Roadtour durch Rumänien

Blogeintrag 14. September 2022

Nichts geht mehr in Arad.

Nachdem es nur mehr Absagen gab und Gabi uns neuerlich zu einer Kanutour eingeladen hat haben wir spontan wieder zugesagt. Auch Tibi konnte mitkommen.  Er hatte uns beim Interview während des Porträtierens ein paar Tage vorher erzählt, wie gerne er eine Kanutour machen würde.

eine weitere Kanufahrt mit Gabi und Tibi

Es war noch spannender als beim ersten Mal: wir konnten frische Biberspuren sehen, die Grenze von einem Territorium an seinem Haufen erkennen und Gabi scherzte, man kann den Unterschied der einzelnen Tiere riechen und sogar schmecken. 

Der Biber tauchte leider nicht mehr in unserer Sichtweite auf

Ein Biber sprang ins Wasser, wir wollten auf ihn warten, wenn er wieder auftaucht, aber der Kerl blieb verschwunden. Durch den Regen vergangener Tage war der Muresch schneller geworden und das Paddeln weniger anstrengend. 

Gabi war von unserer Idee einer gemeinsamen Roadtour so angetan, dass er sich ein Dachzelt baute und tatsächlich mit uns auf Reisen ging. 

Bei ein paar Handgriffen halfen wir ihm und das konnte man in der Videoüberwachung sehen. Da scherzten seine Kollegen: „Gabi will mit den Österreichern abhauen!“

Ich glaube ja eher es war umgekehrt: Gabi wurde angeheuert, damit wir endlich verschwinden!

Und so begann am Samstag morgen unsere sagenhaft schöne Tour durch halb Rumänien. Bei Nebel, und nach starkem Regen kamen wir im Schigebiet des Muntele Mic auf fast 1800 Höhenmetern an.

Ein kurzer Spaziergang zum Gipfelkreuz im dichten Nebel war eine Einstimmung auf den nächsten Tag. Da hatten wir bald Sonnenschein und wanderten eine schöne, nicht zu anstrengende Tour über die Waldgrenze hinaus.

manchmal sah es nach regen aus aber das Wetter hielt fast bis zum Schluss unserer Wanderung

Am selben Abend beherbergte uns ein kleiner Campingplatz in der Nähe des Stausees Poiana Mărului. Die Straße dorthin war eine einzige Holperpiste und es tat unserem Big Fredi gar nicht gut.

kleiner billiger Campingplatz

Die Betonplattenstraße aus dem Jahre Schnee mit Abstandsrillen und tiefen Schlaglöchern erforderten Wilfrieds ganze Konzentration. 

Am nächsten Morgen nach kräftigem Frühstück sollte es weiter nach Hunedoara zum Schloss des Hunyadi, auch Corvinilor nach seinem ersten Erbauer genannt, gehen.

Burg Eisenmarkt
Der typische Schlosstourist

Deutsch Burg Eisenmarkt; rumänisch Castelul Corvinilor bzw. Castelul Huniazilor; ungarisch Vajdahunyadi vár) gehört zu den bedeutendsten Profanbauten Siebenbürgens. Die Felsenburg wurde auf den Resten einer Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Sie befindet sich auf einem Kalkfelsen inmitten eines Industriekomplexes im südwestlichen Teil der Stadt Hunedoara.

Die Folterkammer – leider gibt es dies auch heute noch

Nach einem stärkenden Essen im Restaurant suchten wir den Parkplatz der Höhle Pestera Bolii auf, um am nächsten Morgen die Höhle und eine nahegelegenen Schlucht zu besichtigen. 

Dann ging es über die imposante und kurvenreiche  Transalpina nordwärts bis Saliste wieder auf Gabis Wunsch zu einem Campingplatz. 

In der Gegenrichtung sahen wir ein Poizeiauto und stellten fest, dass dies das erste Mal war, dass wir eines sahen.

da wußten wir noch nicht das die Polizei umdrehen wird

Doch plötzlich verfolgte uns dasselbe Polizeiauto mit Blaulicht und Folgetonhorn und hielt uns an. Sie mussten auf der engen Straße umgedreht haben und sich über uns gewundert haben. Grinsend fragte uns der Polizist, woher wir kommen und was wir innen drinnen im Ladeteil des Autos haben. Wir antworteten: „Everything!“ 

Er fragte, ob wir auf dieser Platform schlafen können. „Ja, das ist ein Camper“, erklärten wir. Meine Einladung, doch gerne hinein zu schauen, nahmen sie dann doch nicht an und wünschten uns eine gute Fahrt. Wir mussten noch lange über diesen Zwischenstopp lachen. 

Heute dann die Transfăgărășan Alpenstraße bis zur Talstation der Gondel. Dort durften wir dann einen richtig alpinen Wanderweg zum Bâlea Wasserfall machen.

Mir tut die Bewegung sehr gut. Zwar ist es anstrengend, aber es fühlt sich nachher so gut an. 

Der Aufstieg hat sich gelohnt

Gabi führte uns dann mit seinem Auto auf den Gipfel der Nordseite des Făgărașgebirges, wo uns ein schöner Bergsee aber leider auch viele Touristen überraschten. 

Die Aussicht war aber gewaltig und die Straße, in den 60er Jahren unter Ceaușescu gebaut, hatte einigen Menschen damals das Leben gekostet. Musste sie doch aus dem gewaltigen Bergmassiv herausgesprengt werden. 

Wir haben Gabis Begleitung und Führung außerordentlich genossen, viel über Rumänien gelernt und hätten niemals diese Orte gesehen, an die er uns herangeführt hat. Schade, dass er wieder heim fahren musste. Wir hoffen ihn dennoch bald wieder zu sehen. Jetzt, wo er so toll mit Dachzelt unterwegs sein kann, macht es ihm hoffentlich noch mehr Spaß in die Berge zu fahren.

Abschied von Gabi unserem Rumänischen Freund der uns auch als Biologe viel interessantes über Rumänien,  seiner Fauna und Tierwelt erzählen konnte

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