war noch ein zweites Auto mit deutschem Kennzeichen, wie sich später herausstellte. 

Gegen Mittag tauchte ein dänischer roter Mercedes hier auf und erkundigte sich, ob hier böse Hunde wären. Am Tag davor war sein braver 9 Monate alter Hund von einem anderen Hund gebissen worden. Erst dessen Besitzer und er selbst konnten ihn befreien. Der Hund biss auch gleich noch seinen Besitzer. Deshalb müsse er genau nachfragen. Sein Hund sei sehr gutmütig, aber stehe noch unter Schock. 

Schnell freundeten wir uns mit den beiden an: Behnam, ein ursprünglich mit seinen Eltern aus dem Iran geflüchteter Däne mit seinem schönen und braven Leo. Als wir dann bei Kaffee und Kuchen vor Big Fredi saßen, näherte sich uns Philipp, der Mann aus Deutschland, den wir bislang noch keine 10 Meter von seinem Auto entfernt gesehen hatten und sprach uns auf Englisch an, denn unsere Konversation mit Behnam war schließlich in englisch. 

Philipp war eingepackt, als ob er eine Nordpolexpedition beginne.

Rasch ließ er die überzähligen Jacken fallen und gesellte sich in den Windschatten zu uns. 

Seine mitgebrachte Frisbeescheibe tanzte danach bei viel Wind zwischen uns Vier hin und her. 

Anschließend luden wir die beiden Männer zum Nachtmahl zu uns ein. Jeder brachte etwas mit und wir lernten uns bis Mitternacht bei kalter Platte kennen. Es wurde trotzdem viel gelacht und die Stimmung war besonders heiter. 

Auch die vergangene Nacht war total ruhig. 

Heute Vormittag machte ich mit Behnam und Leo eine große Runde über den gegenüberliegenden Berg und zurück hinab auf das Flussufer. Wir durchwateten den Fluss und kamen nach 1,5 Stunden Rundwanderung von der anderen Seite zum Stellplatz zurück. 

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