Reisetag 4 von Portugal nach Hause – Frankreich 

Blogeintrag 28.3.2020

Heute Morgen tauchte die Polizei an unserem einsamen Stellplatz auf und begrüßte uns freundlich.

Wilfried gab zu verstehen, dass wir hier auf der Durchfahrt nach Frankreich stehen und heute noch weiterfahren. 

Wir nahmen uns noch die Freiheit, einen gemeinsamen Spaziergang am Ufer des Sees zu machen und den unterschiedlichsten Vogellauten zu lauschen. Kein Mensch in Sicht.

Diese Reise steht offenbar unter dem Motto: Seen. 

Am Ende des 4. Reisetages haben wir wieder einen Platz in der Nähe eines Sees zum Übernachten gefunden. Der Stellplatz im Wald war uns auch schon vor genau einem Jahr positiv aufgefallen. Damals fanden wir bei einem Spaziergang aber den See nicht, denn wir marschierten in die falsche Richtung. Heute kamen wir auf einem anderen Weg hierher und passierten dabei das Seeufer. Somit ist für morgen der Spaziergang schon fix. 

Die Fahrt hierher war nach der frostigen Nacht und unserem morgendlichen Spaziergang um den spanischen Stausee Embalse de Ullibarri bei strahlendem Sonnenschein um so viel angenehmer als wir die beiden letzten Male erlebt hatten. Vor einem Jahr bei unserer Rückreise und auch im Herbst beim Einreisen nach Spanien hatten wir das Gebiet nur bei Regen, viel Verkehr und im Stress erlebt. Jetzt, ohne Verkehr und bei Sonnenschein war es sogar erträglich. 

In Spanien ergatterten wir noch eine Gasflasche. An der Grenze zu Frankreich winkten uns die Polizisten freundlich durch. 

Morgen wollen wir den sonnigen Tag hier noch genießen und erst am Montag weiter Richtung Heimat ziehen. 

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Der 3. Reisetag zurück nach Hause von Portugal

Blogeintrag 27.3.2020

Heute war ein entspannter, um nicht zu sagen langweiliger Reisetag.

Fast die gesamte Strecke führte uns über Autobahn oder doppelspurige Bundesstraßen bis zu unserem Stellplatz an den 3. Stausee in Folge. Die spanischen Straßen sind wie leergefegt. Wenige Brummis ziehen an uns vorbei. Ja, ja, die haben alle mehr Power als unser Big Fredi. Der brummt auch auf der Autobahn nur 80 km/h dahin. 

Nach Salamanca, Tordesillas, Valladolid umrundeten wir auch noch Salamanca und Burgos. 

Um nicht zu schnell in der heimatlichen Kälte anzukommen, suchten wir einen empfohlenen Stadtplatz in Briviesca auf. Aber schon am Stadteingang kontrollierte die Polizei. Zwar konnten wir uns noch an ihnen vorbeidrücken, aber am Stellplatz angekommen verstellten uns Barrieren die Einfahrt. Corona ist allgegenwärtig. 

So zogen wir zurück auf die Autobahn und weil Wilfried noch gut bei Kräften war umschifften wir auch noch Vitoria Gasteiz und ein paar Kilometer weiter lachte uns der dritte Stausee für eine Übernachtung an: Embalse de Ullibarri. Was für ein Glück! Ein paar Kilometer weg von der Autobahn ein Naturparadies ganz für uns allein. Bestens ausgestattet für Wohnmobilisten gibt es einen Parkplatz für untertags und einen eigenen nur für die Nacht. Außerdem findet man unzählige Parkplätze am Weg um den See. Eine saubere Ufergestaltung und riesige Rasenflächen an geschottertem Ufergelände lassen auf viele Badegäste im Sommer schließen. Ein Badehaus, das sogar mit Marmor ausgekleidete Abwäschen aufweist, sieht sehr sauber aus, ist aber mit einer Notiz versehen, dass bis 12.März geschlossen ist. Offenbar hat da gleich die Coronaviruskrise angeschlossen, denn es ist noch immer alles abgesperrt.

Ich inspizierte das weitläufige Gelände und weil ich es sehr attraktiv für einen erholsamen Aufenthalt von ein paar Stunden für morgen erachte, werden wir den Vormittag hier noch ein wenig genießen bevor wir an die französische Grenze weiterreisen werden. 

Es kann uns ja keiner das Tempo unserer Reise vorschreiben. Und da es Montag und Dienstag sehr kalt und vielleicht sogar frostig werden soll, bleiben wir lieber so lange wie möglich im warmen Süden und hoffen, dass es hier erträglicher bleibt. 

Die Heizung in den Abendstunden ist jetzt schon wieder angenehm. Während der Nacht ist es noch nicht notwendig, durchzuheizen. Allerdings hatten wir heute  Morgen nur mehr 7 Grad herinnen. Draußen hatte es 1 Grad. 

Mit Heizung geht die Temperatur im Minutentakt auf 20 Grad und wenn das Frühstück fertig ist, dann ist es auch schön wohlig warm. 

Das Halstuch, das Stirnband und eine Jacke mehr sind jetzt auch während der Autofahrt schon angebracht. Etwas, was wir seit Monaten nicht mehr gebraucht haben, wird wieder schrittweise ausgepackt. Und tagsüber bei einer Autofahrt Heizung war sowieso undenkbar seit  vorigem November, als wir nach Portugal einreisten. 

Der Kuckuck und ein paar Singvögel sind die einzigen Geräusche, die wir hier wahrnehmen. Dass hier außer uns kein einziges Wohnmobil neben uns steht, haben wir auch nur der Coronakrise zu verdanken. Fast alle sind schon vor uns heim gefahren und somit gehört die schöne Landschaft jetzt uns allein. 

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Ein nasses Portugal heißt uns wenig willkommen

Blogeintrag 31.10.2019

Von unserem letzten Stellplatz ging es bei etwas Sonnenschein weiter Richtung Südwesten mit dem Ziel Pontevedra

Wilfried, der fasziniert ist, dass es in einer Stadt – zumindestens im Zentrum – keine Autos und keine Verkehrszeichen geben soll, ist vom Verkehr, der in den Außenbezirken herrscht, gleich einmal voll enttäuscht und wir verlassen Pontevedra so schnell wie möglich. Auf der Halbinsel Morazo stehen wir dann in der Nacht (es war schon ziemlich dämmrig als wir ankamen) bei strömendem Regen an einem kleinen See und es schüttet unaufhörlich. Schade, es wäre eine wunderschöne Gegend zum Wandern gewesen. Picknickplätze geben Zeugnis davon, dass der Platz bei besserem Wetter gut besucht wird.

Nach der Grenzstadt Tui befinden wir uns ganz unspektakulär in Portugal. Nur ein kleines Schild am Straßenrand und schon sind wir in einem anderen Land. Ist das nicht großartig, kein Schlagbaum, keine Zollformalitäten und keine unfreundlichen Zöllner, die einen betrachten, als wäre man ein Verbrecher. 

Außer den plötzlich vermehrt auftretenden Müllhalden und Plastikgetränkeflaschen und Dosen am Wegesrand kein großer Unterschied zwischen Spanien und Portugal.

Wir ziehen also weiter. Kurz vor Braga erscheint plötzlich ein Intermarché mit günstiger Tankstelle, die wir gleich nützen. Und dann gibt es auch noch die üblichen Münzwaschautomaten, auf die wir schon gewartet haben. 18 kg Wäsche sind 2 Stunden später gewaschen, getrocknet und sind wieder in unserem herrlichen Gewandabteil verstaut. 

Die Zeit des Wartens auf die Wäsche wurde durch das Essen und den Anruf von meinem Enkerl Kilian aus der Heimat versüßt. 

In Póvos de Lanhoso lockt ein Stellplatz mit Stromanschluss obwohl er von der Stadt Braga noch 30 km ins Landesinnere weg ist. Die Sonne hat unsere Batterien wenig geladen in den letzten Tagen und für die kommenden 9 Tage schaut es mit dem Wetter ziemlich bescheiden aus. Regen, Regen,Regen. Zum Glück ist es nicht kalt und gestern Abend ging ich bei 20 Grad mit kurzen Ärmeln noch eine Runde in die Stadt. Die Anlage für Wohnmobile ist ausgezeichnet. In der Früh fanden wir sogar noch einen funktionierenden GRATIS Stromanschluss und seit gestern Abend nützen wir schon das gratis WLAN. Es nieselt nur mehr und die Solaranlage liefert mickrig Strom. Braucht sie aber ohnehin nicht, denn für uns kommt der Strom heute aus der Steckdose.

Wilfried legt einen Tag am PC ein und ich schau mir die Stadt näher an. 

Sämtliche Batterien für Kameras, Computer und Scheinwerfer werden wieder aufgeladen, damit für die nächste Face Europe Sitzung wieder alles bereit ist. 

Heute hatten wir eine schöne Bekanntschaft mit Nancy und ihren Kindern gemacht. Sie sind im Süden Frankreichs zuhause, Nancy spricht sehr gut Englisch und auf der Heimreise werden wir sie hoffentlich besuchen können und Face Europe dort stationieren. 

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Wunderbare Waldfrüchte ergänzen unseren Speiseplan

Blogeintrag 28. Oktober 2019

Nun, das Selbstversorgerdorf blieb abseits unserer Reiseroute, obwohl – im Nachhinein betrachtet – das Wetter viel besser war, als prognostiziert

Wir brachen also am Sonntag von Santa Eulalia oder auch Santalla genannt auf und erkletterten die Pässe auf 960 und 930 m Seehöhe mühelos. An einer Stelle neben der Straße gab es frisches köstliches Quellwasser zum Auffüllen unserer Flaschen, die wir immer mit uns haben. Es schmeckt außergewöhnlich gut. Frisch aus der Quelle war es so kalt, dass man es gar nicht trinken konnte. 

Wir fanden einen öffentlichen Parkplatz bei einem Restaurant. Nach dem Kochen und Essen überfiel uns eine Müdigkeit, die uns dazu veranlasste, den Platz gleich zum Übernachten zu nutzen. 

Es war angenehm warm und ein kleiner Spaziergang durch den Wald auf dem „Camino De Santiago de Compostella“ wurde mit einen Steinpilzfund belohnt.

Camino

Als wir 4 Personen mit einem leeren Korb in den Wald und nach 15 Minuten mit einem vollen Pilzkorb aus dem Wald beobachteten, stand für uns fest, dass auch wir auf Pilzjagd gehen wollten. Wir gaben den Pilzen noch eine laue Nacht zum Wachsen und holten uns heute in der Früh eine schöne Menge Maronenröhrlinge und einen weiteren Steinpilz.

Maronenröhrlinge und Steinpilze
Maronenröhrlinge

Dann ging bei Sonnenschein und warmen Temperaturen die Reise weiter entlang des „Camino De Santiago de Compostella“. Immer wieder kreuzen sich die Wege mit den Straßen oder führen (wegen der Schlaf- und Essmöglichkeiten) durch dieselben Dörfer, die auch wir durchfahren. 

In Agolade schlagen wir wieder unser Nachtlager auf. Wilfried bleibt direkt zur Parasolernte an einem Parkplatz stehen. Das ist eine Freude: Gebackene Parasole – frischer geht es nimmer.

Diese Parasole standen direkt vor Big Fredi

Die Maronenröhrlinge werden geputzt und für morgen für die Pilz-Kartoffelsuppe vorbereitet. 

Jetzt kann uns der einsetzende Regen auch nichts mehr ausmachen. Wir haben ja genug zu essen und morgen gibt es nach langer Zeit in Lalín die Möglichkeit bei Lidl (billig) und bei Carrefour (ausgiebig) Vorräte zu bunkern. 

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Nationalfeiertag in Österreich 

Blogeintrag 26.Oktober 2919

Montag, 21.19.2019

In Avilés ergatterten wir einen neuen Reifen,

der neben dem alten abgefahrenen schnell sein Profil verlieren wird, wie uns der Reifenmonteur augenverdrehend prophezeit hat. Die Stadtfahrten setzen Wilfrieds Nerven ziemlich zu und so kamen wir nach dem Radwechsel nur mehr in die Einschicht Nahe von Villafria.

einer der vielen Grillplätze die für jedermann zu nutzen sind

Ein toller Parkplatz mit Picknickplätzen, Grillern und einer großen schattigen Wiese mit unzähligen Bänken und Tischen sind für große Feste ausgelegt. Es gibt sie in vielen kleinen Orten und sie sind ideal für die Fiestas der jeweiligen Dörfer. Mit Blick auf das – ziemlich weite – Meer genossen wir gleich 2 Nächte dort.

wage zu erkennen – der Atlantik in Nordspanien

Die tschechische Familie, deren Wohnmobil wir schon beim Lidl 30 km vorher in Avilés erspäht hatten, gesellte sich noch neben uns. 

Eine kleine Runde bei Sonnenschein mit Blick aufs Meer reichte Wilfried für die sportliche Betätigung. Nächsten Tag regnete es bereits und wir brachen gegen Mittag auf. Die Fahrt entlang der Küste war wenig spektakulär. Um direkt ans Meer zu gelangen, hätten wir uns von der Hauptstraße durch enge Gassen quälen müssen. 

Wir verließen daher die Küste vor der Brücke nach Ribadeo und hielten uns südwärts in das Gebirge. Paul hatte uns empfohlen Fritz in Santa Eulalia de Oscos aufzusuchen und für Face Europe zu begeistern.

Wundervoll in der Landschaft gelegen ist Santa Eulalia de Oscos
Spaziergang in Santa Eulalia de Oscos

Unsere Erwartungen waren sehr gering. Dafür wurden wir mit Fritz sehr belohnt. Er war schon zu Mittag erreichbar, obwohl Paul ankündigte, man könnte ihn erst ab 21 Uhr erreichen. Fritz ist Schmied, vor ca. 30 Jahren für eine Winterreise nach Spanien aufgebrochen, von der er nicht mehr heimkehrte. Nach vielen Jahren der Suche hat er hier die letzte Hammerschmiede Spaniens als Schauschmiede revitalisiert und sein Glück gefunden.

Das Wasserrad aus Eichenholz wird ständig befeuctet damit es lange hält
Der große Hammer
Gestautes Wasser zum betreiben des Hammerwerk
Um Mitternacht waren wir fertig.
Face Europe nr 97 – Fritz

Die Face Europe Sitzung konnte in der Schmiede stattfinden, was ein besonders spannendes Ambiente war. Die feuchte Luft wurde mittels einem Feuer in der Esse entschärft und entgegen unsere Erwartungen war es gar nicht kalt.

Face Europe nr. 97-Fritz

work in progress-Face Europe nr. 97 – nach 30 min
work in progress-Face Europe nr. 97 – nach 50 min
work in progress-Face Europe nr. 97 – nach 90 min
Portrait in der 300 Jahre alten Hammerschmiede

Es hatte untertags oft geregnet, das Ein- und Auspacken konnte aber im Trockenen erledigt werden. Die Schmiede ist von 2 Seiten erreichbar, allerdings ist der kürzere Weg nur mit einem PKW befahrbar. Ganz unten im Tal, natürlich an einem Bach klebt die Schmiede in einer Senke. Wäre uns Fritz nicht vorausgefahren, hätten wir nie in der Nacht dort hin gefunden. Ein Restaurant direkt neben der Schmiede bot uns den Parkplatz während der Sitzung an, die Nacht verbrachten wir allerdings auf einem anderen Parkplatz 200 Meter weiter. 

Nach der Porträtsitzung bekamen wir noch eine Privatvorführung von Fitz in seiner Schmiede.

Fritz gibt uns eine Privatvorführung

Ein gewaltiger Hammer saust auf Fritzens Geheiß mit einer ungeheuren Wucht auf das glühende Eisen. Die Wasserkraft erzeugt sowohl für das Feuer die nötige Zuluft als auch für den Hammer den Schwung. Das Werkstück, ein Blatt, bekamen wir geschenkt.

geschmiedetes Blatt von Fritz

Am Morgen gab es zur Abwechslung wieder Sonne. Big Fredi wurde wieder nach Santa Eulalia in die Sonne gestellt. Die letzten Tage hatte der Sonneneintrag sehr zu wünschen übrig gelassen. Beim gemeinsamen Mittagessen mit Fritz gestern erfuhren wir auch dass Paz sich am Abend gerne porträtieren lassen will. Sie ist die Kollegin von Fritz, eine lebenslustige Spanierin, mit der wir dann auch einen netten Abend verbrachten. Sie kam direkt nach der Arbeit aus der Schmiede und blieb bis Mitternacht.

work in progress-Face Europe nr. 98-paz-nach 45 min

Heute ist in Österreich Nationalfeiertag und vielerorts wird gewandert. Auch wir nützten den heutigen sonnigen Tag für eine Wanderung. Eine schöne Route führte uns zu einem Wasserfall.

Der Weg zum Wasserfall durch den wunderschönen Wald
vorbei an verfallenen Hütten
wir waren nicht alleine an diesen schönen Tag

Nach 3 Stunden waren wir müde und meine Wanderschuhe nach 30 Jahren kaputt. Die Sohle löst sich auf und selbst ein Klebeversuch wird die Schuhe nicht mehr für Bergtouren retten. Der kleine Laden im Ort hat gute Bergausrüstung zu bieten, während die Obst- und Gemüsekisten eher traurig leer aussehen. Das war ein Wink des Schicksals. Heute – Samstag Nachmittag – war noch offen und ich erstand ein neues Paar Wanderschuhe.

neue rote Schuhe

Ich freue mich schon auf die nächste Wanderung damit. Es sind knallrote Goretex Schuhe mit Vibramsohle. Der reduzierte Preis mit 75€ erschien mir günstig und so bin ich nun gerüstet und wir können beruhigt noch weiter in die spanischen Berge gehen. Die Landschaft hier erinnert sehr an das Gebirge in Österreich. Vielleicht ist das auch ein Grund, dass Fritz hier das Gefühl hat, nach Hause gekommen zu sein. 

Ab morgen wird es angeblich wieder unbeständiger und wir werden sehen, ob wir das kleine Alternativdorf der Selbstversorger anpeilen oder uns Richtung Portugal weiterbewegen wollen. 

Bleibt dran, ihr werdet es bald erfahren. 

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Regen wie in Schottland

Blogeintrag 20.10.2019

Wir haben Herrera de Pisuerga nach einer regnerischen Nacht

bei beginnendem Sonnenschein wieder verlassen und uns gefreut, dass die Vorhersage schlechter als das Wetter war. Super ausgebaute Straßen gab es über weite Strecken und meistens gehörten uns die Straßen ganz allein. In Guardo verließen wir die N626 und kamen am Stausee de Riaño auf die nächste Bergstrecke. Keine Menschenseele an der Straße, kaum kleine Ortschaften. Man hat das Gefühl im Niemandsland zu sein. Dann, als es um das Auffinden eines Stellplatzes für die Nacht geht, plötzlich ein Hinweisschild zum Ver-und Entsorgen für Wohnmobile und 4,6 km abseits der Straße. Schnell war dorthin eingebogen und wirklich nach 4,6 km eine Berghütte in Maraña.

http://www.alberguedemarana.com/area-autocaravanas/

Der Bergwirt Anselmo gab uns einen Platz inklusive Strom für 9€ und wir waren froh, wieder einmal unsere Batterien voll aufladen zu können. Der Wetterbericht sah katastrophal aus: die nächsten Tage NUR Regen, Sonntag und Donnerstag sogar Schneefall und Minusgrade. Schnell weg hier war das Motto und in tiefere Lagen ausweichen. 

Es regnete bereits die ganze Nacht. Gegen Mittag wurde die Intensität etwas geringer und wir füllten den Frischwassertank, entsorgen unsere Abwässer und machten uns auf den Weg. Ein paar Kilometer ging es noch bergauf bis zum Pass in ca. 1500m und dann folgten wieder endlose lange Kurven bergab mit 11% Gefälle. 

In Soto dann ein plötzlicher Krach und – Wilfried wusste sofort, was die Ursache war: wir hatten wieder einmal einen Platten. Linkes äußeres Hinterrad war in Fransen.

Der zerfetzte Reifen – mit Flicken ist da nichts mehr!

Bei strömendem Regen hieß es nun ran an das Reserverad und Reifen wechseln. Ein (in Worten) hilfreicher Passant in speziellen Holzschuhen gab uns spanische Tips.

Spanier mit Holzpantoffeln
Die Pantoffeln sind aus der Region – wie er uns versicherte

Er organisierte eine englisch sprechende Dame, die uns die Visitenkarte des Reifenschusters in 60 km Entfernung aushändigte. Das war wirklich sehr aufmerksam. Wir fuhren noch ein paar Kilometer weiter und fanden eine Schlafstelle etwas abseits von der Straße. Wenn es nicht so schütten würde, könnte man schöne Spaziergänge zum Stausee und dem Museum machen. So warten wir halt ab, bis der Regen aufhört oder es Montag wird und wir zur Reifenwerkstätte weiter fahren können. Die Dinge passieren einem immer im ungünstigsten Moment: Freitag Nachmittag oder am Wochenende. Zum Glück haben wir es nicht eilig und konnten heute Morgen überraschenderweise beim fahrenden Bäcker genug Brot für das Wochenende einkaufen. Wir sind darüber glücklich und genießen das Plätschern des Regens auf unser dichtes Dach und die Tatsache, dass wir nicht im Schnee stecken und alles nur mehr besser werden kann. 

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Spanien erreicht

Blogeintrag 17.10.2019

Die vergangenen Tage der Reise waren ziemlich intensiv, zu mindest was das Autofahren anging

Daher chronologisch – soweit im Nachhinein nachvollziehbar unsere Stationen:

10.10.2019: über die N88, die ein Stück mautfreie Autobahn ist, bis in die Nähe von Villefrange. Wäsche waschen ging super bei Netto, wo nach 1,5 Stunden alles wieder schrankfertig war. Nach langem Suchen fanden wir einen Platz, den es NICHT in der Park4night App gibt. Es war der Parkplatz des Fußballstadions in Maleville. Deshalb blieben wir dort auch allein und verbrachten eine ruhige Nacht. Die Mistbehälter am anderen Ende des Platzes wurden bis spät in die Nacht und zeitig am Morgen lebhaft von den Dorfbewohnern aufgesucht. 

Ob das eine fadenscheinige Ausrede war, um Big Fredi zu sehen? Wir wissen es nicht. 

11.10.2019

Unsere Navitante hat wieder super Nebenstraßen gefunden und hat uns für 150 km einen ganzen Tag in der Gegend herumgeschickt. Bis Tournon d‘Aganais kamen wir, wo wir einen Stellplatz am Fuße des Ortes fanden.  Und es war wirklich der Fuß. Mindestens 200 m stiefelten wir die Stufen hinauf in eine verschlafene Mittelalterstadt. Kaum eine Menschenseele, keine Bäckerei oder irgendeine Besonderheit fiel uns auf. Dennoch war der Blick von oben in die Weite der Landschaft sehr schön. 

Samstag,  12.10.2019:

Durch das Naturschutzgebiet Cascogne über Straßen, die  nur dünne Linien auf der Landkarte sind, pirschten wir uns an die Atlantikküste. Florian, den wir im Frühling in Portugal kennen gelernt hatten, beteuerte am Wochenende keine Zeit für uns zu haben, weil er seinen Platz am Campingplatz bis spätestens Sonntag 17 Uhr geräumt haben muss. Wir blieben in Vieux-Boucau im Wald nachdem wir uns vom Ort selbst überzeugt hatten und es uns dort gar nicht gefiel. Ein Touristenort im Einwinterungsmodus. Das Wetter wurde unerträglich schwül und wir blieben eine 2. Nacht im Wald. 

Sonntag, 12.10.2019

war sogar mit über 30 Grad extrem heiß. Ich konnte mich zu einem Spaziergang erst am Abend durchringen. Dieser führte mich aber dann wenigstens bis ans Meer, wo sich gerade einige Surfer noch tummelten. Da es schon dämmrig wurde, nahm ich mir keine Zeit mehr bis zum Wasser zu gehen und die Temperatur zu testen. Wir beschlossen Frankreich zu verlassen. Niemand hatte uns in den letzten Wochen auf unser Projekt angesprochen und kein Ort erschien uns geeignet, für Face Europe zu werben. 

Montag, 14.10.2019 früh zogen wir ab mit dem flauen Gefühl im Bauch diese schreckliche Gegend von Biaritz bis zur spanischen Grenze durchfahren zu müssen. Wir kannten die Gegend von unserer letzten Heimfahrt im Frühling. Wilfried schlug sich wacker über die Autobahnen, 1000 Kreisverkehre und Massen von Autos und LKWs.  

Irgendwo südlich von Orio entdeckten wir einen angeblich schönen Stellplatz am Ufer des Flusses Urola in der Park4night App. Weder die gepriesene Ruhe noch der gratis Wasserbrunnen waren vorhanden. Es war ein Parkplatz in der Stadt. Beim Weiterfahren entdeckte ich eine Wohnmobilfirma, die offen hatte. Ich schritt mutig hinein, erkundigte mich, ob es in der Nähe eine Wasserstelle gäbe und bekam gratis Wasser von der Werkstatt. Uns wurde Zarautz empfohlen, um dort zu übernachten. Wieder war es Wilfried zu laut, zu dreckig und zu unsicher. Er fand einen Platz in 7 km Entfernung, der sich als eine Serpentinenstraße von 15 km entpuppte und eine kleine Ausbuchtung am Weg war. Wir nahmen dieses Plätzchen in Beschlag und stellten uns möglichst nicht verkehrsbehindernd in die Wiese. Es regnete und war finster. Unten im Tal lag die Stadt Getaria am Meer, hell beleuchtet und wunderschön. 

Dienstag, 15.10.2019

Am nächsten Morgen sah alles im Sonnenschein nicht mehr so furchterregend für mich aus und wir fuhren die letzten Serpentinen zur Küstenstraße.

Baustellen auf der engen Straße führten immer wieder zu wechselweisen Verkehrsanhaltungen und Ampeln auf der Strecke.

Als die ausgebaute Küstenstraße in eine dünne kurvige „Scenic Road“ überging, bat ich ins Landesinnere zu fahren und wir hetzten Big Fredi durch das Gebirge. Er schnaufte bei bis zu 15% Gefälle und vielen vielen Kurven. Auf dem Urkiolapass gab es dann einen phantastischen Rastplatz mit ganz vielen Picknicktischen und -bänken, mit je einem eigenen Grillplatz. Die Toilette barrierefrei und sogar fließendes Quellwasser. Ein Schild, dass die Unbedenklichkeit der Quelle in Hinsicht auf Hygiene nicht garantiert werden könne, hielt uns davon ab, unsere Trinkwasserreserven aufzufüllen. 

Dafür konnte ich eine schöne Runde durch den Wald wandern. Es hatte geregnet, war aber wieder sonnig und herrlich um sich zu bewegen. 

Mittwoch, 16.10.2019

Von der frischen Waldluft gut erholt setzten wir unsere Reise auf der bald erscheinenden Autovía fort. Das ist eine gratis Autobahn, die uns in diesem Fall bis kurz nach Burgos führte. Ein kleiner Platz abseits der Autobahn diente uns als Schlafplatz. Die Gegend neben der Autobahn sieht so schrecklich öde aus, dass wir beschlossen, von nun an wieder das „Hinterland“ zu erkunden. 

Donnerstag, 17.10.2019

Weit sind wir nicht gekommen, denn nach etwa 15 km war die Straße, wie bereits vorher angekündigt zu Ende und nur eine Schotter- bzw. Matschstraße hätte uns aus dem Schlamassel geführt. Es hieß also wieder umkehren und eine parallele Route nehmen. Schade, die neue, unfertige Straße mit dem feinen schwarzen Asphalt hätte uns gut gefallen. Aber sie war halt noch nicht fertig oder wir einfach zu früh dran. Also alles retour. Zum Glück haben wir es nicht eilig. 

Heute bekamen wir von Paul den Tip, uns unbedingt „Picos de Europa“ anzusehen, den ersten spanischen Nationalpark. Wir haben beschlossen, dort hin zu fahren und uns die „Gipfel von Europa“ anzusehen. Wir wurden gewarnt, es könnte feucht werden. Das haben wir schon gestern bemerkt. Nicht umsonst ist es hier noch sehr schön grün.

Die Wettervorschau behauptet die nächsten 9 Tage wären durchwegs regnerisch. Aus vergangenen Berichten wissen wir, dass es meist viel schöner ist als vorhergesagt. Also für Schlechtwetter sind wir ja auch gerüstet und so lassen wir alles auf uns zukommen. Derzeit sind wir in Herrera. Über eine winzige baufällige Römerbrücke haben wir uns aus dem Hinterland „angeschlichen“. Big Fredi konnte sich gerade noch durchzwängen. 

Ein akzeptabler Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit liegt am Rande der kleinen Stadt.

Wir fanden sogar einen Supermarkt und konnten so unsere Vorräte wieder auffüllen.

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Fredi hat schon wieder einen Patschen

Blogeintrag 2. 4. 2019

Heute haben wir es schon eine Stunde früher aus dem Bett geschafft.

Es war 8 Uhr als wir bei Sonnenschein zu frühstücken begannen. 

Da ich am Abend noch eine Tankstelle in der Nähe erspäht hatte, die Diesel um 1.164 € pro Liter anbot, starteten wir gleich einmal mit der Befüllung von Big Fredis Tank. 

Auch das Öl wurde kontrolliert und nachgefüllt. So ein alter Kerl braucht schon hin und wieder ein bisschen Schmiere. 

Als Wilfried auch die Reifen kontrollieren wollte, stellte sich heraus, dass der Kompressor nur bis 4 bar belastbar war. Big Fredi braucht aber 4,5 bar und so verloren wir noch eher Luft als dass wir etwas in den Reifen brachten. 

Bei der nächsten Tankstelle wollten wir gleich dieses Problem lösen. Allerdings war da der Reifen schon kaputt. Deutliches Zischen zeigte uns an, dass da nichts mehr zu machen war, als den Reservereifen zu montieren. 

Zum Glück waren 2 nette rumänische LKW Fahrer mit Muskelkraft, gutem Willen und einer starken Eisenstange zum Verlängern des Hebelarmes gleich zur Stelle. 

Der Reifenwechsel dauerte insgesamt fast eine Stunde und kostete uns in der nächsten Stadt (in Miranda) 92 € für einen neuen Reifen. 

Morgen will Wilfried den neuen Reifen montieren, da sich die Reifenfirma wieder einmal geweigert hatte, ihn zu montieren. 

Wir sind in Vitoria Gasteiz auf einem öffentlichen Parkplatz ohne Wohnmobilkollegen. Ich schaute noch bei Leroy Merlin hinein, ob sie eine Eisenstange haben, die uns beim Reifenwechsel helfen könnte, aber dort gibt es nichts Brauchbares. 

Gerade hat es ein wenig zu regnen begonnen und es hat auch abgekühlt. 

Überhaupt haben wir heute Mittag eine Wetterscheide überschritten und befinden uns im bergigeren Norden Spaniens. Da gibt es rundherum Gipfel mit 1.300 Höhenmetern, auf denen noch ein wenig Schnee zu sehen war. Zum Glück dürfen wir auf der Ruta de la Plata fahren, übersetzt Silberstraße, eine alte römische Handelsstraße. Plata klingt auch ein wenig wie Teller oder flach. Wir müssen nicht viele Steigungen bewältigen, schlängeln uns durch die weiten Täler Kilometer für Kilometer auf recht guten Straßen, die zum Teil autobahnmäßig ausgebaut sind unserem Ziel näher. Nur mehr 2.000 km zu fahren. Als wir unsere Heimreise begannen, waren es insgesamt 3.000 km. Tüchtig unser Big Fredi und Wilfried, Kings of the Road!

Danke dass wir so gut vorwärts kommen!

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Kein Scherz – wir sind in Spanien

Blogeintrag 1. April 2019

Bis Sonntag Mittag hat unser Widerstand noch gedauert, bis wir endlich Philipp „Lebewohl“ gewunschen haben, alles rütteltest verpackt hatten und loszogen.

Dennoch kamen wir am Abend noch in Spanien, genauer gesagt in Badajoz an. Es ist dies eine kleine mittelalterliche Stadt, die ich alleine noch spät am Abend erkundete. Da wir nach der Zeitumstellung auf Sommerzeit und der Zeitumstellung auf mitteleuropäische Zeit gleich 2 Stunden die Uhren vorgestellt hatten, war meine innere Uhr um 21:30 Uhr noch auf 19:30 getunt und ich voller Tatendrang. Deshalb machte ich mich allein zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Von unserem Stellplatz aus war nur ein kurzer Weg zur Fußgängerbrücke in die Stadt Badajoz. Hell beleuchtet und von vielen Spaziergängern und Lokalbesuchern bevölkert ließ ich mich bergauf in den Trubel leiten. Beim bergab Gehen schlug ich die falsche Richtung ein und landete ein gutes Stück weiter weg von der Brücke als ich gedacht hatte. So wurde es bereits 23:30 als ich bei Big Fredi wieder ankam. Meine App zeigte mir, dass ich 6 km marschiert war.

Heute morgen schliefen wir daher auch gut und fest bis 9 Uhr und waren dann nach gemütlichem Frühstück auch erst wieder um 12 Uhr „On the Road“!

Über Caceres, oder vielmehr daran vorbei ging es auf direktem Weg nach Salamanca.

Wir erreichten nach zwischenzeitlich ein paar Regenschauern die Stadt Salamanca um ca. 16:30 bei Sonnenschein und ergatterten noch einen Stellplatz neben der Brücke in die Altstadt. Nachdem uns Uschi so vorgeschwärmt hatte und uns die Geodaten gab, sind wir nun mitten in der Stadt und wollen eigentlich das Auto nicht unbeaufsichtigt lassen. Ich spazierte wieder alleine los und erkundete die Umgebung und holte noch ein paar Vorräte bei Mercadonna für die Heimreise.

Bei Kaffee-Eis und Waffeln, die wir noch immer von Valencia hatten schlemmten wir Kalorien.

Morgen geht die Reise weiter Richtung Frankreich. Ob wir schon morgen oder erst am Mittwoch französischen Boden betreten werden, wird sich erst herausstellen. Jedenfalls sind es 540 km, die zu bewältigen sind.

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Portugal, lass dich anschauen!

Blogeintrag 4. 3. 2019

Wir sind in Portugal.

Vom Rio Tinto in Niebla aus traten wir die Reise gemeinsam mit Dieter und Petra nach Aracena an. Dort erwarteten wir Die Höhlen der Wunder: „Grutas de las Maravillas“ zu sehen und es lockte auch noch das Schinkenmuseum. 

Nach ein paar Minuten fiel uns allerdings auf, dass es eigenartig nach Benzin roch. Zuerst glaubten wir der Geruch käme von draußen, dann von einem Stück Küchenrolle aus dem Mistkübel, mit dem der Ölmessstab abgewischt worden war. Bei einer roten Ampel stieg ich rasch aus und schrie: Alarm, bei uns sprudelt der Diesel auf die Straße. Ich informierte rasch Petra im Auto vor uns, die auch noch bei rot an der Ampel standen und gleich nach der Ampel stellte Wilfried Big Fredi ab und die Männer suchten die Ursache des Dieselsprudels. Es war eine kaputte Dichtung am Dieselfilter, die dafür verantwortlich war. Während Wilfried gemeinsam mit Dieter eine behelfsmäßige Reparatur durchführte, lief ich 300 Meter retour zu einer Werkstätte und erbettelte mir eine Dichtung, die annähernd passen wird. Da das Provisorium so gute Dienste leistete, wurde meine Dichtung auf Lager genommen und für das nächste Mal aufgehoben. 

Ohne weitere Pannen, vorbei an Tagabbauminen des Rio Tinto erreichten wir Aracena. 

Diese Stadt ist ganz anders als alle anderen spanischen Orte, die wir bis dahin kennen gelernt hatten. Absolut sauber, kein Müll auf der Straße oder neben den Mülleimern, so wie sonst überall. Ein Freilichtmuseum mit tollen Skulpturen durchzieht das Stadtbild. Wir ließen die Grotte aus Kostengründen und weil wir schon zu viele Grotten in unseren Leben gesehen hatten, einfach aus und schlenderten durch die Stadt, bis das Schinkenmuseum nach der Siesta wieder öffnete. Hier erfuhren wir für einen kleinen Beitrag von 3 € pro Person alles über den Jarmon. Der echte iberische Schinken – von mit Eicheln gefütterten Schweinen – ist sogar gesund und sein Fett angeblich cholesterinsenkend.

Die wertvollsten Schinken stammen von reinrassigen iberischen Schweinen, die 100% von Eicheln leben. Dann gibt es noch Mischformen der Ernährung und Züchtung. Die Zubereitung und Lagerung dauert 2 Jahre und ist eine wahre Kunst. 

Dieter und Petra verabschiedeten sich am nächsten Morgen (es war Feiertag in Andalusien) und brachen Richtung Portugal auf. 

Wir wollten noch nach spanischen Modellen Ausschau halten und blieben noch in Aracena. 

Wilfried rückte mit Zeichenblock und Stiften aus und wollte zeichnen. 

Da entdeckten wir eine „lebendige Skulptur“. Es war eine nachgebildete Gestalt des Schweinehirten,  perfekt wie in Bronze gegossen. Manche Leute erschraken derart, wenn sie registrierten, dass die Figur lebendig war, dass sie laut aufschrieen oder zur Seite sprangen. Wilfried zeichnete den Schweinehirten 2 Mal während ich filmte. 

Es waren Massen von Menschen unterwegs, aber nur wenige nahmen Notiz von Wilfried. Es waren hauptsächlich Kinder, die aufmerksam wurden. Deren Eltern waren aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie uns beachteten. 

Danach entschlossen wir uns dann doch recht kurzfristig, Aracena und Spanien zu verlassen und nach Portugal weiter zu ziehen. 

Die in der Landkarte grün eingezeichnete N433 führte uns auf gut ausgebauten Straßen nach Portugal. 

Kaum hatten wir die Grenze überquert, war die Natur scheinbar gerade explodiert. Plötzlich war alles grün. Die Sträucher und Bäume zeigten ihre ersten zarten grünen Blätter und die Wiesen waren satt grün oder übersät mit gelben und weißen Blüten. 

Petra hatte uns von einem Stausee geschrieben, an dem sie gestanden waren, und an dem es so schön gewesen war. Vorher hatten sie noch Wäsche gewaschen bei Intermarché während sie einkauften. Das passte für uns gerade ebenso, also peilten wir denselben Punkt an. Nur mehr 15 km entfernt davon lag dann auch der schöne Stellplatz am Stausee von Alqueva. Und – wen sehen wir dort? Schon wieder, bzw. noch – das Auto von Dieter und Petra. Welch eine Wiedersehensfreude! Nächsten Morgen verabschiedeten wir uns dann zum letzten Mal von ihnen, denn sie müssen jetzt zügig nach Hause fahren. 

Wir blieben noch, genossen die sommerlichen Temperaturen und lernen Ines und ihre beiden Freundinnen kennen. Ines, eine Psychologiestudentin, wollte am nächsten Tag bei Face Europe dabei sein. Aber leider, wie schon öfters, warteten wir vergeblich. Wilfried zeichnete stattdessen mich, während ich eine Socke strickte. Später erhielten wir eine Entschuldigung von Ines, aus persönlichen Gründen war ihr Kommen nicht möglich. Schade. 

Gestern, Sonntag, machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch den angrenzenden Wald am Ufer des Stausees entlang und brachen gegen Mittag von Portugals größtem Stausee zu einem kleineren, genannt „Barragem do Pego do Altar“ auf. 

Im Gasthaus bediente uns Ines, ein äußerst hübsches junges Mädchen, das gut englisch sprach und Wilfried gerne gemalt hätte. Leider erlaubte ihr Vater es nicht. Sie müsste ihre Ferien dazu nützen, für einen Test zu lernen und zu servieren im elterlichen Betrieb.

So verging wieder ein Tag ohne Face Europe Aktion. Der Parkplatz ist sehr international und gut besucht. 

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