Fredi hat schon wieder einen Patschen

Blogeintrag 2. 4. 2019

Heute haben wir es schon eine Stunde früher aus dem Bett geschafft.

Es war 8 Uhr als wir bei Sonnenschein zu frühstücken begannen. 

Da ich am Abend noch eine Tankstelle in der Nähe erspäht hatte, die Diesel um 1.164 € pro Liter anbot, starteten wir gleich einmal mit der Befüllung von Big Fredis Tank. 

Auch das Öl wurde kontrolliert und nachgefüllt. So ein alter Kerl braucht schon hin und wieder ein bisschen Schmiere. 

Als Wilfried auch die Reifen kontrollieren wollte, stellte sich heraus, dass der Kompressor nur bis 4 bar belastbar war. Big Fredi braucht aber 4,5 bar und so verloren wir noch eher Luft als dass wir etwas in den Reifen brachten. 

Bei der nächsten Tankstelle wollten wir gleich dieses Problem lösen. Allerdings war da der Reifen schon kaputt. Deutliches Zischen zeigte uns an, dass da nichts mehr zu machen war, als den Reservereifen zu montieren. 

Zum Glück waren 2 nette rumänische LKW Fahrer mit Muskelkraft, gutem Willen und einer starken Eisenstange zum Verlängern des Hebelarmes gleich zur Stelle. 

Der Reifenwechsel dauerte insgesamt fast eine Stunde und kostete uns in der nächsten Stadt (in Miranda) 92 € für einen neuen Reifen. 

Morgen will Wilfried den neuen Reifen montieren, da sich die Reifenfirma wieder einmal geweigert hatte, ihn zu montieren. 

Wir sind in Vitoria Gasteiz auf einem öffentlichen Parkplatz ohne Wohnmobilkollegen. Ich schaute noch bei Leroy Merlin hinein, ob sie eine Eisenstange haben, die uns beim Reifenwechsel helfen könnte, aber dort gibt es nichts Brauchbares. 

Gerade hat es ein wenig zu regnen begonnen und es hat auch abgekühlt. 

Überhaupt haben wir heute Mittag eine Wetterscheide überschritten und befinden uns im bergigeren Norden Spaniens. Da gibt es rundherum Gipfel mit 1.300 Höhenmetern, auf denen noch ein wenig Schnee zu sehen war. Zum Glück dürfen wir auf der Ruta de la Plata fahren, übersetzt Silberstraße, eine alte römische Handelsstraße. Plata klingt auch ein wenig wie Teller oder flach. Wir müssen nicht viele Steigungen bewältigen, schlängeln uns durch die weiten Täler Kilometer für Kilometer auf recht guten Straßen, die zum Teil autobahnmäßig ausgebaut sind unserem Ziel näher. Nur mehr 2.000 km zu fahren. Als wir unsere Heimreise begannen, waren es insgesamt 3.000 km. Tüchtig unser Big Fredi und Wilfried, Kings of the Road!

Danke dass wir so gut vorwärts kommen!

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Kein Scherz – wir sind in Spanien

Blogeintrag 1. April 2019

Bis Sonntag Mittag hat unser Widerstand noch gedauert, bis wir endlich Philipp „Lebewohl“ gewunschen haben, alles rütteltest verpackt hatten und loszogen.

Dennoch kamen wir am Abend noch in Spanien, genauer gesagt in Badajoz an. Es ist dies eine kleine mittelalterliche Stadt, die ich alleine noch spät am Abend erkundete. Da wir nach der Zeitumstellung auf Sommerzeit und der Zeitumstellung auf mitteleuropäische Zeit gleich 2 Stunden die Uhren vorgestellt hatten, war meine innere Uhr um 21:30 Uhr noch auf 19:30 getunt und ich voller Tatendrang. Deshalb machte ich mich allein zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Von unserem Stellplatz aus war nur ein kurzer Weg zur Fußgängerbrücke in die Stadt Badajoz. Hell beleuchtet und von vielen Spaziergängern und Lokalbesuchern bevölkert ließ ich mich bergauf in den Trubel leiten. Beim bergab Gehen schlug ich die falsche Richtung ein und landete ein gutes Stück weiter weg von der Brücke als ich gedacht hatte. So wurde es bereits 23:30 als ich bei Big Fredi wieder ankam. Meine App zeigte mir, dass ich 6 km marschiert war.

Heute morgen schliefen wir daher auch gut und fest bis 9 Uhr und waren dann nach gemütlichem Frühstück auch erst wieder um 12 Uhr „On the Road“!

Über Caceres, oder vielmehr daran vorbei ging es auf direktem Weg nach Salamanca.

Wir erreichten nach zwischenzeitlich ein paar Regenschauern die Stadt Salamanca um ca. 16:30 bei Sonnenschein und ergatterten noch einen Stellplatz neben der Brücke in die Altstadt. Nachdem uns Uschi so vorgeschwärmt hatte und uns die Geodaten gab, sind wir nun mitten in der Stadt und wollen eigentlich das Auto nicht unbeaufsichtigt lassen. Ich spazierte wieder alleine los und erkundete die Umgebung und holte noch ein paar Vorräte bei Mercadonna für die Heimreise.

Bei Kaffee-Eis und Waffeln, die wir noch immer von Valencia hatten schlemmten wir Kalorien.

Morgen geht die Reise weiter Richtung Frankreich. Ob wir schon morgen oder erst am Mittwoch französischen Boden betreten werden, wird sich erst herausstellen. Jedenfalls sind es 540 km, die zu bewältigen sind.

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Portugal, lass dich anschauen!

Blogeintrag 4. 3. 2019

Wir sind in Portugal.

Vom Rio Tinto in Niebla aus traten wir die Reise gemeinsam mit Dieter und Petra nach Aracena an. Dort erwarteten wir Die Höhlen der Wunder: „Grutas de las Maravillas“ zu sehen und es lockte auch noch das Schinkenmuseum. 

Nach ein paar Minuten fiel uns allerdings auf, dass es eigenartig nach Benzin roch. Zuerst glaubten wir der Geruch käme von draußen, dann von einem Stück Küchenrolle aus dem Mistkübel, mit dem der Ölmessstab abgewischt worden war. Bei einer roten Ampel stieg ich rasch aus und schrie: Alarm, bei uns sprudelt der Diesel auf die Straße. Ich informierte rasch Petra im Auto vor uns, die auch noch bei rot an der Ampel standen und gleich nach der Ampel stellte Wilfried Big Fredi ab und die Männer suchten die Ursache des Dieselsprudels. Es war eine kaputte Dichtung am Dieselfilter, die dafür verantwortlich war. Während Wilfried gemeinsam mit Dieter eine behelfsmäßige Reparatur durchführte, lief ich 300 Meter retour zu einer Werkstätte und erbettelte mir eine Dichtung, die annähernd passen wird. Da das Provisorium so gute Dienste leistete, wurde meine Dichtung auf Lager genommen und für das nächste Mal aufgehoben. 

Ohne weitere Pannen, vorbei an Tagabbauminen des Rio Tinto erreichten wir Aracena. 

Diese Stadt ist ganz anders als alle anderen spanischen Orte, die wir bis dahin kennen gelernt hatten. Absolut sauber, kein Müll auf der Straße oder neben den Mülleimern, so wie sonst überall. Ein Freilichtmuseum mit tollen Skulpturen durchzieht das Stadtbild. Wir ließen die Grotte aus Kostengründen und weil wir schon zu viele Grotten in unseren Leben gesehen hatten, einfach aus und schlenderten durch die Stadt, bis das Schinkenmuseum nach der Siesta wieder öffnete. Hier erfuhren wir für einen kleinen Beitrag von 3 € pro Person alles über den Jarmon. Der echte iberische Schinken – von mit Eicheln gefütterten Schweinen – ist sogar gesund und sein Fett angeblich cholesterinsenkend.

Die wertvollsten Schinken stammen von reinrassigen iberischen Schweinen, die 100% von Eicheln leben. Dann gibt es noch Mischformen der Ernährung und Züchtung. Die Zubereitung und Lagerung dauert 2 Jahre und ist eine wahre Kunst. 

Dieter und Petra verabschiedeten sich am nächsten Morgen (es war Feiertag in Andalusien) und brachen Richtung Portugal auf. 

Wir wollten noch nach spanischen Modellen Ausschau halten und blieben noch in Aracena. 

Wilfried rückte mit Zeichenblock und Stiften aus und wollte zeichnen. 

Da entdeckten wir eine „lebendige Skulptur“. Es war eine nachgebildete Gestalt des Schweinehirten,  perfekt wie in Bronze gegossen. Manche Leute erschraken derart, wenn sie registrierten, dass die Figur lebendig war, dass sie laut aufschrieen oder zur Seite sprangen. Wilfried zeichnete den Schweinehirten 2 Mal während ich filmte. 

Es waren Massen von Menschen unterwegs, aber nur wenige nahmen Notiz von Wilfried. Es waren hauptsächlich Kinder, die aufmerksam wurden. Deren Eltern waren aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie uns beachteten. 

Danach entschlossen wir uns dann doch recht kurzfristig, Aracena und Spanien zu verlassen und nach Portugal weiter zu ziehen. 

Die in der Landkarte grün eingezeichnete N433 führte uns auf gut ausgebauten Straßen nach Portugal. 

Kaum hatten wir die Grenze überquert, war die Natur scheinbar gerade explodiert. Plötzlich war alles grün. Die Sträucher und Bäume zeigten ihre ersten zarten grünen Blätter und die Wiesen waren satt grün oder übersät mit gelben und weißen Blüten. 

Petra hatte uns von einem Stausee geschrieben, an dem sie gestanden waren, und an dem es so schön gewesen war. Vorher hatten sie noch Wäsche gewaschen bei Intermarché während sie einkauften. Das passte für uns gerade ebenso, also peilten wir denselben Punkt an. Nur mehr 15 km entfernt davon lag dann auch der schöne Stellplatz am Stausee von Alqueva. Und – wen sehen wir dort? Schon wieder, bzw. noch – das Auto von Dieter und Petra. Welch eine Wiedersehensfreude! Nächsten Morgen verabschiedeten wir uns dann zum letzten Mal von ihnen, denn sie müssen jetzt zügig nach Hause fahren. 

Wir blieben noch, genossen die sommerlichen Temperaturen und lernen Ines und ihre beiden Freundinnen kennen. Ines, eine Psychologiestudentin, wollte am nächsten Tag bei Face Europe dabei sein. Aber leider, wie schon öfters, warteten wir vergeblich. Wilfried zeichnete stattdessen mich, während ich eine Socke strickte. Später erhielten wir eine Entschuldigung von Ines, aus persönlichen Gründen war ihr Kommen nicht möglich. Schade. 

Gestern, Sonntag, machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch den angrenzenden Wald am Ufer des Stausees entlang und brachen gegen Mittag von Portugals größtem Stausee zu einem kleineren, genannt „Barragem do Pego do Altar“ auf. 

Im Gasthaus bediente uns Ines, ein äußerst hübsches junges Mädchen, das gut englisch sprach und Wilfried gerne gemalt hätte. Leider erlaubte ihr Vater es nicht. Sie müsste ihre Ferien dazu nützen, für einen Test zu lernen und zu servieren im elterlichen Betrieb.

So verging wieder ein Tag ohne Face Europe Aktion. Der Parkplatz ist sehr international und gut besucht. 

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Rio Tinto ist goldfarben

Blogeintrag 25.2.2019

Wir sind am 23.2.2019, also Samstag früh fluchtartig von den Quellen aufgebrochen

als der Technolärm noch voll im Gange war. Das ging dann auch das ganze Wochenende durch. Dieter schickte uns die Geodaten von einem Stellplatz knapp vor Sevilla, den wir auch direkt anpeilten. Leider war dort kein Stellplatz mehr frei. Es wäre auch zu schön gewesen: Dusche, WC, Strom gratis von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. So nützten wir nur die Toiletten und Duschen und entsorgten unsere Toilette und füllten frisches Wasser nach. Um die Ecke fanden wir außerhalb des Stellplatzes einen Parkplatz, wo wir ruhig schlafen konnten. Wie überall lag zwar Müll herum, aber es war wenigstens gut, um zu schlafen nach der vergangenen durchwachten Nacht. 

Wir hatten uns den Ort La Puebla de Casalla mittags angesehen und dort gegessen. Das war das mit Abstand schlechteste Essen, das wir jemals in Spanien gegessen hatten. Eine Eierspeise mit sämtlichen Fleisch und Wurstresten der vergangenen Tage, total versalzen. Immerhin wenigstens sättigend. 

Gestern früh ging es dann recht zügig nach Niebla weiter an einen Stellplatz am Ufer des Rio Tinto. 

Welch atemberaubende Flusslandschaft: 

Goldfarbige Felsen, die einen Wasserfall formen und grünes Wasser als Kontrast dazu. Wenn ein Künstler diese Farben für eine Flusslandschaft wählt, würde man es künstlerische Freiheit nennen. Eine riesige Burg sitzt mitten in der Stadt und hat angeblich die längste europäische Stadtmauer. 

An vielen Lichtleitungsmasten und auf den Rauchfängen der Burg haben sich schon die Störche eingefunden und ihre Nester in Besitz genommen. 

Dieter und Petra kamen erst Stunden nach uns an. Da hatten wir in der Zwischenzeit schon Besuch von einer Schafherde gehabt. Unser Wiedersehen wurde mit Kaffee und Kuchen gefeiert. Als wir dann am Abend in die Stadt in das Restaurant Ramos essen gehen wollten, gab es nichts zu essen. Einheimische klärten uns auf, dass es Abendessen erst ab frühestens 20 Uhr gibt. Mittagessen ist in Spanien ab 14 Uhr. Wenn wir selbst kochen, richten wir uns immer nach unserem Hunger. Beim Essen in den Restaurants muss man sich nach den Gegebenheiten des Landes richten. In Portugal wird sich wieder alles ändern. Da gibt es abends ab 20 Uhr nichts mehr zu essen. 

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Das Erlebnis der anderen Art

Blogeintrag 23.2.2019

Die heißen Quellen von Santa Fe.

Ein Areal von mehreren Hektar Hügellandschaft am Rande eines Föhrenwaldes. Eingebettet in Olivenwälder mit Ausblick auf die schneebedeckte Sierra Nevada. An sich ein schöner Platz, wären da nicht die vielen schrägen Vögel, die den Platz verunstalten. Es liegt überall Mist herum. Frei laufende Hunde wühlen in allen Müllsäcken, die die Gäste und Dauerbewohner vor ihren Zelten oder Wohnmobilen und Autos über Nacht stehen lassen. 

Einzig und allein Eddi (geboren in einem Van in Minsk, aufgewachsen in England mit litauischem Pass) und Olli kümmern sich in Eigenregie um die Sauberkeit des Platzes. Sie haben einen ausgebrannten VW Bus zur „Rusty Bar“ umfunktioniert und fordern die Besucher auf, Müll zu trennen. Sie gehen dann mit dem Müll ins Dorf und holen im Gegenzug Getränke und Lebensmittel, die sie in der Bar verkaufen. Damit verdienen sie ein wenig und sind auch irgendwie die Hüter des Platzes. 

Die heißen Quellen, die hier die Hauptattraktion sind und frei zugänglich, sind von unserem Stellplatz in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen. Ich spazierte heute früh 1,5 Stunden in den Föhrenwald, der als UNESCO Weltkulturerbe ausgewiesen ist. Es war ein schöner und abwechslungsreicher Spaziergang bergauf und bergab mit vielen guten Gerüchen nach Wald und Moos. 

Am Nachmittag schoss ein Kastenwagen in überhöhtem Tempo zuerst bergauf, dann wieder bergab an uns vorbei und blieb jäh in der Nähe von uns stehen. Aus der Beifahrerseite stürzte ein junger Mann heraus, dem es offensichtlich sehr schlecht ging. Er torkelte auf uns zu und kam direkt neben Big Fredi zum Liegen. Die Fahrerin kam ebenso angerannt. Wir leisteten erste Hilfe, so gut wir konnten. Offenbar hatte der junge Mann zu viel oder schlechte Drogen (Speed geschnupft) erwischt. Sein Herz raste. Er hatte schreckliche Angst. Unsere Aufgabe lag hauptsächlich darin, ihn zu beruhigen, Wasser zu geben, zudecken (er bekam auch noch Schüttelfrost) und seine Begleiterin versuchte ärztliche Hilfe herbei zu holen. Als dies nicht gelang, weil anscheinend alle Rettungsautos wo anders eingesetzt waren, unterstützten wir die beiden mit Geduld und Beruhigung, bis sich der Zustand des jungen Mannes, von dem wir erfuhren, dass er Miguel heißt, so weit gebessert hatte, dass er transportfähig war. Er klagte darüber, dass er seine Arme und Beine eingeschlafen spürte. Gott sei Dank überlebte er die Attacke und es ging letztendlich gut aus. Die Anspannung bei uns war allerdings auch groß und auch wir mussten erst wieder „herunter kommen“.

Nachmittag kam Peter, ein Bekannter von Petra und Dieter, und brachte uns Essbares zum Grillen mit. 

Der ruhige und feine lukullische Abend endete allerdings in einem Disaster:

Partyleben in Hot Springs von Santa Fe. Alles dröhnt. 

Man kann nicht schlafen. Wir sind fast neben der Bühne. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir noch abends die Flucht ergriffen solange es noch hell war. Jetzt müssen wir es eben aushalten. Es wird die ganze Nacht „Musik“ in höchster Lautstärke gespielt. Man fragt sich, wer sich die teuren Boxen leisten kann. Ich wünschte, es ginge Ihnen der Saft aus. Leider haben die Typen einen Stromgenerator mit genügend Treibstoff. 

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Da spielt es Granada

Blogeintrag 19.2.2019

Wir verließen gegen 10 Uhr den Parkplatz inmitten der Stadt Guadix und peilten Granadas Stellplatz an.

Dieser Parkplatz neben der Schule gefiel niemandem von uns um dort zu übernachten. Irgendwie war auch niemandem von uns nach Sightseeing in Granada zumute. Für eine Führung durch die Alhambra muss man sich erst im Internet voranmelden. Das wollten wir nicht. Zahlen für eine Führung stand auch nicht zur Debatte. Aber der Standort des Parkplatzes war 5 Minuten zu Fuß vom Einkaufszentrum „Nevada“ entfernt. Petra unterstützte mich beim Kauf von 2 Hosen. Ohne sie hätte ich mich in diese Schicki-Micki Läden niemals hinein getraut. Da aber Totalabverkauf war, erstand ich gleich 2 Jeans, eine um 6 und eine um 8 €.  Super Qualität, man fragt sich wer da was verdient oder draufzahlt. Eigentlich weiß man es ohnehin: der oder die Arbeiterin zahlt immer drauf. Hätte ich nicht eine so große Freude mit den beiden endlich passenden Hosen, müsste ich mich eigentlich schämen, dieses System der Ausbeutung unterstützt zu haben. 

Wir setzten unsere Reise noch bis La Malaha fort, wo angeblich heiße Quellen sein sollten. Es war aber nur ein geschlossenes Bad und davor ein absolut stiller Stellplatz, den wir nun für uns alleine haben. Morgen startet ein neuer Versuch, wirklich zu den heißen Quellen zu kommen und vielleicht doch noch im schwefeligen Heilwasser eintauchen zu können. 

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Einmal quer durch die Sierra Nevada

Blogeintrag 18.2.2019

Da wir nun mit Petra und Dieter wieder vereint sind, werden wir unsere Reise bis auf weiteres wieder gemeinsam fortsetzen. 

Gestern spazierte ich mit Petra einen Teil des Rundweges, den sie Dieter tags zuvor zur Gänze angetan hatte. Da dauerte der Rundweg mit Pausen fast 4 Stunden. Wir drehten nach einer halben Stunde schon um, damit mein Knie nicht wieder akut wurde. Immerhin war unser Ausblick auf den See grandios und die Strecke Betrug auch – laut Handy 4,5 km. 

Wir genossen die grandiose Ruhe. Sehr selten fuhr einmal ein Auto vorbei. 

Einer der Ranger, der alle paar Stunden den Schranken zum Stausee prüfte, blieb am Nachmittag stehen und lud Dieter ein, mit ihm zu fahren. Er zeigte ihm eine Wasserquelle, die herrliches köstliches kühles Quellwasser hat. Leider sprudelt es derzeit nicht sehr sondern tröpfelt eher und wir hatten alle unsere Wasserbehälter voll, sodass wir nur die eine Flasche, die Dieter befüllt mitbrachte, verkosteten. 

Ansonsten war eigentlich nix los. Besprechung, wie es weitergehen sollte fand am Abend dann bei uns statt. Petra versucht sich im Socken Stricken Lernen, was in einem Muskelkater endete. 

Heute nach dem Frühstück und Zusammenpacken fuhren wir im Konvoi durch die Sierra Nevada. 

Die Straße ist zum Großteil einspurig. Ausweichstellen sind rar gesät, es fährt aber ohnehin kaum ein Auto. Bis auf 2.000 Höhenmeter sind wir geklettert, bevor es wieder auf 915 Höhenmeter in Guadix bergab ging. 

Auf der höchsten Stelle sahen wir noch einige Schnee- und Eisflecken am Fahrbahnrand. Die Fahrbahn war trocken, Hinweise auf Kühe und deren Exkremente auf der Straße ließen auf Rindviecher schließen, gesehen haben wir keine. 

Die Gegend von Guadix ist bekannt für seine Wohnhöhlen. Dabei sollte es eigentlich für seine Bäckerei berühmt sein. Wir gönnten uns in Alcudia de Guadix in der köstlichsten Panderia Kaffee und 5 Stück Kuchen, die wir in je 4 Teile schnitten und bezahlten dafür 9,40€.

Ein unschlagbarer Preis für unschlagbaren Kuchen. Wir nahmen noch ein kleines Blech Kuchen mit und machten uns dann das kurze Stück zum Parkplatz für Wohnmobile in Guadix auf. 

Wir schlenderten wie richtige Touristen ohne Plan aber mit Ziel auf die Wohnhöhlen zu. Wilfried zeigte, wo er das Zentrum vermutete und alle folgten ihm. Dann vermutete ich die Höhlen am Berg, also stiegen wir bergauf. Einige ärmlich aussehende Wohnhöhlen entdeckten wir. Manche wären auch zum Verkauf angeboten gewesen, aber das kann man nicht einmal mehr mit „mit Potential“ beschreiben. Überall davor liegt haufenweise Gerümpel und Müll herum. Möbel werden einfach vor der Tür entsorgt. 

Schließlich holte Dieter das Tablet heraus und entdeckte ein Museum. 

Wir irrten noch eine Weile herum, ohne dem Museum auch nur annähernd näher zu kommen. Schlussendlich peilten wir den Parkplatz an, den wir ohne weiteres wieder fanden. Erschöpft von den fast 5 km bergauf und bergab ließen wir uns in unseren Autos nieder um den Tag Revue passieren zu lassen, zu essen und auszuruhen. Morgen geht es Richtung Granada. Ich bin schon gespannt, ob sie dort Granada spielen!

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Große Überraschung und Wiedersehen mit alten Freunden 

Blogeintrag 16.2.2019

Heute morgen sollte es eine Entscheidung geben,

wie unsere Reise weiter verlaufen soll. Fondon und das Kennenlernen von Daniel, dem Sohn von Michele, (siehe im Blog)die in Oxford gemalt wurde, standen auf unserem Plan für heute. Nachdem Daniel schon seit Langem nicht erreichbar war, nahmen wir in letzter Instanz Kontakt zu Michele in England auf, und fanden heraus, dass sich die Familie nicht in Fondon sondern in Äthiopien befindet.

Die Sierra Nevada übte aber mehr Reiz auf uns aus als das Meer mit seinen zusehends mehr gesperrten und überfüllten Stränden und wir fragten bei Petra und Dieter an, die sich lange in der Gegend aufgehalten hatten, wo sie denn gerade seien. Da fanden wir heraus, dass sie sich am Stausee Embalse de Beninar, nur ca. 40 Minuten von uns aufhielten. 

Auch sie hatten genug vom Meer und so holten wir sie nun nach 9 Wochen wieder ein. Wie schön, sich wieder zu sehen, gemeinsam in der Sonne zu sitzen, auszutauschen, was in der Zwischenzeit geschehen war und doch gleich wieder anknüpfen zu können, als ob wir uns gestern das letzte Mal gesehen hätten. 

Den Parkplatz wollten sie zwar morgen früh schon verlassen, aber für einen Spaziergang oder eine Wanderung bleiben sie gerne noch eine Nacht länger, noch dazu wo es doch hier so still ist, dass man rein gar keine Geräusche wahrnehmen kann. Kein Meeresrauschen, kein Auto, nicht einmal ein Flugzeug ist zu hören. Das einzige Auto von einem Verband von Rangern, die den Schranken zum Stausee mehrmals Tags und Nachts kontrollieren wurde von Petra bis jetzt wahrgenommen. Wir konnten sogar draußen unser Mittagessen/Nachtmahl genießen, weil es sagenhaft warm war, und das in 500 Metern Seehöhe!

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Valentinstag und Weiterfahrt in den Süden

Blogeintrag 15.2.2019

Unser Freund Paul frühstückte gemeinsam mit uns am Valentinstag

und dann bastelten die beiden Männer für Pauls Motorradpacktasche eine Leichtholzeinlage. Dafür führte uns Paul dann in seinem strammen Mercedes zu MediaMarkt und Lidl, wo wir uns eine  umständliche Parkplatzsuche ersparten. Anschließend waren wir von Christl zu köstlicher Gemüsesuppe eingeladen und als Paul uns bei Big Fredi wieder absetzte, war dieser auch völlig unversehrt. 

Ein Minispaziergang führte mich dann noch am Abend an die südliche Strandseite von Vila Joijosa. Das ist die rauere und ursprünglichere, die unverbaute Seite der Altstadt. Dort reichen die Häuser nicht direkt bis an den Strand so wie in Benidorm üblich. 

Heute war der Aufbruch sehr gelassen und gemütlich. Frühstücken, duschen und alles sicher verpacken dauerten bis Punkt 12 Uhr. 

Bei Tageslicht und Wärme erreichten wir Mojácar. Dabei handelt es sich um einen mondänen, mit Hotels gesäumten langgezogenen Strand, an dem Wohnmobile verboten sind.  

 

Eine Nacht stehen wir nun über der Straße und morgen geht es weiter. Wohin? Das wissen wir selbst noch nicht genau. Lasst euch überraschen, so wie wir. 

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Vila Joiosa

Blogeintrag 13.2.2019

Abschied von Dénia für eine kurze Reise nach Vila Joijosa.

Etwa 2 Stunden auf guten Straßen benötigten wir dafür. Vieles war uns vom Vorjahr noch bekannt. Paul gab uns voriges Jahr einen guten Überblick von der gesamten Gegend. 

Auf dem Weg suchten wir nach einer Möglichkeit, den Inhalt unserer Toilette zu entsorgen. Es waren keine derartigen Entsorgungsstationen auf unseren Apps eingezeichnet, also steuerten wir den Campingplatz Almafra in Alfaz de Pi an. Auch gegen Entgelt erlaubte uns aber das unfreundliche Personal nicht, die Dumpstation zu benutzen. Erst beim zweiten Campingplatz „Camping Alicante Imperium“ durften wir für 5 € unsere Toilette „ausnahmsweise“ und nach ausführlichem „Betteln“ entleeren. 

Wir steuerten danach gleich auf den Strand zu, den wir voriges Jahr benutzen durften. Heuer prangten große Schilder davor, die das Abstellen von Wohnmobilen  verbieten. Auf dem daneben gelegenen Parkplatz waren keine Verbotsschilder und einige Camper standen bereits dort. Also fand unser Big Fredi auch ein Plätzchen und ich spazierte zum Brot kaufen in die wunderschöne Altstadt. 

Dieser Teil erinnert mich immer an Burano mit den kleinen bunten Häuschen, die so viel Lebensfreude ausstrahlen. Tatsächlich heißt Vila Joijosa im ursprünglichen Sinn „Happy City“.

Zufällig war auch die Touristeninformation noch offen und es zog mich magisch hinein. 

Maria, die quirlige Angestellte war von Face Europe sofort begeistert, und rief ihren Mann Victor an, ob er nicht mitmachen wollte. Er war ohnehin mit den Kindern auf dem Weg in die Touristeninformation, weil die Kinder Mama noch besuchen wollten, bevor sie nach Alicante zum Arzt fuhren. Wir begegneten uns somit persönlich und Victor war sofort bereit, sich am nächsten Morgen für ein Porträt zur Verfügung zu stellen. 

Paul aus Amstetten besuchte uns noch kurz am Abend und wir machten uns für 16 Uhr am nächsten Tag ein gemeinsames  Mittagessen bei uns aus. 

Beides, das Porträt und das Mittagessen, verliefen sehr harmonisch. Victor fragt noch seinen belgischen Freund und seine Frau Maria, ob sie bei Face Europe dabei sein möchten. 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen hier von der Idee eines „little Europe“ begeistert sind. 

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